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Buntsandstein trifft Muschelkalk

A cache by Schmidlap Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 09/10/2015
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size: other (other)

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Geocache Description:


Die Stadtmauer von Weil der Stadt

Die Stadtmauer von Weil der Stadt spiegelt hervorragend die zwei vorherrschenden Gesteinsschichten der Gegend um Weil der Stadt wieder. Verschiedenste Steine aus den umliegenden Steinbrüchen wurden hier verwendet und können heute betrachtet und gegeneinander verglichen werden. Ihr seht vor Ort die Auswirkungen und Überbleibsel der klimatischen Bedingungen der letzten 250 Millionen Jahren in Weil der Stadt…



Welche geologische Schichten finden wir in Weil der Stadt?

Weil der Stadt und seine Teilorte befinden sich mit seinen Gesteinsschichten im Trias (Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper) des Erdmittelalters. Das Trias beginnt mit seiner ältesten Schicht im Buntsandstein, der leicht an seiner roten Färbung zu erkennen ist. Er tritt auf in Form von Sand, Platten und Felsen. Wenn man z.B. in Hausen im Frühjahr oder Herbst die gepflügten Äcker betrachtet, hebt sich das Rot deutlich von den jüngeren und darüber folgenden Muschelkalk-Böden ab. Dieser tritt in den Farben gelb (Grenzgelbkalk), grau (Unterer Muschelkalk), braun (Mittlerer Muschelkalk und bläulich grau (Oberer Muschelkalk) auf. Der Keuper spielt auf Markung Weil der Stadt nur eine untergeordnete Rolle, denn es gibt nur wenige Flächen z.B. Richtung Ihinger Hof.



Wo finde ich entsprechende Steinbrüche?

Wie schon im GC5XZE1 „Oberer Muschelkalk“ beschrieben, gibt es zwischen Weil der Stadt, Malmsheim und Renningen einen alten Steinbruch. Dort wurde früher Muschelkalk (hauptsächlich der Obere Muschelkalk abgebaut. Informationen dazu findet ihr vor Ort bzw. auch im Listing.


Alte Steinbrüche, in denen der Buntsandstein abgebaut wurde, findet ihr zwischen Merklingen, Hausen und Münklingen. Die Koordinaten entnehmt bitte aus den aufgeführten Wegpunkten. Der superschöne Steinbruch darf allerdings inzwischen nicht mehr betreten werden! Ich vermute aus sicherheitstechnischen und umwelttechnischen Gesichtspunkten. Ganz in der Nähe findet ihr allerdings ähnliche Steilwände, in denen man den Buntsandstein betrachten kann. Auch die Koordinaten hierzu findet ihr bei den Wegpunkten. Bitte Vorsicht beim Überqueren der Straße!

Einen sehr schönen alten Steinbruch, in dem Buntsandstein abgebaut wurde, findet ihr direkt in Hausen. Bitte respektiert vor Ort unbedingt das private Gelände! Auch diese Koordinaten zu diesem kleinen Steinbrüchle findet ihr bei den Wegpunkten.




Warum finden wir diese geologischen Schichten in Weil der Stadt?



Buntsandstein

Vor ca. 245 Mill. Jahren, am Anfang des Ermittelalters, wanderte Deutschland - eingebettet im Superkontinent Pangäa - durch den Wüstengürtel unserer Erde. Während des Trias war es sehr heiß und trocken. Die Polarregionen waren das ganze Jahr über frostfrei und warm. Das damalige Zechsteinmeer aus dem Perm trocknete langsam aus. In der mitteleuropäischen Senke (germanische Becken), die von Helgoland bis in den Süden von Hessen reichte, lagerte sich periodisch in weitverzweigten Flusssystemen und flachen Binnenseen Sand und Ton, abgetragen aus den umliegenden Hochgebiete, ab. Die mächtigen Sanddünen und vertrockneter Flussschlamm verfestigte sich zum meist rot gefärbten Buntsandstein.

