Ursprünglich war die Burg Hasegg eine vorspringendes Eckbauwerk der Stadtbefestigung von Hall. In der Saline von Hall wurde damals in vier Sudpfannen die im Halltal gewonnene Sole zu Salz verarbeitet. Dazu mussten riesige Mengen an Holz verbrannt werden. Entsprechend groß war die Gefahr, dass ein Feuer ausbrach. Um eine solche Gefahr frühzeitig zu erkennen, wurde im 13. Jahrhundert an der Südwestecke der Saline ein Wachtturm errichtet, der 1296 als turris in salina (zu deutsch Turm bei der Saline) urkundlich erwähnt wird. Der Name der Burg Hasegg (Haus am Eck) leitet sich von diesem Pfannhaus-Eck ab. Die Burg selbst wurde erstmals im Jahr 1306 erwähnt. Zweck der Burg war der Schutz der Sudanlage, des Schiffsverkehrs, des Flussübergangs über den Inn und die Überwachung der alten Römerstraße.
Der Landesherr Friedrich mit der leeren Tasche hatte 1406 seine Stadtresidenz, das sogenannte Königshaus, der Stadt als Rathaus geschenkt; deshalb verfügten die Tiroler Habsburger nicht mehr über ein standesgemäßes Quartier in Hall. So begann sein Nachfolger, Erzherzog Sigismund der Münzreichen 1446 und dann 1480 mit dem Ausbau des südlichen Teiles des Salinengeländes zu einem Fürstensitz. 1480 wurden das Münzertor und der mächtige Münzerturm, der den alten, niedrigeren Wachturm ersetzte, errichtet. 1490 wurde das Hasegger Tor durch eine Bastei verstärkt. Ein Wappenstein von Erzherzog Sigismund erinnert daran. 1477 verlegte Sigismund die landesfürstliche Münzstätte von Meran nach Hall in den Ansitz Sparberegg. 1486 erfolgte hier die Prägung der ersten Silbermünze, des ersten Talers (dessen Name im Wort Dollar noch weiterlebt). 1567 ließ Erzherzog Ferdinand II. die Münzstätte in die Burg Hasegg übersiedeln. Zudem wurde das erste Mal eine maschinelle Münzprägung durch Walzenprägung vorgenommen. Der jeweilige Münzmeister war zugleich Pfleger von Hasegg.

Auf dieser Burg hat angeblich der Nachfolger von Erzherzog Sigismund, der römisch-deutsche König Maximilian I., 1494 seine Hochzeit in zweiter Ehe mit Bianca Maria Sforza gefeiert (vermutlich ist die Hochzeit aber in Innsbruck gefeiert worden,[1] zumindest erfolgte aber das Beilager in Hasegg[2]). Maximilian setzte 1515 auch die Bautätigkeit fort; unter ihm wurde der hölzerne Osttrakt als Steinbau aufgeführt und eine Kapelle zu Ehren des Hl. Georg eingerichtet. Als Baumeister dienten der Steinmetz Niklas Thüring der Ältere, der Erbauer des Goldenen Dachls in Innsbruck, und sein Sohn Gregor. Nach dem Tode Maximilians wurden die großen Säle vorübergehend als Getreidesilos verwendet. Hölzerne Zwischenböden zur Steigerung der Lagerkapazität wurden dazu eingebaut. Unter Erzherzog Ferdinand II. wurden 1567 im Westen der Zwingermauer die Werkstätten der Münzstätte errichtet; diese musste wegen der Errichtung des königlichen Damenstiftes aus dem Ansitz Sparberegg aussiedeln. Die Burg Hasegg wurde danach teilweise als Wohnung für Münzbeamte verwendet und im Hof ein Münzkontor errichtet. Die vorhandenen Fürstenzimmer wurden immer wieder für die Besuche des Landesfürsten bzw. anderer Gäste verwendet. Das Erdbeben von 1670 führte dazu, dass der nördlich des Münzerturms stehende, kleinere Turm bis auf seine heutige Höhe abgetragen werden musste. 1809 wurde im Zuge der Tiroler Freiheitskämpfe die Münzstätte von den Bayern eingestellt. Die ehemaligen Werkstätten dienten dann als Vorratsräume und die Räumlichkeiten der Burg wurden zu Wohnungen für Salinenbedienstete umgebaut.

English:
Originally the castle Hasegg was a projecting Eckbauwerk the fortification of Hall. In the Saline of Hall then the brine recovered in Halltal was processed into salt into four Sudpfannen. These had to be burned huge amounts of wood. Accordingly great was the danger that a fire broke out. In order to detect such risk early, in the 13th century at the southwest corner of the Saline a watchtower was built, which is 1296 documented as Turris in salina (tower at the Saline). The name of the castle Hasegg (House on the corner) is derived from this Pfannhaus-keeper. The castle itself was first mentioned in 1306. Purpose of the castle was to protect the Sudan situation, ship traffic, crossing over the Inn and the monitoring of the old Roman road. The sovereign Frederick IV. of the Empty Pockets donated his city residence in 1406, the so-called royal house, to the city as the town hall; therefore the Tyrolean Habsburgs no longer possessed a befitting accommodation in Hall. As his successor, Archduke Sigismund the Wealthy began with the expansion of the southern part of the Saline area to a princely residence in 1446 and then in 1480. 1480 the Münzertor and the mighty Mint Tower, which replaced the old, lower watchtower were erected.1490 Hasegger goal was reinforced by a bastion. A Coat of Arms Stein of Archduke Sigismund recalled. 1477 Sigismund moved the sovereign's mint from Merano to Hall in stand hunting Sparberegg. 1486 where the imprint of the first silver coin took place, the first taler (whose name the word dollar still lives). 1567 Archduke Ferdinand II., moved the mint into the castle Hasegg. In addition, for the first time machine coinage was made by roll embossing. The respective master of the mint was also trustee from Hasegg. On this castle the successor of Archduke Sigismund, the Roman-German King Maximilian I. has reportedly celebrated his second marriage to Bianca Maria Sforza in 1494 (presumably the wedding was celebrated but in Innsbruck, but at least the nuptials took place in Hasegg). Maximilian continued construction activity in 1515; the wooden east wing was listed as stone and decorated and a chapel dedicated to Saint George. As a builder of the mason Niklas Thüring the Elder, the builder of the Golden Roof in Innsbruck, and his son Gregory served. After the death of Maximilian the great halls were temporarily used as grain silos. Wooden shelves were installed to increase the storage capacity. Under Archduke Ferdinand II. in 1567 the workshops of the Mint were built in the west moat walls; this had to evacuate because of the establishment of the royal ladies pin from the raised hide Sparberegg. The Hasegg castle was then partially used as accommodation for Magistrates and built a Münzkontor in the yard. The existing Fürstenzimmer were used again and again for the visits of the Prince and other guests. Because of the earthquake of 1670, the smaller tower in the north of the coin tower had to be removed to its present height. 1809, the mint was set by the Bavarians during the Tyrolean struggle for freedom. The former workshops were then used as storerooms and the premises of the castle have been renovated into apartments for Saline staff.