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Lehofberg bei Quedlinburg 🌍 EarthCache

Hidden : 2/21/2015
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Lehofberg bei Quedlinburg


Deutsche Version

Folgt man dem Lehofsweg von Quedlinburg nach Ditfurt kann man schon von weitem den 176 m ü. NN hohen Felsen des Lehofs bestaunen. Er ist seit 1934 geschütztes Naturdenkmal und ist im Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen als Geopunkt 5 der Landmarke 14 zu finden. Als besonders schützenswert werden hier Trockenrasenpflanzen und einige seltene Tierarten, wie die Uferschwalbe (Riparia riparia), angesehen. 350 Meter südwestlich vom Aufschluss befindet sich ein weiterer Sandsteinfelsen, der ebenfalls zum Schutzgebiet zählt.


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Lithologie:

Das Gebiet ist geologisch gesehen Teil der Subherzynen Kreidemulde, einer Senkungsstruktur, die sich auf der Sächsisch- Thüringischen Scholle befindet, und durch Störungen und Strukturzonen begrenzt ist. Sie wird im Norden und Nordosten durch die Flechtingen- Roßlauer Scholle, im Osten durch die Wittenberger Scholle, im Südosten durch die Halle- Hettstedter Gebirgsbrücke und im Süden durch die Harz-Scholle begrenzt.


Blockbild
WAGENBRETH, O. & STEINER, W. (1982): Geologische Streifzüge, Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelgebirge.- (VEB Deutscher Verlag f. Grundstoffindustrie); Leipzig.


Der Lehof-Felsen entstand während der Zeit des Mesozoikums, also der Erdmittelzeit (252 bis 66 Millionen Jahre). Die Basis bilden Sedimente der Trias (252 bis 201 Millionen Jahre), darüber befinden sich Gesteine des Jura (201 bis 145 Millionen Jahre). Abgeschlossen wird diese Abfolge durch die Involotus-Schichten, welche aus der Oberkreide (105 bis 66 Millionen Jahre) stammen. Sie gehören als lokale Einheit zur Emscher Formation, einer lithostratigraphischen Einheit, die die Einheiten von Coniacium (88,6 bis 85,8 Millionen Jahre), Santonium (85,8 - 83,5 Millionen Jahre) und Untercampanium (83,5 bis ca 80 Millionen Jahre) umfasst.
Diese massigen, dickbankigen Sandsteine zeigen als Besonderheit fünf aufeinanderfolgende Dachbankzyklen auf. Im englischen wird dieses als coarsening- up(ward)- Zyklus bezeichnet. Es wird durch eine nach oben hin grobkörniger werdende Sedimentfolge charakterisiert. Die einzelnen Zyklen können Mächtigkeiten von 3 bis 20 Metern erreichen, der gesamte Komplex "Involutussandstein" erreicht eine Mächtigkeit von mindestens 150 Metern.

Sandsteine werden in einem Korngrößenspektrum von 63 µm bis 2 mm definiert. Die Unterteilung erfolgt in: Feinsandsteine (63 µm – 0,2 mm), Mittelsandsteine (0,2 mm – 0,63 mm) und Grobsandsteine (0,63 mm – 2 mm). Im Involutussandstein befinden wir uns hauptsächlich im Bereich von Fein- bis Mittelsand. Vereinzelt können auch den Sandstein aufbauende Feldspäte und Quarzkörner im mm- bis cm- Bereich gefunden werden. Die Körner können Färbungen von braun über rot zu gelb annehmen. Die Ursache der verschiedenen Färbungen im Sandstein liegt in den Mineralbestandteilen und wird hauptsächlich durch eisenhaltige Mineralien beeinflusst. So wird eine Rotfärbung durch das Eisenmineral Hämatit hervorgerufen. Durch physikalische / mechanische und vor allem biologische (durch Organismen) oder chemische Verwitterung (Lösungsvorgänge) können auch Farben, wie grün, schwarz oder weiß auftreten. Grünliche Färbungen haben ihren Ursprung in silikatischen, eisenhaltigen (zweiwertiges Eisen) Mineralien, wie Chlorit oder Glaukonit. Organische Einschlüsse von Pflanzenresten erzeugen schwarzbraune bis schwarze Färbungen. Weiße, fleckenartige Bleichungszonen, die mm- bis cm- Größe erreichen können, haben ihre Ursache ebenfalls in organischen Bestandteilen. Durch Zersetzung bilden sich um die organischen Bestandteile sog. Reduktionshöfe. In diesem Bereich wird das Gestein durch Umwandlung von dreiwertigem in zweiwertiges Eisen gebleicht.


