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Die Lüneburger Heide wurde durch die Gletscher der Eiszeiten geprägt. Dabei entstanden verschiedene typische Landschaftsformen der "Glazialen Serie" (von lateinisch glacies "Eis"). Der Begriff "Glaziale Serie" (nach Albrecht Penck) bezeichnet vier typische Landschaftsformen, die im Zusammenhang mit einem Eisvorstoß im Bereich eines Gletschers und in seinem Vorland auftreten. Bei der Idealform einer "Glazialen Serie" unterscheidet man zwischen folgenden vier Landschaftsformen:
- der Grundmoräne, die sich beim Abschmelzen durch Ablagerung von Steinen, Sand und Sedimenten ("Geschiebe") unter dem Gletscher bildete,
- der wallartigen aufgeschobenen Endmoräne am Eisrand,
- den Sandern, die durch von abfließendem Schmelzwässer mitgerissenem Material (Steine, Kies, Sand) aufgeschüttet wurden
- und dem Urstromtal, in dem die abtauenden Wassermassen abflossen.
Glaziale Serie. Quelle: Wikipedia.
Gerade in Norddeutschland sind die vier Landschaftsformen der "Glazialen Serie" allerdings häufig unvollständig und nur lückenhaft ausgebildet.
Borsteler Schweiz

Während der Großteil der Lüneburger Heide aus flachwelligen Grundmoränen-Landschaften besteht, finden sich im Bereich von Borstel in der Kuhle vor allem beeindruckend hügelige und im Vergleich zum Umland hohe Endmoränen mit tiefen Einschnitten ("Borsteler Schweiz") und das deutlich in die Landschaft eingeschnittene, breite Urstromtal der Brunau. (Auch Sanderflächen sind vorhanden, durch ihren Bewuchs allerdings schwierig als solche zu erkennen.) Die Entstehung dieser Landschaft wird auf die Saale-Eiszeit (230.000–130.000 Jahre vor heute) datiert.
Brunau

In den kleinen Ort "Borstel in der Kuhle" fährt man - wie es der Name schon vermuten lässt - deutlich hinab. Der Grund dafür liegt im Flüsschen "Brunau" und seinem Urstromtal.
Ein solches Urstromtal ist ein breites Tal, das durch Schmelzwasser von Gletschern während der Eiszeit entstanden ist. Während die Eismassen schmolzen, entstanden riesige Wassermengen, die sich ihren Weg durch die Erde gebahnt haben. Um die Entstehung von Urstromtälern in Norddeutschland zu verstehen, muss man wissen, dass die Landschaft im norddeutschen Tiefland von Süden nach Norden Richtung Nord- und Ostsee abfällt. Das von Skandinavien kommende Inlandeis stieß also gegen ein ansteigendes Gelände vor. Die Schmelzwässer konnten deshalb nur eine kurze Strecke auf den Sandern nach Süden fließen und suchten sich dann einen Weg parallel zum Eisrand in Richtung Nordseebecken.
Die Wassermassen in den Urstromtälern führten viel Sand und Sedimente mit sich. Dadurch konnten sie sich nicht tief in das Gelände einschneiden, waren eher flach und gingen in die Breite. Dabei überschwemmten sie große Flächen. Urstromtäler konnten zwischen 1,5 und 20 km breit sein. Die Begrenzung eines Urstromtals ist in der Regel durch einen deutlichen Anstieg des Geländes zu erkennen. Heute fließen in den breiten ehemaligen Urstromtäler oft nur noch im Verhältnis zu früher kleine Flüsse durch eine feuchte, teils moorige Landschaft.
Die Brunau, deren Urstromtal durch Borstel in der Kuhle führt, ist ein kleiner, 10,3 km langer Heidefluss. Sie entspringt südlich von Niederhaverbeck im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide und fließt durch den Heidekreis. Bei Hützel mündet sie in die Luhe. Die ca. 1,5 km entfernt an der A7 liegende Autobahnraststätte "Brunautal" ist nach ihr und ihrem Urstromtal benannt. Von der Brücke in Borstel in der Kuhle aus ist ihre ursprüngliche Ausdehnung immer noch gut zu erahnen.
