Das Müllerhandwerk gilt in der Lößnitz als eines der ältesten bekannten Handwerke. Dementsprechend befanden sich im Raum Radebeul zahlreiche Wind-, Schiffs- und Wassermühlen, von denen heutzutage leider nur noch wenige erhalten sind. Mit diesem Multi möchte ich euch daher nun auf die Spuren der ehemalig sieben Wassermühlen entlang des Lößnitzbaches führen und dadurch ihre Geschichte wieder ein wenig aufleben lassen.
Nehmt euch für die Wanderung genügend Zeit und vielleicht auch ein wenig Proviant mit. Die Länge der einfachen Wanderstrecke beträgt in etwa 5,5 km (Hin- und Rückweg also zusammen rund 11 km). Ich empfehle die Strecke bei schönem Wetter mit dem Rad oder zu Fuß zu absolvieren, so könnt ihr die Schönheit des Lößnitzgrundes und den vorbeischnaufenden Lößnitzdackel am besten genießen :-). Für den Hinweg benötigt ihr zu Fuß etwa 1,5 bis 2 Stunden und mit dem Rad etwa 1 bis 1,5 Stunden. An der Stelle der Listingkoordinaten bzw. an Station 1 stehen in den erlaubten Bereichen einige Stellplätze für eure motorisierten Cachemobile bereit.
Unter folgenden Links könnt ihr noch eine kleine Wanderkarte für diesen Multi downloaden (PNG-Dateien, jeweils etwa 1,5 MB groß):
Wanderkarte - Teil 1
Wanderkarte - Teil 2
Achtung!
Die Wanderwege durch den Lößnitzgrund führen an einigen Stellen nahe an den Gleisen des Lößnitzdackels entlang bzw. über diese hinweg. Haltet genügend Abstand zum Gleis, wenn der Lößnitzdackel an euch vorbeischnaufen sollte.
Die Mühlen am Lößnitzbach
Zwischen Elbmündung und dem Dippelsdorfer Teich befanden sich entlang des Lößnitzbaches sieben durch Wasserkraft betriebene Mühlen, die zum Teil als Schneidemühlen aber auch als Getreidemühlen genutzt wurden. Durch ihre Lage am Lößnitzbach war der Ertrag der Mühlen im Wesentlichen von der Wassermenge des Baches abhängig. Dies wussten auch die Betreiber der Dippelsdorfer Teiche (Quelle des Lößnitzbaches), welche die Abflussmenge in den Bach kontrollieren konnten und je nach Gemütslage für die Fischzucht, aber auch wegen anderer Gründe immer wieder das Wasser zurückhielten. Daher gab es häufig Streitigkeiten und gerichtliches Auseinandersetzungen zwischen den Müllern und den Teichbetreibern. Letztendlich besiegelte ein solcher Wasserentziehungsstreit, der zu Ungunsten der Lößnitzbachmüller entscheiden wurde, das langsame Ende der Mühlen.
Beginnen wir nun unsere Wanderung an der ersten Station, an der Talmühle in Serkowitz:
Station 1: Talmühle Serkowitz (N 51° 05.697, E 13° 39.498)
Hier, nahe der Mündung des Lößnitzbaches in die Elbe, befindet ihr euch direkt vor der Talmühle. In der bereits 1337 erstmals urkundlich erwähnten Mühle wurde 1925 der Mühlbetrieb eingestellt und auf Gastwirtschaft umgestellt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Gastwirtschaft jedoch geschlossen, da das Gebäude von den sowjetischen Besatzungstruppen übernommen wurde und seitdem als Wohnhaus fungiert. Heute erinnert nur noch die Beschriftung am Gebäude an die vergangenen Zeiten der Mühle.
Am Zaun des Grundstücks der Talmühle befindet sich ein rot-weißes Schild. Auf diesem befindet sich eine Ziffer HAxx. Notiert euch A als erste gesuchte Zahl ("H" gehört nicht zur Zahl und ist ein gedruckter Buchstabe auf dem Schild).
21.09.2024: Leider gibt es den Zaun nicht mehr. Notiert euch daher für A die Nummer der Geocache-Station, an der ihr euch hier befindet. Ihr seid an Station "A".
Nun könnt ihr euren Spaziergang entlang des Lößnitzbaches zur zweiten Station gen Norden fortsetzen.
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Die ehemalige Talmühle in Serkowitz [1] |
Station 2: Mühlsteinbrunnen (N 51° 06.375, E 13° 39.666)
Auf dem Weg zur nächsten Lößnitzbachmühle machen wir in einer kleinen Grünanlage an der in der Nähe des Haltepunktes "Weißes Ross" halt. In Erinnerung an die 7 ehemaligen Mühlen entlang des Lößnitzbaches wurde hier 2008 ein Brunnen, bestehend aus 4 übereinander gelagerten Mühlsteinen, eingeweiht.