Unser heutiges Weil der Stadt lag damals auf dem Globus in etwa auf der Höhe der heutigen Sahara mit all den bekannten Klimaerscheinungen, das ein Leben für Tiere und Pflanzen aufgrund des Wassermangels sehr schwierig machte.

Die Böden damals waren nährstoffarm und wenig ertragreich. In der Zeit der Entstehung vor rund 250 bis 240 Millionen Jahren, handelte es sich um Wüstensand, ähnlich den Wüsten, die wir heute kennen.

Dass es von Zeit zu Zeit trotzdem starke Niederschläge und sogar Überflutungen gab, lässt sich aus den Gesteinsschichten des Buntsandsteins herauslesen. Fossile Regentropfenabdrücke, Trockenrisse, Strömungsrippel und sogar ganze Fluss-Systeme können in den Sedimenten des Buntsandsteins nachgewiesen werden. Diese Flüsse existierten jedoch nur kurze Zeit bis sie in der weiten Ebene der Wüste wieder versickerten. Da im heißen Wüstenklima nur wenige Tier- und Pflanzenarten existieren konnten und diese nach ihrem Tod meist schnell an der Erdoberfläche verwesten, finden sich in den Sand- und Tonsteinen des Buntsandsteins nur selten Fossilien.

Muschelkalk

Der damals bestehende Superkontinent Pangäa war umgeben von dem riesigen Weltmeer Tethys. Er bekam dann vor etwa vor 240 Millionen Jahren „Löcher“ und aus heutiger Sicht drang aus Nordosten Meerwasser in das Landesinnere. Der Buntsandstein wurde geflutet und mit Wasser überdeckt. Wenn man so will: Weil der Stadt wäre, sofern es damals schon bestanden hätte, zusammen mit seinen Teilorten überschwemmt worden.

Mit dem Wasser kamen auch die Meeresbewohner, um den neuen Lebensraum zu erobern. Als Besonderheit erhob sich einige Kilometer westlich von Münklingen eine beträchtliche und langgezogene Landmasse. Diese konnte vom Meer nicht überschritten werden. Wir hatten somit im Westen eine Art ufernahe Zone. Grundsätzlich handelte es sich am Anfang der Meeresbildung bei uns um ein Flachmeer mit einer durchschnittlichen Tiefe von etwa 100 m. Diese Muschelkalkzeit wird als Unterer Muschelkalk bezeichnet.

Dieses Meer blieb in dieser Gegend für einen Zeitraum von 10 – 15 Millionen Jahren. So ganz genau weiß dies keiner und die nachfolgende Austrocknung verlief auch nicht plötzlich. Die Zeitbestimmungen erfolgen übrigens aus Messungen des Verhältnisses radioaktiver Elemente im Gestein bei Kenntnis ihrer Halbwertzeiten. Zur Ermittlung der stratigrafischen Gesteinsschichten wiederum dienen bestimmte gleichartige Fundstücke von Fossilien: Die Leitfossilien.

Wenn man in Weil der Stadt mit „Ureinwohnern“ spricht, so ist dort das wohl bekannteste Fossil: Das „Ührle“. Es ist ein kleiner runder Stein von 0,5 bis 1,5 cm im Durchmesser und auf der Schnittstelle erheben sich am Rand längliche Linien zur Mitte hin. Tatsächlich erinnert dies an ein modernes Ziffernblatt einer Uhr, ohne Ziffernangabe. Es handelte sich um ein Stilglied einer Wasserpflanze, der Seelilie (Encrinus liliformis), die in der reichsten Form im Oberen Muschelkalk vorkam. In den höheren Lagen unseres Gebietes gibt es davon auf Äckern und Wäldern noch viele zu finden. Mit einem geschulten Auge und etwas Fantasie lassen sich z.B. Muschelformen schon ganz gut erahnen. Oft sind die Fundstücke mit Anhaftungen und grauem Schleier bedeckt. In aller Regel handelt es sich um Fossilien in Steinkernerhaltung, wobei dieser Steinkern härter ist als die äußere „Verpackung“.