Lithostratigraphie
PATZELT, G. (2003): Nördliches Harzvorland, (Subherzyn), östlicher Teil. -Sammlung geologischer Führer, 96; Berlin, Stuttgart.


Entstehung:

Der Involutussandstein wurde als deltaartige Schüttung gebildet. Flüsse transportieren Material, welches sie auf ihrem Weg abgetragen (erodiert) haben. Aufgrund nachlassender Geschwindigkeit im Bereich des Unterlaufes nahe der Mündung nimmt die Transportkraft des Wassers ab und das mitgeführte Material wird abgelagert (akkumuliert). Solche abgelagerten Sedimente können als Hindernis nun den Verlauf des Flusses beeinflussen und ihn von seiner ursprünglichen Stromrichtung ablenken bzw. den Fluss in mehrere kleinere Arme aufspalten und Fächer bilden. Der Involutussandstein wurde vermutlich in einem submarinen Delta, also unter der Meeresoberfläche, geschüttet und abgelagert. Dies kommt bei Flussdeltas vor, aus deren Flusseinzugsgebiet sehr viel Material abtragen und transportiert wird. Der Fund von Fossilien, wie einer Ammoniten- und Seeigelart, die nur unter wenig Süßwassereinfluss standen, unterstreicht die Theorie des submarinen Deltas.


Sandsteinabbau:

In der südwestlich vom Lehof-Felsen angelegten Sandgrube werden Quarzsande, also die unverfestigte Variante des Gesteins, abgebaut. Insgesamt werden am Lehof im Jahr 650 000 Tonnen Quarzsand auf 43 Hektar abgebaut. Hauptabnehmer sind u.a. die Glas- und Bauindustrie und Gießereien in einem Umkreis von 200 Kilometern. Der Tagebaubetrieb ist für etwa 25 Jahre geplant.


Besonderheiten:

1930 wurde am Fuße des Felsens ein archäologischer Fund aus der Bronzezeit, bestehend aus einem Schwert und einigen Ringen, gemacht. Datiert werden diese Funde auf rund 900 v. Chr.. Seit 1957 können die einzelnen Teile in der Sammlung der Städtischen Museen Quedlinburg, Schlossmuseum, eingesehen werden.


Quellen:
BACHMANN, G.H., EHLING, B.-C., EICHNER, R., SCHWAB, M. (2008): Geologie von Sachsen-Anhalt. Stuttgart.

MURAWSKI, H. & MEYER, W. (2010): Geologisches Wörterbuch.- 12. Aufl.: Heidelberg.

PATZELT, G. (2003): Nördliches Harzvorland, (Subherzyn), östlicher Teil. -Sammlung geologischer Führer, 96; Berlin, Stuttgart.

REGIONALVERBAND HARZ E.V. (2010): Die 20 Landmarken der Harzregion. Landmarke 14 - Kloster Huysburg. Quedlinburg.

WAGENBRETH, O. & STEINER, W. (1982): Geologische Streifzüge, Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelgebirge.- (VEB Deutscher Verlag f. Grundstoffindustrie); Leipzig.


Aufgaben:


Mit euren vierrädrigen Cachemobilen wählt ihr die Zufahrt zum Earthcache aus Richtung Quedlinburg über den Lehofsweg, der euch direkt bis zu den Parkkoordinaten führt.
Um diesen Earthcache loggen zu können, möchten ich euch bitten, folgende Fragen zu beantworten:

1. Begebt euch zu N 51°48.608 E 011°09.975 (F1). Schaut euch den Lehof-Felsen an. Wenn ihr diese mit den Informationen aus dem Listing vergleicht, welche strukturellen Merkmale (Schichten, Bankung, Klüftung, etc.) lassen sich in den aufgeschlossenen Gesteinsschichten erkennen? Fertigt davon eine Skizze vom Lehof-Felsen an und fügt sie Eurem Log hinzu.

