Thüringer Becken - Naturraum

Ein Teil der Nordwestlichen Randplatte (Ringgau–Hainich–Obereichsfeld–Dün–Hainleite) des Thüringer Beckens ist der Dün, ein bis 522,3 m ü. NHN hoher, rund 270 km² großer, etwa zur Hälfte bewaldeter Höhenzug aus Muschelkalk (Deutsche Mittelgebirgsschwelle).
Thüringer Becken - Geologie

Das Thüringer Becken und seine Umrahmung bilden eine halbwegs konzentrisch angeordnete Schichtstufenlandschaft des Trias. Das flachwellige Keuper-Hügelland wird von mächtigen Muschelkalk-Höhenzügen umschlossen, die in der Regel vom Beckeninneren her eher allmählich ansteigen, jedoch oft an der Außenkante steil in einer Schichtstufe abfallen.
Schichtenstufenlandschaft
Besonders deutlich wird diese Schichtstufenbildung in der westlichen Dün, zu der, von der Unstrut bei Dachrieden (ca. 240 m) aus, die Landschaft über 14 km nach Nordwesten auf gut 515 m zum Hockelrain ansteigt (durchschnittlich um 2 % = 1° Steigung), um an dessen Nordhang sehr abrupt innerhalb von gut 300 horizontalen Metern von 500 m auf 400 m abzusinken (durchschnittlich 30 % = 17° Gefälle, stellenweise über 100 % = 45°), bis dann im Buntsandstein das Gelände wieder eher allmählig auf etwa 310 m zur Leine bei Beuren abfällt.
|
Voraussetzung für die Entstehung von Schichtstufen ist in der Regel ein Schichtpaket mit unterschiedlich abtragungsresistenten Gesteinsschichten. Diese Schichten wurden dann durch Verwitterung und/oder Erosion angeschnitten, was das typische Erscheinungsbild zur Folge hat. Weitere wichtige Faktoren sind Neigung und Mächtigkeit der beteiligten Schichten sowie die Art und Energie von Erosion und Verwitterung.
|
|
Als Schichtstufe wird also eine Gelände- bzw. Reliefform bezeichnet, die sich aus leicht geneigten, fast parallel übereinander liegenden Gesteinsschichten aufbaut. Ihre Ausprägung und Steilheit hängt im Wesentlichen von der Verwitterungsbeständigkeit und Lage der sie aufbauenden Gesteine ab.
|
Die Schichtstufe des Dün wird also aus Muschelkalk gebildet. Der Muschelkalk der Höhenzüge des Dün stellt die mittlere der drei lithostratigraphischen Gruppen der Germanischen Trias, welcher vom Bundsandstein unterlagert und vom Keuper überlagert wird, dar. Diese Gesteine der drei Zeitabschnitte Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper beschränken sich im wesentlichen auf Mitteleuropa. Dieses begrenzte Ablagerungsgebiet, der Bereich der germanischen Trias, dominiert ersichtlich der Übersichtskarte auch die Oberflächengestalt Thüringens.
Der angesprochene Muschelkalkstein gliedert sich insoweit in drei Untergruppen:
Der Obere Muschelkalk ist wiederum eher durch Kalke, Mergel und Dolomite charakterisiert.
Der Mittlere Muschelkalk enthält dagegen überwiegend Evaporite (Gips, Anhydrit und Steinsalz).
Der Untere Muschelkalk besteht hauptsächlich aus Kalken, Kalkmergeln und Tonmergeln
Der Schichtenstufenhang des Dün ist dabei wie folgt aufgebaut:
|
Hochfläche
|
Grenzbereich
Hochfläche/Steilstufe
|
Ober- und Mittelhang
|
Mittel- und Unterhang
|
| flach nach Süden einfallende Schichten (unterer Muschelkalk) |
Spalten und Höhlen (mit Lehm und Kalksteinschutt gefüllt) im Stufenbildner(unterer Muschelkalk) |
Buckelhang durch Bergrutschmassen (Kalkstein) und Fließvorgänge (Tonstein /Kalkstein-Gemisch im Quartiär entstanden) |
Sockelbildner (Tonstein des Röt) mit Erdfälle und Senkungsformen infolge Gipsauslaugung |
Der oberflächennahe geologische Untergrund im Dün wird damit fast ausschließlich von den Kalken und Mergeln sowie tonigen Zwischenlagen des Unteren Muschelkalks gebildet, wobei sich die Schicht des Unteren Muschelkalks weiter untergliedern läßt. Hauptstufenbildner ist vorliegend innerhalb der Untergruppe des Unteren Muschelkalks damit der Obere Wellenkalk und im Speziellen die sogenannte Schaumkalkzone, ein Abschnitt des Unteren Muschelkalks. Die Schaumkalkstufe verläuft fast geradlinig.
 |
Von Wellenkalken dominierte Abschnitte werden durch Horizonte unterbrochen, in denen sich charakteristische Kalkbänke, die "Leitbänke" anhäufen.
Man unterscheidet den
- Horizont der Oolithbänke mit den Oolithbänken alpha und beta, den
- Horizont der Terebratelbänke mit der Unteren und der Oberen Terebratelbank und den
- Horizont der Schaumkalkbänke mit der Unteren, Mittleren und Oberen Schaumkalkbank.
|

Diese dargestellte geologische Situation läßt sich eindrucksvoll vor Ort feststellen, wobei sich der Besucher nicht zu nahe an die Steilstufe begeben sollte, da andernfalls akute Abstuzgefahr besteht. Insbesondere kann vom Plateu des Rondel auf die dem Steilhang vorgelagerte auf 418,9 m NN gelegene Ortschaft Vollenborn herabgeschaut werden. Auch von dort führt ein Aufstieg über den Steilhang zum Rondel.
Impressionen:
Wenn Ihr Euch vor Ort ausreichend umgeschaut habt, beantwortet nun folgende Fragen:
Frage 1
Welches ist der Hauptstufenbildner in der Schichtstufenlandschaft des Dün und
warum ist es dieser?
Frage 2
Fällt die Schichtstufe am Rondel bis zur vorgelagerten Ortschaft Vollenborn gleichmäßig
steil ab?
Wenn dies nicht der Fall sein sollte, wie erklärt sich dieser Umstand?
Nutze zur Beantwortung u.a. die Infotafel 2, von deren Standort aus zudem ein guten Blick
auf den Stufenhang am Rondel möglich ist.
Frage 3
Um wieviel Höhenmeter überragt das Keulaer Rondel die der Schichtstufe vorgelagerte
Ortschaft Vollenborn?
Tragt Euer Log ruhig schon mal ein und mailt die Antworten an:
RIPmhl
Wenn Ihr ein Foto von Euch oder Eurem GPS an den Log anhängen könntet, wäre es sehr schön, stellt aber bekanntermaßen keine Logbedingung dar.
Viel Spaß mit diesem Cache wünscht Euch
RIPmhl
!!! Hier handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, die offiziellen Wege müssen zu keiner Zeitverlassen werden !!!
Quellen:
Bilder - Infotafel /eigene Aufnahmen
Texte - de.wikipedia.org/wiki/Thüringer_Becken_(mit_Randplatten)