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Höhenzug des Selter - Selterklippen EarthCache

Hidden : 9/25/2014
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Die Geologie des Weser-Leine-Bergland
Beim Weser-Leine-Bergland handelt es sich um eine geologische Besonderheit. Mit dem Harz auf beinahe gleicher geographischer Breite liegend, bilden die bewaldeten Rücken und Kämme der Höhenzüge zwischen Weser und Leine die letzten markanten Erhebungen bevor die norddeutsche Tiefebene bis zur Nord- und Ostsee ohne größere Reliefunterschiede ausläuft.

Wie kommt es zu dieser exponierten Lage?
Um dies zu erklären müssen wir in der Erdgeschichte ein wenig zurückgehen, genaugenommen in die Zeit vor 200 - 150 Millionen Jahre, die als geologisches Zeitalter den Namen Jura trägt. Zu dieser Zeit lagen die Kontinente auf der Erdoberfläche noch vollkommen anders als heute. Es gab zwei Superkontinente, Laurasia im Norden und Gondwana im Süden. Zwischen diesen lag das Tethysmeer. Bei der Tethys handelte es sich um ein sogenanntes Schelfmeer. D.h. es war nicht besonders tief. In solchen Flachmeeren kommt es, z.B. auch heute an der Ostküste von Australien (Great Barrier Rief), zur Bildung großer Korallenriffe. Korallen & andere Lebewesen der Schelfmeere bauen ihre Schalen und Gerüste größtenteils aus Karbonat (allgemein als Kalk bezeichnet) auf. Sterben diese Lebewesen, sinken sie auf den Meeresboden, wo sich mit der Zeit eine immer dickere Schicht ansammelt, die bei immer größer werdender Auflast schließlich beginnt zu Gestein zu werden, der Stein den wir heute her sehen.
Im Falle der Felsen des Weser-Leine-Berglandes, waren Korallen nur sekundär an der Bildung des Gesteins beteiligt. Schaut man sich manche Felsbrocken genauer an, sieht es manchmal so aus, als sei der Fels, wie Styropor, aus einer Vielzahl kleiner Kügelchen aufgebaut. Sedimentologen haben sich nun darüber den Kopf zerbrochen und sind zu einer sehr angenehmen Entstehungsgeschichte dieser auch „Ooide“ genannten Kügelchen gekommen: Man muss sich ein seichtes Plateau im Ozean, mit einer Wassertiefe von nur wenigen Metern vorstellen. Auf diesem Plateau schwappt die Dünung hin und her. Dabei trägt sie kleine Sandkörner mit sich. Während die Sandkörner nun von der Dünung auf dem Plateau bewegt werden kann sich an ihnen Karbonat, das immer im Meerwasser zu einem gewissen Anteil gelöst ist, anlagern. Dies führt dazu, dass sich mit der Zeit um das Sandkörnchen mehre hauchdünne Kalkschalen ablagern und die Ooide entstehen. Lagern sich davon wiederum dicke Schichten übereinander ab entsteht der feste, gutgriffige, manchmal wunderbar runde Formen hervorbringende Kalk des Ith-, Thüster-Berg- und Selterkammes.

