Hier lassen sich gleich zwei wasserbauliche Besonderheiten besichtigen!
Der "Düker": Der Drainagegraben zur Entwässerung der Felder liegt hier etwa zwei Meter unter dem Niveau der Günz, deshalb muss er in einem Tunnel unter dem Fluss durchgeleitet werden. Der aus Stahl geschweißte Düker macht dabei zwei Knicke - einmal nach unten beim Einlauf und dann wieder nach oben beim Auslauf. Gemäß dem Prinzip der kommunizierenden Röhren kommt der Entwässerungsgraben am anderen Ende auf der gleichen Höhe wieder heraus. Nun fließt er noch ein Stück über die Wiesen, bevor er etwas weiter stromabwärts in die Günz mündet.
Dabei bildet der Graben eine naturnahe Aufstiegshilfe für Fische. Diese "Fischtreppe" umgeht die unüberwindliche Barriere des Mühlenwehrs (man hört es im Hintergrund), indem der Höhenunterschied von 2,80 m hier auf entspannten 180 Metern Länge überwunden wird. Das schaffen Fische jeder Größe ohne Schwierigkeiten. Doch damit sie ihre Ausweichroute finden können, braucht es einen Wasserdurchsatz von mindestens 250 Litern pro Sekunde. Fische reagieren empfindlich auf Strömungen und folgen der sog. "Lockströmung" instinktiv. Die Fischtreppe wurde 2009 gebaut und fügt sich harmonisch in die hübsche Bach- und Flusslandschaft zwischen Bebenhausen und Kettershausen ein.
Ca. 50 Meter weiter gibt es eine mit Gras bewachsene Überfahrt (Wegpunkt!). Dort kommt ihr auch mit kleinen Kindern gefahrlos über den Bach.
