Bereits zu früheren Zeiten wurden an wichtigen Wegstrecken steinerne Stationszeichen in Form von bspw. Obelisken aufgestellt. Aufgrund der Entfernungsmessung in Meilen (eine preußische Meile bspw. = 7,532484 km) wurden diese Stationszeichen u. a. auch als Meilensteine bezeichnet.
Solche Meilensteine wurden auch unter der Verantwortung der preußischen Postverwaltung zwischen etwa 1730 und 1806 an den Preußischen Poststraßen in verschiedener Form und Größe aufgestellt sowie mit unterschiedlicher Beschriftung ausgestaltet. Deren Streckenführung stimmt in vielen Fällen nicht mit den Streckenführungen der späteren Fernchausseen überein. Sie folgten vielmehr historischen Streckenentwicklungen, wohingegen die Chausseen ingenieurtechnische Bauwerke sind, die sich der Ökonomie unterordneten. So befinden sich heute zahlreiche Abschnitte alter preußischer Poststraßen in landwirtschaftlich genutzten und landschaftlich interessanten Gebieten und sind untergeordnete Feld- oder Waldwege. Vielerorts sind diese Poststraßen oder Postwege die ersten „modernen“ Chausseen; auch wo sie außer Gebrauch und verfallen sind, stechen sie noch heute durch ihren schnurgeraden Verlauf vom traditionellen Wegenetz ab. Die an ihnen gesetzten Meilensteine dienten zunächst der Post, die nach festgesetzten Entfernungen die Beförderungszeiten sowie das Paket- und Geldporto regelten, weshalb diese allgemein auch Postmeilensteine genannt wurden.
Im Jahr 1814 wurde die „Anweisung zur Anlegung, Unterhaltung und Instandsetzung der Kunststraßen“ herausgegeben. Diese Anweisung gab einerseits die technischen Parameter für den Bau von Chausseen vor und regelte aber andererseits auch den Aufbau einer Verwaltungsorganisation zur Unterhaltung der neugebauten Chausseen. Preußische Staatschausseen (Kunststraßen) sind die Vorläufer der modernen deutschen Fernstraßen. Später wurden daraus Reichsstraßen, Fernverkehrsstraßen in der DDR und Bundes- sowie Landstraßen in der BRD. Diese Staatschausseen bildeten die Grundlage für das heutige moderne Fernstraßennetz. Obwohl die Entwicklung der Städte und Gemeinden und sich ändernden Anforderungen an das Verkehrsnetz zu diversen Modernisierungen und Streckenverlegungen führte, sind viele Trassen in ihrem originalen Verlauf noch erhalten geblieben. Als der Verkehr auf diese neugebauten Chausseen überging, wurden die vormaligen Postmeilensteine funktionslos. Einige der Meilensteine blieben zwar erhalten, viele aber wurden anderen Verwendungszwecken wie auch der Umsetzung an nahegelegene Chausseen und Weiterverwendung als Chausseemeilenstein zugeführt. Mit Beginn des Chausseebaus wurden die Meilensteine zur Bestimmung der Chausseelängen errichtet, die Angaben zu Orten und Entfernungen enthielten. Der Nullpunkt für die preußische Meilensteinsetzung war in Berlin, zu Anfang vor dem Leipziger Tor (ein Obelisk auf dem Dönhoffplatz, heute in den Spittelkolonnaden stehend) und ab etwa 1837 an einem Kandelaber vor dem Berliner Stadtschloss.

Chausseemeilensteine unterscheidet man nach ihrer speziellen Gestalt und Beschriftung in
Ganz-, Halb- und Viertelmeilensteine.

| Ganzmeilenstein |
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etwa 3,60 m hoch |
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Obelisk mit Sitzbänken |
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Es sollten große, überwiegend aus Sandstein gefertigte Obelisken mit Sitzbank als Ganzmeilensteine gesetzt werden.
Diese tragen den preußischen Adler als Hoheitszeichen und eine auf Berlin bezogene Entfernungsangabe (Staatschaussee) bzw. nicht auf Berlin bezogene Entfernungsangaben (Postroute).
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| 1/2-Meilenstein |
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etwa 1,22 m hoch |
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Große Glocke |
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Es sollten glockenförmige Halbmeilensteine mit elliptischen Querschnitt und überwiegend aus Sandstein gefertigt, gesetzt werden.
Eine Bezeichnung - soweit vorgesehen - wurde im oberen Bereich eingemeißelt, darunter als Relief eine vierblättrige Rosette.
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| 1/4-Meilenstein |
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etwa 0,92 m hoch |
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Kleine Glocke |
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Es sollten glockenförmige Viertelmeilensteine mit elliptischen Querschnitt und überwiegend aus Sandstein gefertigt, gesetzt werden.
Eine Bezeichnung - soweit vorgesehen - wurde im oberen Bereich eingemeißelt, darunter als Relief eine vierblättrige Rosette.
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Die Steine jüngeren Datums sind dagegen meist schmuckloser und vereinheitlicht gestaltet. Schließlich wurden auch nur noch Ganzmeilensteine gesetzt. Mit Einführung des metrischen Systems in Deutschland (ab 1872) verloren die Meilensteine dann auch an Bedeutung; teilweise wurden sie umgesetzt und mit Kilometerangaben versehen. Meilensteine sind die Vorläufer der Kilometersteine und heutigen Stationszeichen an unseren Straßen.
Ihr sucht zunächst in der Mühlhäuser Stadtlage folgenden Meilenstein:

Es handelt sich um einen an einer ehemaligen Preußischen Kunststraße (1820) gelegenen Preußischen 1/2 Meilenstein in der Form einer Großen Glocke. Dieses heutige Kleindenkmal ist gefertigt worden aus Sandstein und hat eine Höhe von ca. 120 cm. Dabei ist die Höhe der Glocke durchschnittlich mit ca. 100 cm und die des Sockels mit 20 cm festzustellen. Dieser Meilenstein befindet sich in einem sanierten Zustand.
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Herzlichen Glückwunsch, so steht Ihr schon mal an den Startkoordinaten.
Peilt von hier aus nach Mühlhausen nur noch 169° und Ihr werde die Dose finden!
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