Wie aber kommt es nun, dass diese Schichten in manchmal recht bemerkenswerten Formen heute an der Oberfläche liegen und nicht vom Schutt der Jahrmillionen verdeckt sind ???
Daran ist, wie so häufig, wenn es um die Reliefentwicklung in Nord- und Mitteldeutschland geht die Kollision zwischen afrikanischer und eurasischer Kontinentalplatte schuld. Diese führte auch vor ca. 100 Millionen Jahren zum Beginn der Hebung der Alpen und dauert heute immer noch an. Durch den Druck wurde die Erdkruste im Kollisionsbereich (Alpen) aber auch noch weiter nördlich davon (z.B. Weser-Leine-Bergland) gefaltet. Man kann sich das vorstellen, als ob man mit zwei Händen ein Tischtuch zusammen zuschiebt. Dabei werden die Faltenkämme auch weit über ihr ursprüngliches Niveau angehoben, was dann zur Entstehung von Höhenzügen in der Landschaft führt. Nun finden geologische Prozesse aber nicht immer in derselben Geschwindigkeit statt. Während längerer Ruhephasen kommt es gerade an den am weitesten herausgehobenen Punkten, je nach klimatischen Bedingungen zu starker Erosion. Und genau das ist auch im Weser-Leine-Bergland der Fall. Als Afrika vor ein paar Millionen Jahren auf Europa draufgerasselt ist wurden die Gesteinsschichten gefaltet und herausgehoben. Wind & Wetter begannen sofort mit der Abtragung der Schichten. Die Schichten lagen nun aber nicht ungestört aufeinander, sondern waren unterschiedlich gekippt. Dadurch ergibt sich heute eine (auch an der Geländeoberfläche des Weser-Leine-Berglandes gut nachvollziehbare,) für die Erosion von Falten typische geologische Struktur. Dabei ordnen sich meist symmetrisch die älteren Schichten im Zentrum, nach außen hin immer jünger werdenden Schichten an.

Der Selter - Höhenzug
Der Selter ist einer der Höhenzüge im Leinebergland. Er erstreckt sich von Greene nahe Kreiensen oberhalb von Freden (Leine) bis Delligsen südlich von Alfeld (Leine) und zieht sich bis in das hier enge Leinetal hinunter. Die gedachte Mitte liegt bei Freden (Leine). Die in der Hohen Egge bis zu 395 m hohen Erhebungen sind in der obersten Schicht aus Dolomit, einem harten Jurakalkstein. Auffällig sind die Selterklippen. Entstehung Der Selter wurde (gemeinsam mit den beiden nördlich anschließenden Duinger und Thüster Berg sowie dem Ith durch tektonische Bewegungen in der Tertiärzeit zu einem breiten Sattel aufgewölbt, der dann durch übermäßige Spannung auf dem Scheitel auf voller Länge einbrach. Aus dem entstandenen Riss formte sich durch Abtragung mit der Zeit die Wallenser Senke westlich dieses Bergzuges. Weiter westlich besteht der Ith als "Westhang" dieses vormaligen Sattels mit großen Ähnlichkeiten bezüglich Gestein, morphologischer Form, Boden und Vergetation. Im Selter hat man in einer Tiefe bis 2 m versteinerte Ammonshörner bis zu 40 cm Durchmesser gefunden. Die Klippen und Felsen ziehen sich wie Perlen an einer Kette aufgereiht von Freden bis Naensen entlang.

Selterklippen
Die besonders im Selter zu bewundernden, überhängenden Wandpartien entstehen ebenfalls aus der unterschiedlichen Verwitterungsresistenz der Gesteine. Der Kalkstein der Kämme wird von einer weniger kompakten Gesteinsfolge unterlagert. Diese verwittert schneller, was dazu führt, dass dem Kammkalk quasi „der Boden unter den Füssen weggezogen wird“. Da in der geologischen Welt alles etwas langsamer läuft, bricht der Kammkalk, da ihm ja nun das tragende Fundament fehlt nicht sofort nach, sondern erst nach und nach. Davon zeugen auch die zahlreichen „kleineren“, immer noch Autobus großen Blöcke, die man häufig hangabwärts finden kann, aber auch die heute noch bestehenden Überhänge und Dächer im Weser-Leine-Bergland.

Sehenswertes
• Kammerstein, ein Berg mit einer Höhle, in dem sich der Sage nach sieben Kammern befinden sollen
• die „Kammerkeule", ein großer Felsblock in Keulenform
• der „Siebenjährige Kriegerstein", ein Fels mit einer Art Steindach, unter dem im Siebenjährigen Kriege eine Kompanie Soldaten Unterschlupf gefunden haben soll
• der „Dreitannenstein" eine weitere Felsformation mit einem geschätzten Gewicht von 170 000 Zentnern
• die Höhle an der Drei-Tannnen-Klippe. Hier fand man prähistorische Werkzeuge, wie Trensenknebel aus Hirschgeweih, Kleintierrippe mit eingesetzter Spitze aus Bronze, Fragment von einem Draht aus Eisen, Tierknochen mit Hieb- und Schnittspuren u.Keramikstücke