Farbenspiel

Die Farbe von Sandstein kann, genauso wie die von Sand, variieren, übliche Farben sind grau (ohne Beimengungen), gelb (durch enthaltenes Limonit, braun, rot (durch Hämatit und weiß (wie bei grau, nur ist die Oberflächenreflexion eine andere.

Der Muschelkalk tritt in der Gegend in den Farben gelb (Grenzgelbkalk), grau (Unterer Muschelkalk), braun (Mittlerer Muschelkalk und bläulich grau (Oberer Muschelkalk) auf.

Bauwerke

Auch weitere Bauwerke –außer der Stadtmauer sind aus Buntsandstein gefertigt. So könnt ihr in Weil der Stadt einige Brunnen und Denkmäler aus diesem Gestein finden. Ebenso der Bahnhof und die evangelische Brenzkirche und die katholische Kirche St. Peter & Paul. In Merklingen ist z.B. das Steinhaus aus Buntsandstein und in Hausen das berühmte Hausener Brückle. Zusätzlich findet ihr überall einige Ziersteine aus Muschelkalk und Buntsandstein. Im Folgenden einige Bilder dazu.

Quellen

  • http://www.weil-der-stadt.de
  • http://www.bakip-linz.at/Vulkanismus/kontinentalverschiebung.htm
  • http://www.geokoffer.de/download/buntsandstein.pdf
  • Friedrich von Alberti: Beitrag zu einer Monographie des Bunten Sandsteins, Muschelkalks und Keupers, und die Verbindung dieser Gebilde zu einer Formation. Verlag Cotta, Stuttgart 1834.
  • Jochen Lepper, Dietrich Rambow, Heinz-Gerd Röhling: Der Buntsandstein in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. Newsletters of Stratigraphy, 41 (1–3): 129–142, 2005, ISSN 0078-0421.
  • Otto Grunert: Die Scaphopoden und Gastropoden der deutschen Trias. Erlangen: A. Vollrath, 1898.
  • Wolf von Engelhardt, Hans Füchtbauer, German Müller: Sediment-Petrologie. Band 2: Hans Füchtbauer (Hrsg.): Sedimente und Sedimentgesteine. 4., gänzlich neubearbeitete Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 1988, ISBN 3-510-65138-3.
  • Reinhard Feldrapp: Faszination Sandstein. Die Sandstein-Triennale das Kronacher Kunstvereines. Angles, Kronach 2003, ISBN 3-922162-55-X.



Fragen

1. Wie unterscheiden sich die beiden Gesteinsarten in der Mauer? Beschreibe die Konsistenz und den Aufbau des Gesteins und erkläre, wie dies mit der Entstehungsgeschichte zusammen hängt.

2. Schau Dir den Muschelkalk gut an. Welche Fossilien kannst du in den Mauersteinen finden? Nenne möglichst 3 verschiedene. (Die allgemeine Art der Fossilie genügt)

3. Welche Arten des Muschelkalks kannst du in der Mauer erkennen. Unterscheide die Steine anhand ihrer Farbe und ordne sie mit Hilfe des Listings zu.

4. Findest du im Buntsandstein der Mauer Versteinerungen von Pflanzen oder Tieren? Begründe oder beschreibe bitte was du findest oder warum du nichts findest.

5. Welche verschiedenfarbige Sandsteine kannst du in der Mauer erkennen? Woher resultieren die farblichen Unterschiede?

6. Bei manchen Buntsandsteinen kannst du eine wellenartige Struktur erkennen. Erkläre mit eigenen Worten, woher diese kommen könnten.

Optional würde ich mich sehr über ein Bild von euch, von der Gegend oder sonstigem freuen!



Sendet bitte eine e-mail mit den Antworten an mich. Ihr könnt gleich loggen und braucht nicht auf meine Freigabe zu warten. Sollte etwas mit den Antworten nicht stimmen, melde ich mich bei euch.




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