Ein zum Mühlsteinbrunnen gehörender Gedenkstein befindet sich wenige Meter östlich des Brunnens. In der Inschrift sind mehrere Zahlen enthalten. Bildet nun die iterierte Quersummer aller Zahlen (Wort- und Zahlform) und notiert euch diese als B.
Hinweis: Wörter, die nicht direkt eine Zahl formulieren, sondern bei denen nur ein Wortteil eine Zahl beschreibt (z.B. die Zahl "Zwei" im Wort "Zweig"), müssen für die Berechnung nicht betrachtet werden.
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Mühlsteinbrunnen |
Station 3: Jägermühle (N 51° 06.660, E 013° 39.585)
Die Jägermühle wurde 1586 erstmals erwähnt und bis 1870 als Mahl- und Schneidemühle genutzt. Da an der Stelle der Jägermühle ein neues Kraftwerk errichtet werden sollte, wurden 1925 Teile der Mühle abgerissen. Allerdings blieb es dann auch nur bei der Planung, der Bau des Kraftwerkes wurde nie umgesetzt. Die Gebäudeteile, die damals nicht dem geplanten Kraftwerk weichen mussten, werden seitdem als Wohngebäude genutzt. Die eigentliche Mühle existiert nicht mehr, heute erinnert nur noch der Straßenname an die damalige Jägermühle.
Gebt Acht! Auf dem Grundstück der ehemaligen Jägermühle wohnt ein sehr aufmerksamer Wachhund. Auf einer Tafel am Wohnhaus wird sogar Statistik geführt, wie viele Übeltäter er schon auf dem Gewissen hat. Geocacher sind hier glücklicherweise noch nicht dabei :-P.
Wieviele Einbrecher hat der Wachhund schon erwischt? (Anzahl = C)
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Vor der Jägermühle [1] |
Station 4: Grundmühle (N 51° 06.781, E 013° 39.483)
Wenn ihr nun die Lößnitzgrundstraße entlanglauft, werdet ihr kurz vor Beginn der Steigung die Grundmühle zu eurer Linken entdecken. An warmen Tagen kann man hier für eine kleine Stärkung einkehren. Die Mühle hier am Rande des Lößnitzgrundes wurde bereits 1461 als „Mühle unter Wahnsdorf“ erwähnt und 1875 vom Baumeister und Architekten Eisold neu aufgebaut und 1905 schließlich vergrößert. Als man zwischenzeitlich auf elektrischen Mahlbetrieb umgestellt hatte, folgte 1940 die Einstellung des Mühlbetriebes. Seitdem wurde die Grundmühle nur noch als Gaststätte und Bäckerei genutzt, wobei sie jedoch für die zahlreichen Schlachtfeste und das Mühlenbrot große Bekanntheit erlangte. Die Grundmühle ist als Gaststätte bis in die jüngste Zeit ein beliebtes Ausflugsziel.
Wenn ihr nun die Lößnitzgrundstraße hinauflauft, werdet ihr an der Straßenkreuzung einen Wegweiser finden. Auf diesem kann man zwei grüne Kreise mit jeweils der gleichen Zahl sehen.
Welche Zahl befindet sich denn in den grünen Kreisen? Nehmt diese Zahl als D. (s. Spoilerbild)
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Romatische Darstellung der Grundmühle Ende des 19. Jahhunderts [3] |
Station 5: Bönitzschmühle (N 51° 07.000, E 013° 39.287)
An dieser Stelle befindet sich leider ebenfalls keine Mühle mehr. An der Stelle der bereits vor 1700 erbauten Bönitzschmühle (manchmal auch Carlowitzmühle genannt) befindet sich heutzutage das alte, inzwischen stillgelegte, Elektrizitätswerk. Damals war die Bönitzschmühle die zweite Mühle im Lößnitzgrund auf Wahnsdorfer Flur. Die Mühle musste schließlich dem 1896 erbauten „Niederlößnitzer Elektrizitätswerk“ weichen, das für lange Zeit die Lößnitzgemeinden und die Straßenbahnlinie mit Elektrizität versorgte.
Wie viele steinerne runde Schornsteine könnt ihr von hier aus auf dem Gelände des Elektrizitätswerkes entdecken (Anzahl = E)?
27.06.2021: Hier steht nichts mehr Stein auf Stein, daher gilt vorübergehend E = D - 1
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Niederlößnitzer Elektrizitätswerk um 1902 [1] |
Station 6: Iltzsches Mühle (Meierei) (N 51° 07.325, E 013° 39.216)
Die 1547 erstmals urkundlich erwähnte Iltzsches Mühle stand damals bereits auf Reichenberger Flur (die Eingemeindung zu Radebeul erfolgte erst nach der Wende). Vielen wird dieses Gebäude eher unter dem Namen „Meierei“ bekannt sein. Der Umbau zur ländlichen Gaststätte „Maierei“ erfolgte erst 1881 durch die Gebrüder Zille. 1897 wurde das Grundstück an den Sodawasserfabrikanten Franz Ernst verkauft, der das Gelände um einen Tanzsaal, eine Gartenterrasse und einen Gondelteich erweiterte. Bis etwa 1900 wurde jedoch der Betrieb der Mahl- und Schneidemühle fortgesetzt, der im Umbaujahr 1881 bereits auf Dampfantrieb umgestellt worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Meierei verstaatlicht und nach einer nochmaligen Sanierung im Jahr 1960 schließlich 1976 aus hygienischen Gründen geschlossen.
