Skip to content

Bodenkunde in der Barger Heide EarthCache

Hidden : 7/26/2015
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


Vorwort:

An einem Earthcache gibt es keine Dose zu finden. Das wisst Ihr. Vielmehr sollt Ihr etwas lernen bzw. vor Ort vermittelt bekommen. Das ist der Hintergrund. Ich hoffe Euch mit diesem Earthcache einen kleinen Einstieg in die Bodenbestimmung geben zu können. Daher nehmt Euch etwas Zeit für das Listing, den Besuch vor Ort und die Beantwortung der Fragen.

Nachdem Ihr mir Eure Antworten geschickt habt, dürft ihr loggen. Natürlich freue ich mich zu lesen, dass es an den Koordinaten sehr schön ist, aber vielmehr würde ich mich freuen, ob es mit der Bodenbestimmung funktioniert hat und Ihr vielleicht das eine oder andere davon „mitgenommen“ habt. Zum Abschluss dürft ihr gerne freiwillig ein Foto von Euch oder Eurem GPS vor Ort machen. Sucht Euch bitte irgendein anderes Motiv aus, als das vor Ort befindliche Bodenprofil. Verständlich oder?


Also – los geht’s!


Am Parkplatz gibt es ein Hinweisschild zum Naturschutz in der Barger Heide. Ich bitte die Regeln zu befolgen. Das Schild selber ist nicht für den Earthcache relevant. Auch später wird kein Schild zum beantworten der Fragen benötigt.

Anhand dem sich an den Koordinaten befindlichen Boden möchte ich Euch ein wenig in die dort vorhandenen Bodenstrukturen und die Bodenbestimmung allgemein einführen. Nicht zu kompliziert und hoffentlich für jeden gut verständlich. Die Bildung des Bodens vor Ort, seine Bestimmung und heutige Funktion werden Thema sein.

Aufgabe 1.)
Finde das markante Bodenprofil nordöstlich der Koordinaten. Ich habe vorsichtig Proben davon genommen. Ordne die Bodenproben der Reihe nach, so wie du sie vor Ort erkennen kannst.



Bodenbilung


Nachdem Du nun etwas „warm“ geworden bist, gibt es einen kleinen Ausflug in die geschichtliche Entstehung des Bodens, bzw. der Bodenbildung.

Typisch für den Heideboden ist die äußerst geringe Humusauflage. Nach meist einem halben Meter Tiefe oder sogar weniger trifft man schon auf sandigen Boden. Dies hat seinen Ursprung in den Kaltzeiten, in denen starke Winde Oberflächenboden abtrugen und fortwehten. Dieser als Löß bezeichnete Sand lagerte sich hier, diversen Becken und Vorlandgebieten der Gletscher ab.

Aufgabe 2.)
Um was für einen Sand handelt es sich unten am Fuße des Hanges (an den Koordinaten)?


Grobsand
(0,63 – 2 mm)

Dies entspricht ungefähr Grieskörnern bis Stecknadelköpfen

Mittelsand
(0,2 – 0,63 mm)

Deutlich feiner als Grobsand. Die Körner sind noch gut zu erkennen.

Feinsand
(0,063 – 0,2 mm)

Fast mehlartiger Sand. Die Körner lassen sich aber noch zwischen den Fingern spüren.

Aufgrund dessen, das der Sand schon ein verwittertes Substrat ist, fehlen ihm für einen ausgeglichenen Boden wichtige (Ton-) Minerale (z.B. Calcium, Kalium, Magnesium) und andere chemische Verbindungen wie z.B. Metalloxide (aus Eisen, Mangan oder Aluminium).

Infolge erster Ablagerungen von organischem Material aus angrenzenden und umgebenden Flächen bildete sich über tausende von Jahren auf dem Sand ein hier charakteristischer Boden für dieses Heidegebiet.

Dem Sand steht die Humifizierung entgegen. Die Zersetzung von organischem Material zu Humus auf der Oberfläche findet durch Bodenorganismen, Pflanzenwurzeln und andere Prozesse statt. Dabei entstehen vielfach Säuren wie z.B.

  • Kohlensäure: ausgeatmetes Kohlendioxid der Bodenorganismen + Wasser
  • Humussäure: Aus dem Prozess der Humifizierung
  • Schwefel- / Salpetersäure: Oxidation von Schwefel und Stickstoffverbindungen

Durch die im Sand fehlenden Minerale gelingt es ihm nicht die entstehenden Säuren zu neutralisieren. Der pH-Wert sinkt und man spricht von saurem Boden oder einer Bodenversauerung. Dieser ganz natürliche Prozess wird nur hier durch das fehlende Puffervermögen des Sandes extrem verstärkt.

Aufgabe 3.)
Nenne ein Dir bekanntes Verfahren/Düngemittel aus einem der o.g. fehlenden Mineralien (Calcium, Kalium, Magnesium) mit dem man versucht, in der Land- und Forstwirtschaft der Bodenversauerung entgegen zu wirken?

Die Folge der pH-Wert-Verschiebung ist, dass Huminstoffe und Minerale im Oberboden nicht gehalten werden und durch Wasser in den Unterboden ausgewaschen werden. In tieferen Schichten, meist aber nur im Bereich von 1-2 Metern, sammeln sich diese Stoffe wieder an und werden dort gehalten. Dort verkleben sie miteinander meist zu einer festen, wasserundurchdringlichen Schicht, dem Ortstein.

Aufgabe 4.)
Welche Farbe hat diese Ortsteinschicht vor Ort und welches Mineral ist dafür maßgeblich der Grund?

