Es ist ja bekannt, dass in der Wismutregion verschiedene Dörfer ganz oder teilweise von der Landkarte verschwunden sind. Die SDAG Wismut benötigte die Flächen für die Uranerzgewinnung. Um die Gefährdung der Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, wurden die Bewohner der betroffenen Flächen einfach umgesiedelt und die Dörfer ganz oder teilweise abgerissen. Was passierte aber nun mit dem sowohl über- als auch untertage abgebauten Uranerz?
Die Weiterverarbeitung der Uranerze sollte in räumlicher Nähe erfolgen. Bei der Standortwahl spielten die ehemaligen Tagebaue Culmitzsch und Trünzig eine wichtige Rolle, denn diese konnten als Absetzbecken für die Erzaufbereitung nachgenutzt werden.
Der damals hochmoderne Aufbereitungsbetrieb Seelingstädt (AB 102) wurde 1961 auf einer Fläche von 83 ha in Betrieb genommen. 1989 arbeiteten dort noch 1.688 Beschäftigte.
Das Werk bekam einen Gleisanschluss und war so mit dem wismuteigenem Streckennetz als auch mit der Reichsbahn verbunden. Wurden zunächst Erze der Lagerstätte Ronneburg zugeliefert, kamen später Rohstoffe aus den Revieren Königsstein und Freital und seit Ende der 80er Jahre auch Erze aus dem Revier Aue hinzu.
In den Jahren von 1960 bis 1990 kamen 110 Mio. t Uranerz mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,08% Uran in den AB 102. Daraus wurden ca. 92.380 t Yellow Cake produziert. Das war Ammonium-Diuranat, ein 65 bis 70 prozentiges Urankonzentrat, welches in Stahlfässern in die Sowjetunion nach Sillamäe in Estland geliefert wurde.
Die Einstellung der Uranproduktion im AB 102 erfolgte 1990, die der Resterzverarbeitung aus der bergmännischen Sicherung 1991 und die Verarbeitung des Königsteiner Zwischenproduktes endete 1996. Am 28.10.1998 verlässt der letzte Containerzug mit Yellow Cake den Betrieb.
Vom AB 102 ist heute nicht mehr viel zu sehen. Die Betriebsanlagen sind abgerissen und das Gelände wurde wieder einer zivilen Nutzung zugeführt.

Zahlreiche Gedenktafeln, ja sogar eine ganze Cacheserie erinnern heute noch an die Verschwundenen Dörfer. Auch dieser Cache soll dazu beitragen, dass der Umweltfrevel nie vergessen wird.
Das Rätsel um die Verschwundenen Dörfer

Der Cache liegt bei:

Um an das Logbuch zu kommen, benötigt ihr noch folgenden Code:

Ich danke hrgauern, der freundlicherweise das Rätsel zur Verfügung gestellt hat.