2. Wagt den Aufstieg, bitte verlasst dabei nicht die befestigten Wege und achtet darauf, wo ihr hintretet, denn es herrscht Absturzgefahr und begebt euch zu N 51°48.668 E 011°09.939 (F2). Sucht euch ein Handstück. (Es gilt auch hier die Devise: Nicht direkt aus dem Aufschluss schlagen, es liegen genug Handstücke auf dem Boden.)

a) Beschreibt das Gestein hinsichtlich Farbe, Korngöße, Festigkeit,etc.

b) Wie würdet ihr die Verwitterung charakterisieren?

3. Abschließend könnt ihr auch noch die letzten Meter erklimmen und bei N 51°48.663 E 011°09.970 (F3) verweilen. Schaut nach Süden und beschreibt in kurzen Worten die Morphologie (Gestalt, Form) der Region. Benennt euch bekannte Strukturen mit Himmelsrichtung.

Freiwillig könnt ihr noch folgende Aufgabe erfüllen:

Es ist keine Logbedingung, jedoch freue ich mich über jedes Foto, das ihr von euch mit dem Aufschluss oder einer interessanten Stelle, die ihr gefunden habt, macht und Eurem Log anhängt.



Schickt eure Antworten an mein Geocachingprofil. Danach könnt ihr sofort loggen. Falls ich noch Fragen an euch haben sollte, melde ich mich noch mal umgehend bei euch.



Lehofberg near Quedlinburg


Englische Version

Following the Lehofsweg from Quedlinburg to Ditfurt you can afar gaze at the cliff of the Lehof (height: 176 meters). It is a protected natural monument since 1934 and part of the 'Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen' (Landmark 14, Geopunkt 5). High conservation values here are dry grassland plants and some rare species such as the sand martin (Riparia riparia) considered. 350 meters southwesterly from the outcrop there is another sandstone rock, which belongs to the protection area, too.


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Lithology:

The area is geologically part of the Subhercynian Cretaceous Basin, a settlement structure, which is arranged on the Saxo- Thuringian massif. It is bordered by faults and structure zones. It is bounded by the 'Flechtingen- Roßlau massif' in the north and northeast, by the 'Wittenberger massif' in the east, by the 'Halle- Hettstedter Gebirgsbrücke' in the southeast and by the Harz massif in the south.


Blockbild
WAGENBRETH, O. & STEINER, W. (1982): Geologische Streifzüge, Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelgebirge.- (VEB Deutscher Verlag f. Grundstoffindustrie); Leipzig.


The 'Lehof-Felsen' has been formed during the Mesozoic (252 to 66 million years ago). The basement consists of Triassic sediments (252 to 201 million years ago), above there are rocks of the Jurassic (201 to 145 million years ago). This sequence is terminated by the Involotus beds, which originate from the Upper Cretaceous (105 to 66 million years ago). They belong to the local unit 'Emscher Formation', a lithostratigraphic unit, which includes the units of Coniacian (88.6 to 85.8 million years ago), Santonian (85.8 to 83.5 million years ago) and Lower Campanium (83.5 to about 80 million years ago).
These sandstones, with their massive beds, show as a as a special feature five coarsening-up(ward)- cycles. It is characterized by an upwardly increase of the grain size in the sedimentary sequence. One cycle can reach a thickness of 3 to 20 meters, the whole complex 'Involutus' is at least 150 meters thick.

Sandstones are defined in a particle size range of 63 micron to 2 mm. The sub-divisions are: fine sandstones (63 micron – 0.2 mm), middle sandstones (0.2 mm – 0.63 mm) and on top there are coarse sandstones (0.63 mm – 2 mm). Here the Involutus sandstone mainly consists of fine to medium sand. Sometimes also sandstone -building feldspar and quartz grains in mm to cm range can be found. The grains can have colouring of brown to red to yellow. The different dyes in the sandstone depend on the mineral composition and are mainly influenced by iron-containing minerals. A red colour is caused by the iron mineral heamatite. Due to physical / mechanical and especially biological (by organisms) or chemical weathering (dissolution processes) colours such as green, black or white can occur. Greenish colouration originates in silicate, iron-containing (ferrous iron) minerals such as chlorite or glauconite. Organic inclusions of plant residues produce black -brown or black colouring. White, spotty bleaching zones, which can reach up to mm to cm size, have their origin in organic compounds. So-called reduction courtyards form around the organic components by decomposition. In this area the rock is bleached by conversion of triad to ferrous iron.