Die Ortsteinschicht bildet den Abschluss zum sandigen Untergrund, der von Wasser und Wurzeln nicht oder nur sehr schwer erreicht werden kann. Diese besonderen Umstände führen dazu, dass sich auf dem Boden selbst nur eine sehr spärliche Vegetation mit robusten, genügsamen oder speziell angepassten Pflanzen befindet. Eine Wandlung des Ober- und Unterbodens zu einem fruchtbaren Boden mit mehr Humus und nährstoffreichen Stoffen ist ohne äußere Einflüsse so gut wie ausgeschlossen.


Bodenbestimmung vor Ort


Die Bodenbestimmung hilft dabei, alle wichtigen chemischen und biologischen Prozesse des Bodens sowie seine charakteristischen Eigenschaften zu erkennen. Dies findet meist im Rahmen von Standorterkundungen und Kartierungen zum Zwecke einer späteren Bodennutzung statt.

Aufgabe 5.)
Bitte bestimmt das an den Koordinaten oben am nordöstlichen Hang sichtbare Bodenprofil. Verwendet dazu die nachfolgende Liste möglicher Bodenhorizonte (Auflage, A bis C). Bitte nennt mir dafür die in den Klammern stehenden Buchstabenkürzel für die von Euch ausgewählten Bodenhorizonte, die Eurer Meinung nach vor Ort zu finden sind.

Auflage ( > 60 Vol-% organische Masse)
  • (H) Torf
  • (L) Streu, unzersetzt
  • (Of) organische Substanz, teilweise zersetzt
  • (Oh) organische Substanz, humifiziert, fast vollständig zersetzt
Mineralischer Oberboden (A)
  • (Aa) nasser, humusreicher Boden ( 15-30% Humus)
  • (Ah) humusangereicherter Boden (bis 15% Humus)
  • (Ae) ausgewaschener, ggf. ausgeblichener Boden
  • (Ai) ohne sichtbaren Humus, aber belebt
  • (Al) Auswaschung von Ton, meist über Tonschicht im Unterboden
  • (Ap) Landwirtschaftlich umgepflügt, Mischhorizont
Mineralischer Unterboden (B)
  • (Bh) mit Huminstoffen angereicherter Boden
  • (Bs) mit Mineralen (Sesquioxiden) angereicherter Boden
  • (Bsh) mit Humusstoffen und Mineralen (Bh + Bs) angereicherter Boden
  • (Bt) mit Ton angereicherter Boden
  • (Bv) durch Verwitterung/Oxidation braun gefärbt, verlehmter Boden
Mineralischer Untergrund (C)
  • (Cn) festes, ggf. gelockertes Ausgangsgestein
  • (lC) lockeres, grabbares, meist feines Ausgangsgestein
  • (mC) massives, festes Ausgangsgestein
  • (Cv) schwach verwittertes Ausgangsgestein
*) Die Liste ist nicht ganz vollständig. Sie ist aber ausreichend um die hier gestellte Aufgabe zu lösen.

Um den Boden abschließend zu benennen, werden die Bodenhorizonte zu einem Bodenprofil zusammengefügt. Dieses liest sich von oben nach unten, bzw. von der Oberfläche nach unten in den Boden. Wenn bis hierher alles gut geklappt hat, sollte es nicht allzu schwierig sein, das richtige Bodenprofil unter den drei Beispielen zu finden. Die Bilder sind beispielhaft und stellen nicht das Bodenprofil vor Ort dar. Logischer Weise ähnelt eines der Bilder dem Bodenprofil vor Ort.

Aufgabe 6.)
Welches Bild entspricht dem Bodenprofil vor Ort am nächsten und was für ein Bodentyp ist das? Es gibt einen charakteristischen Bodenhorizont (im entsprechenden Bild deutlich zu erkennen) der es Dir ermöglichen sollte, den richtigen Bodentyp zu benennen! Ggf. nimmst Du Dir Deine Antworten aus Frage Nr. 5 zu Hilfe und forscht etwas im Internet nach.



Kurzer geschichtlicher Hintergrund und heutige Nutzung


Die ca. 40 Hektar große Barger Heide wurde zu erst als Ackerfläche genutzt. Nach 1871 wurde sie Manövergelände der Stader Garnison. Mit Ende des ersten Weltkrieges wurde sie für knapp zwei Jahrzehnte wieder Ackerfläche, bevor das Militär wieder zurückkam und sie erneut zum Exerzierplatz umfunktionierte. Erst ab 1980 übernahm die Stadt Stade das Gelände endgültig und stellte es unter Landschaftsschutz. Mit zunehmenden Verbuschung entschied man sich zwischenzeitlich dafür, die Heideflächen zu retten. Dafür wurden umfangreiche Rodungen durchgeführt und nährstoffreicher Boden abgezogen. Außerdem wurde die Beweidung mit Heidschnucken wieder eingeführt.


Geschafft! Wenn Ihr nun alle Fragen beantwortet habt und vor Ort gewesen seid, schickt mir diese per Emailkontakt oder Messanger zu. Danach dürft Ihr loggen. Innerhalb der nächsten Tage solltet Ihr von mir eine kurze Antwort bekommen. Da ich mir mit dem Cache viel Mühe gebe und ihn auch so betreue, würde ich mich freuen wenn auch Ihr Euch später zu Hause die Mühe macht, mir in Ruhe ein paar Zeilen zu schreiben wie es Euch bei der Bodenbestimmung ergangen ist. Foto ist freiwillig aber eigentlich Ehrensache beim Earthcache. Würde mich freuen! Danke.


Qellen:

Wikipedia: Bodenhorizont | Bodentyp | Sand | Barger Heide
Bodenwelten.de
Fotos Bodeprofile: Broschüre Auf den Spuren der Böden in Niedersachsen (Hrsg. Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz)
Fotos Titel + Bodenproben: st3phan (eigene Fotos)

Additional Hints (No hints available.)