Höhlen im Selter bei Freden (Leine)
Am Nordosthang des Selter südwestlich des Ortes Freden befinden sich fünf Höhlen in der cirka 20 Meter hohen und 18o Meter langen Südwestwand des Römermannschen Steinbruchs. Dieser wurde nach Nutzungsaufgabe mit Bauschutt zu Teilen verfüllt. Um die Höhlen dennoch zu erhalten, wurden sie als Naturdenkmal ausgewiesen, ebenso ihre Umgebung von 25 bis 6o Metern Tiefe bergwärts und jeweils 25 Metern außerhalb der nördlichen und südlichen Höhle, um einen Luftaustausch zu gewährleisten. Die Höhlen entstanden allmählich durch Auswaschung und Erweiterung von Sickerwasser gerinnen. Auch Deckenstürze führten zur Bildung der Fuchsbauhöhle (127 Meter Länge), Moossinterhöhle (16 Meter Länge), Döhrhöhle (110 Meter Länge) und Kaninchenlochhöhle (vier Meter Länge) genannten Höhlen. Sie bilden zusammen ein Naturdenkmal, das durch seine vielfältigen Strukturen von besonderer geologischer Bedeutungist und als Winterquartier für Fledermäuse eine große Rolle spielt.
Die Höhlen stehen unter Naturschutz!!! Das Betreten ist verboten!!!

Sie werden hier nur der Vollständigkeit Halber erwähnt.

Ihr befindet Euch in einem Naturschutzgebiet. Das Verlassen der Wege ist untersagt. Begehen der Höhlen und Klettern an den Felswänden ist verboten. Haltet Euch daran.

Quellen: DAV-Felsinfo, Samtgemeinde Freden
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Nun zu den Aufgaben und Wegbeschreibung:

Um die Aufgaben zu lösen, habe ich mich auf den südlichen Bereich der Selterklippen beschränkt. Ihr dürft aber auch gerne weiter auf Erkundungstour wandern gehen. Der Kriegerstein befindet sich z. B. ein paar hundert Meter nördlich der Rohrleitungen vom Pumpspeicherwerk Erzhausen.

Ausgangspunkt und Parkmöglichkeit sollte die Ortschaft Erzhausen sein (siehe Wegpunkt Parken). Geht den Feldweg bis zum Waldrand (s. WP 2). Dort nehmt ihr den leicht zugewachsenen Waldweg rechts hoch, bis ihr zu den Klippen kommt.

Aufgabe 1:
Am Wegrand befindet sich ein etwas kleinerer Block, der aber (zum Glück) noch eine schöne moosfreie Fläche aufweist. (s. Spoilerbild 1)
Schaut euch den Stein genau an.
Was könnt ihr mir über seine Farbe, Oberflächenbeschaffenheit, Härte und Struktur erzählen? Wie groß sind die Ooide?

Aufgabe 1

Aufgabe 2:
Direkt leicht rechts versetzt dahinter befindet sich eine etwas größere Klippen. Auf dem Spoilerbild 2 ist ein Bereich ROT markiert!
Was seht iht hier? Und wie könnte es entstanden sein?

Aufgabe 3:
An derselben Klippe ist unten ein Bereich ausgehöhlt (Spoilerbild Nr. 3 / blauer Bereich). Hier kam es, wie im Listing bereits beschrieben zur Unterlagerung und späteren Verwitterung.
In welchem Winkel kam es hier zur Überlagerung?
Könnt ihr noch andere Verwitterungsspuren entdecken? Beschreibt mir welche!

Aufgaben 2 und 3

Über Fotos im Log freue ich mich immer. Sie gehören jedoch nicht zur Logbedingung.
Bitte stellt keine Fotos von den Felsen aus den Aufgaben rein. = SPOILER!!!

Viel Spass wünscht euch BReisT

Additional Hints (No hints available.)