Lithostratigraphie
PATZELT, G. (2003): Nördliches Harzvorland, (Subherzyn), östlicher Teil. -Sammlung geologischer Führer, 96; Berlin, Stuttgart.


Formation:

The Involutus sandstone was formed as a delta- like bed. Rivers transport material, which they eroded during their way from the source to the mouth. Due to decreasing rate of velocity in the area of the lower reach near the mouth the transport force of the water will reduce and the carried material is deposited. Such deposited sediments can function as a barrier and influence the course of the river and distract him from his original current direction or split the flow into several smaller arms and form fans. The Involutus sandstone was probably deposited in a submarine delta below the sea surface. This occurs in river deltas, where the rivers erode and transport a lot of material. The discovery of fossils, such as an ammonite and sea urchin, which illustrated only little freshwater influence, emphasizes the theory of the submarine deltas.


Mining of Sandstone:

In the sand pit southwest of the Lehofberg quartz sand, the unconsolidated variant of the rock, is mined. Totally 650000 tonnes of quartz sand on 43 hectares were mines. The main customers are the glass and construction industry and foundries within a radius of 200 kilometers. The open pit operation is planned for approximately 25 years.


Special:

In 1930, at the base of the Lehofberg an archaeological find from the Bronze Age, consisting of a sword and some rings, was made. These finds have an age of ca. 3000 years. Since 1957, the individual parts can be found in the collection of the 'Städtisches Museum Quedlinburg, Schlossmuseum'.


Sources:
BACHMANN, G.H., EHLING, B.-C., EICHNER, R., SCHWAB, M. (2008): Geologie von Sachsen-Anhalt. Stuttgart.

MURAWSKI, H. & MEYER, W. (2010): Geologisches Wörterbuch.- 12. Aufl.: Heidelberg.

PATZELT, G. (2003): Nördliches Harzvorland, (Subherzyn), östlicher Teil. -Sammlung geologischer Führer, 96; Berlin, Stuttgart.

REGIONALVERBAND HARZ E.V. (2010): Die 20 Landmarken der Harzregion. Landmarke 14 - Kloster Huysburg. Quedlinburg.

WAGENBRETH, O. & STEINER, W. (1982): Geologische Streifzüge, Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelgebirge.- (VEB Deutscher Verlag f. Grundstoffindustrie); Leipzig.


Tasks:


With your four-wheeled cache vehicles you choose the approach to the Earthcache from the direction of Quedlinburg about the Lehofsweg that leads you directly to the parking coordinates.
To log this Earthcache, you have to answer the following questions:

1. Go to N 51°48.608 E 011°09.975 (F1). Look at the Lehofberg. If you compare this with the information from the listing which structural features (layers, bedding , fracturing , etc.) can be seen in the rock layers? Make a draft of this of the Lehofberg and add it to your log .

2. Take a chance a climb on the top, please do not leave the fixed routes and make sure, where you go, there is a risk of falling, and go to N 51°48.668 E 011°09.939 (F2). Search a piece of rock. (The rule is: Do not hit directly from the outcrop, there are enough hand pieces on the floor.)

a) Describe the rock at the outcrop regarding its properties (colour, grain size, strength,...).

b) Charcterize the weathering.

3. Crest the last meters and go to N 51°48.663 E 011°09.970 (F3) and enjoy the landscape. Look to the south and describe in short words the morphology of the region. Renames you known structures with cardinal direction.

Voluntary you can achieve the following task:

It's not a condition, but I'm happy about every photo of you with the outcrop or a place, which you find interesting, and attach it to the log.



Please send your answers to my Geocaching- Account. After that you can log this cache. If there are any questions, I'll contact you again.


Additional Hints (No hints available.)