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Für diesen EarthCache habe ich zwei Parkmöglichkeiten angegeben. Bei dem südlicheren wirst du evtl. mit lautem Gebell empfangen. Ich empfehle den nördlicheren Parkplatz. Folge von dort dem mit "Bo1" und "H" (= Heidschnuckenweg) gekennzeichneten Weg entlang der Schlucht nach Süden bis an die Brunau-Brücke. Für den Rückweg kannst du den Weg nehmen, den du gekommen bist oder auf der östlichen Seite der Schlucht gehen. Dort ist es landschaftlich am schönsten. Am schnellsten ginge es über die asphaltierte Straße. Natürlich kannst du den kurzen Weg zwischen P1 und P2 auch mit dem Cachemobil auf der Straße zurücklegen. Dann wirst du allerdings die beeindruckende Landschaft verpassen. |
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Um diesen EarthCache zu loggen, erfülle bitte folgende Aufgaben und beantworte die Fragen:
(Warum nervst du mich mit so komplizierten Fragen? --> guckst du unten!)
- Begib dich zu den Beobachtungspunkten B1 "Borsteler Schweiz" und B2 "Brücke über die Brunau". Schau dich um und beschreibe jeweils in kurzen Stichworten die Landschaft, die du siehst. Aus welchen Beobachtungen kannst du schließen, dass es sich hier um Teile einer glazialen Serie handelt?
- Aus welcher Himmelsrichtung kommt die Brunau an B2 und in welche fließt sie? Wie erklärst du dir das?
- Begib dich zu Beobachtungspunkt B3. Inwiefern ändert sich die Landschaft hier? Blicke zurück (Richtung Nord) in die flache, feuchte Landschaft, die du gerade durchquert hast. Welche der vier von Nord-Ost kommenden Landschaften einer glazialen Serie endet hier? Begründe deine Vermutung!
Ein Foto von dir, deinem Maskottchen oder GPS-Gerät an einer der Stationen würde mich sehr freuen, ist aber keine Logbedingung.
Sende mir deine Antworten über mein Profil zu. Danach kannst du sofort loggen. Eine Logfreigabe ist weder nötig noch erlaubt.
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Warum so komplizierte Fragen? Ich hätte auch lieber eine Messaufgabe eingebaut oder dich gebeten, Inhalte von der Infotafel zu entnehmen. Das ist leider nicht (mehr) zulässig. Die Ansprüche an die Aufgaben von Earthcaches sind nach der Änderung der Guidelines 2013 sehr gestiegen. Um euch diesen Platz mit einem Earthcache zeigen zu können, habe ich diese Spielregeln akzeptiert. Aber du schaffst das schon! Und sonst frag mich einfach.
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English:
This EarthCache is about how the ice ages formed the Lüneburg Heath. It's about the theory of the “Glacial series” in Northern Europe. Unfortunately my English is too poor for translating the whole text. Here a short summary from wikipedia:
“The elements of an ideal and complete glacial series are:
- a ground moraine with a tongue-like basin (Zungenbecken)
- a terminal moraine chain that lies in an arc around the Zungenbecken
- a gravel field or sandur outwash plain in front of the terminal moraine chain
- a glacial meltwater valley (Urstromtal), through which meltwaters from the glacier flowed away."
For more informatione please go to English Wikipedia about "Glacial Series". There you will find little information about this theory and more links, if you want to step more deeply into this issue.
To log this EarthCache, please complete the following tasks and answer the questions:
- Go to point B1 "Borsteler Schweiz" and B2 "Brücke über die Brunau". Look around and describe the landscape you see at both points. What observations can give you an idea these are parts of a glacial series?
- From which direction does the Brunau come to B2 and into which it flows? How do you explain this?
- Go to point B3. How does the landscape change here? Looking back (towards north) into the flat, wet landscape you just crossed. Which of the four north-east landscapes of a glacial series ends here? Why do you think so?
A photo of you, your mascot or GPS device at one of the stations would be very nice, but is not a log condition. Send me your answers about my profile. Then you can log in immediately. A log enable is neither necessary nor permitted.
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Quellen:
Text: KircheHeide unter zu Hilfenahme von Wikipedia "Glaziale Serie" und "Urstromtal", Eiszeitroute Mecklenburgische Seenplatte und Tourist-Info Bispingen
Graphiken: Glaziale Serie: Wikipedia, Verkehrsschild: Pixabay
Fotos: KircheHeide