Bis heute wurden wieder einige Gebäudeteile saniert. Sogar ein kleiner Kiosk verköstigt in der warmen Jahreszeit vorbeikommende Spaziergänger, Radfahrer und Geocacher :o).
Notiert euch für die Finalformel an den gegebenen Koordinaten die Hausnummer des östlichen Gebäudeteiles als F.
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Ansichtskarte der Maierei von 1899 [1] |
Station 7: Schefflermühle (N 51° 07.631, E 013° 39.158)
Ihr befindet euch nun vor einer Wandertafel, die euch über die Mühlen im Lößnitzgrund informiert. Wenn ihr vom Standort aus direkt über die Gleise des Lößnitzdackels hinwegblickt, könnt ihr die seit 1547 existierende Schefflermühle entdecken. Als Schneidemühle blieb sie seit 1739 über 200 Jahre im Besitz der Familie Scheffler, durch welche sie auch ihren heutigen Namen behielt. In der Chronik der Mühle wird berichtet, dass hier 1880 eine Dienstmagd aus dem Erzgebirge aufgrund von Heimweh Brandstiftung beging.
Auch heutzutage ist die Schefflermühle noch als Mahl- und Schälmühle für Futtermittel in Betrieb. Allerdings erfolgt der Antrieb der Mühle nicht mehr durch ein Mühlrad.
Bevor es nun zur letzten Mühle auf unserer Mühlen-Wanderung weitergeht, notiert euch noch die Nummer der Schefflermühle auf der Informationstafel (Nummer = G).
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Die Schefflermühle |
Station 8: Kaisermühle (N 51° 07.969, E 013° 39.467)
Zu guter Letzt befindet ihr euch nun direkt vor dem Bahnübergang des Lößnitzdackels und der erstmals 1547 urkundlich erwähnten Kaisermühle. Sie war damals als oberste Mühle entlang des Lößnitzbaches die erste Mühle, die das Wasser des Baches als Mühlantrieb nutzen konnte. Aufgrund von Wassermangel wurde der Mahlbetrieb jedoch 1903 eingestellt. Nachdem 1908 ein Großbrand für große Schäden sorgte, wurde die Kaisermühle 1910 als Gaststätte umgebaut. An der Stelle des Mühlrades befand sich nun fortan ein Wasserfall und eine Gartenrutschbahn, die vor allem für die Kinder eine große Attraktion darstellte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Mühle noch als Ferienheim genutzt und befindet sich heutzutage in Privatbesitz.
Wenn ihr nun die hinter euch befindlichen Stufen hinaufsteigt, könnt ihr an einem Baum eine Wandermarkierung entdecken. Welche Farbe hat der Punkt des Wandersymboles? Für die Finalformel benötigt ihr den Buchstabenwert des zweiten Buchstabens der Farbe (Wert = H).
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Vor der Kaisermühle |
Die Wanderung auf den Spuren der ehemaligen Mühlen entlang des Lößnitzbaches nähert sich nun ihrem Ende. Damit der Rückweg nicht zu langweilig wird, könnt ihr auf diesem noch das Cacheversteck entdecken. Die Koordinaten dafür berechnen sich wie folgt:
N51° 0B . [F * (C + A) + D + (2 * E)]
E13° [(F / 2) - G] .0[C * (G + H) - A]
Prüfe Deine Lösung hier im Geochecker. Dort findet ihr auch weitere Wegpunkte, über die ihr den Final erreichen könnt.

Bitte seid beim Öffnen des Cacheversteckes vorsichtig und verschließt sowie tarnt alles nachher wieder sorgfältig. Das Dach der inneren Behausung der Dose lässt sich ganz einfach an der Oberseite abnehmen. Sollte dennoch etwas kaputt gehen, dann seid bitte so ehrlich und informiert mich darüber.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Wandern, Entdecken und bei der Suche nach dem Cacheversteck. :-)
Verbesserungsvorschläge sind jederzeit gern willkommen.
Quellen:
[1] www.wikipedia.org
[2] Gottfried Thiele, "Lößnitzstadt Radebeul", ISBN: 3-9803473-0-3
[3] Gottfried Thiele, "Kötzschenbrodaer Geschichten - Mühlen rund um die Lößnitz"
[4] Stadtlexikon Radebeul, ISBN: 3-938460-05-9