Da ihr in der Gegend ja sicher schon alle Earthcaches abgegrast habt, will ich euch die einmalige Chance bieten, zum diesjährigen Internationalen EarthCache Day ohne große Fahrerei an das Souvenir zu kommen. 
Ein Wadi ist ein ausgetrockneter Flusslauf, der nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führt. Zu einem überraschenden und schlagartigen Wasseranstieg kann es nach einem auch viele Kilometer entfernten Gewitter in einem Wadi mit einem entsprechend großen Einzugsgebiet kommen. Der Aufenthalt in Wadis mit meist steilen Ufern kann daher lebensgefährlich sein.

Ganz so dramatisch ist es im Dresdner Raum allerdings nicht. Darum heißen sie hier auch nur Verlorene Wasser… So werden mehrere Bäche am rechten Rand des Elbtalkessels bezeichnet, die oft schon nach wenigen 100 Metern ihres Verlaufs wieder versickern. In der Hydrogeologie wird dieser Prozess Influenz genannt. Verlorene Wasser sind auf einem etwa 20 Kilometer langen Abschnitt der nördlichen Umrandung des Elbtalkessels anzutreffen, der sich von der Dresdner Heide über den Heller bis zur Lößnitz und darüber hinaus weiter in den Friedewald zieht. Die Fließrichtung dieser kurzen Gewässer verläuft in der Regel im rechten Winkel zu den Hängen des Elbtals, also meist von Nord nach Süd. Sie streben der Elbe oder der Prießnitz zu, versickern aber meist vorher. Die Wasserführung der Verlorenen Wasser hängt von den Jahreszeiten und kurzfristig besonders von Niederschlägen ab. Hauptsächlich bei starkem Regen oder Tauwetter können sie vorübergehend ihren nahen Vorfluter erreichen.
Geologie
Für die zügige Versickerung gibt es mehrere Gründe. Hauptursache ist die natürliche geologische Beschaffenheit des Gebiets, nämlich der Übergang von einem wasserundurchlässigen zu einem durchlässigen Untergrund. Die Bäche haben ihren Ursprung in den auf der Lausitzer Platte gelegenen, felsigen Hochflächen nördlich Dresdens. Sie entstammen entweder Quellen oder Brunnenüberläufen und Dränungen und beginnen oft in flachen Wiesenmulden. Anschließend arbeiteten sie sich in das hier anliegende Syenit- oder Granodiorit-Gestein ein und bildeten Kerbtäler, in deren Verlauf die Verlorenen Wasser im Regelfall die Lausitzer Verwerfung queren und auf eine Sandterrasse treffen. Diese entstand während der Elsterkaltzeit und stellt einen Schwemmkegel eines großen Gletscherabflusses nach Süden dar, der im Elbtalkessel einen damals dort befindlichen natürlichen Stausee erreichte und darin fluviatile Sedimente absetzte. Das Wasser gräbt sich tief in den Sandboden ein und bildet stellenweise regelrechte Schluchten, bevor es schon bald versickert und somit wieder ins Grundwasser übergeht.
(Quelle: Wikipedia, eigene Fotos)
So viel zur Theorie, nun die Aufgaben:
Unser verlorenes Wasser sammelt sich im Gebiet um den Boxdorfer Grund und hat meines Wissens keinen Namen. Wenn du keine nassen Füße bekommen willst, sieh dich vor, dass du nicht in Regenzeiten den Cache absolvierst. Beantworte die Fragen über mein Profil per E-Mail. Du kannst loggen, falls etwas nicht stimmt, melde ich mich. Schön, ABER NATÜRLICH FREIWILLIG; wäre ein nicht spoilerndes Foto.
Hier steht leider keine Informationstafel, darum sollst du den unteren Abschnitt dieses verlorenes Wassers erkunden und genau beobachten. Begib dich zu WP1.
1. WP 1 N 51° 06.520 E 013° 42.070 (Delta)
Hier stehst du am Ende des verlorenen Wassers. Beschreibe mit eigenen Worten, welchen Eindruck die Umgebung auf dich macht. Erinnere dich an das gerade im Listing Gelesene und begründe diesen Anblick.
2. WP2 N 51° 06.540 E 013° 42.100 (Sand)
Nun geht es im Bachbett talaufwärts auf einer dicken Schwemmsandschicht zu WP2. Sand, ein Rohstoff, dessen enorme Bedeutung von Vielen unterschätzt wird, ist ein natürlich vorkommendes, unverfestigtes Sediment, das sich überwiegend aus Mineralkörnern mit einer Korngröße von 0,063 bis 2 Millimeter zusammensetzt. Sieht dir den Sand an dieser Stelle genauer an und ermittle die überwiegende Korngröße. Siehst du andere Steine wie z. B. Kieselsteine? Was meinst du, warum das so ist?
3. WP N 51° 06.565 E 013° 42.130 (Schlucht)
Während am Start das Bachbett nur wenige Zentimeter tief ist, werden jetzt die senkrechten Wände immer höher bis du in einer richtigen ca. 6 m breiten Sandschlucht bist. Der Bachlauf macht nun eine Biegung nach links und gleich dahinter bei WP3 kannst du die Schichtung an der linken „Wadiwand“ sehr schön sehen. In der Dresdner Heide können die Sandschichten eine Mächtigkeit bis zu 40 Metern erreichen. Wie tief hat sich das Wasser hier in den eiszeitlichen Schwemmsandkegel eingegraben? (Ein Zollstock ist von Vorteil.)
Nun viel Spaß bei der Erkundung! Schone bitte die Umwelt und versuche nicht, die Schlucht an WP3 zu verlassen, sondern gehe im Bachbett zurück zum Delta.