EC Tertiäres Steilufer am Lech
Hier an der Staustufe 18 des Lechs hat sich der Fluss tief in den Untergrund geschnitten.
So treten am Steilufer uralte Schichten zu Tage, die sich vor mindestens 10 Mio. Jahren abgelagert haben.
Geologische Situation im Tertiär
Vor ca. 60 Mio. Jahren trafen die afrikanische und europäische Kontinentalplatte aufeinander, was zur Folge den Beginn der Alpenbildung hatte.
Unter dem Gewicht der sich auftürmenden Massen sank das nördliche Alpenvorland langsam in die Tiefe. Das Molassebecken entstand.
Dieses Becken wurde durch gewaltige Urflüsse mit Geröll-, Sand- und Schlammfrachten verfüllt. Grobschutt blieb am Alpenrand liegen, sandige und tonige Materialien gelangten bis ins Alpenvorland und wurden zu Sandsteinen und Mergeln umgebildet, auch Molasse genannt.
Die Ablagerungen der Molasse werden in Abhängigkeit von ihrem Ablagerungsmilieu unterschieden. Dies Milieu kann zwischen kontinental-fluvial (Land-Fließgewässereinfluß) und marin (unter Meerwassereinfluß) variieren, da das Molassebecken zeitweise immer mal wieder von Meerwasser bedeckt war. Zuletzt vor ca. 18 Mio. Jahren!
Geologische Situation im Holozän (also Heute)
Am Standort reichen die Molasseablagerungen noch ca. 2000 Meter in die Tiefe.
Der Lech hat ein kleines Stück davon freigespült und so kann man auf der rechten Flussseite freigelegte Molasse, hier bestehend aus Feinstsanden, Mergel und Flinz, sehen.
(Skizze Infotafel)
Feinstsand:
- entsteht durch Verwitterung von magmatischem und metamorphen Gesteinen (z.B. Granit und Gneis)
- nach Korngröße unterschieden (0,063 – 0,2 mm)
- wie Mehl und kleiner, aber mit dem bloßen Auge noch erkennbar
- zählt zu nicht bindigen Böden
Mergel:
- urzeitlich kalkhaltiger Meeresschlamm
- entsteht bei Ablagerung von kalkhaltigem Material (hier Erosionsmaterial der Kalkalpen)
- bildet wasserundurchlässige Schichten
- je nach Anteil von Ton und Kalk wird unterschieden nach Kalkmergel (65% Kalk/35% Ton) und Tonmergel (75% Ton/25% Kalk)
Quellen: Infotafel vor Ort, Wikipedia, Broschüre Geologischer Lehrpfad Sipplingen
Nun habt ihr genug theoretisches Wissen ;)
Um diesen EC loggen zu dürfen, beschäftigt euch mit folgenden Aufgaben:
Am WP 1 befindet sich eine Infotafel.
1. Warum werden die feinkörnigen Ablagerungen volkstümlich als Flinz bezeichnet?
Folgt nun der Treppe nach unten oder folgt dem Weg und begebt euch zum WP 2/Aufschluss Steilufer!
2. Seid aufmerksam, denn auf dem Weg dahin könnt ihr am Steilufer beobachten, was passiert, wenn kleine Quellen auf wasserundurchlässige Schichten (hier Flinz) treffen. Teilt mir eure Beobachtung mit! (Spoilerbild)
Nun steht ihr am Fuße des Steilufers.
3. Schätzt die Höhe der freigelegten Molasse und beschreibt die Beschaffenheit des Steilufers hinsichtlich aktueller Abbrüche oder Rutschungen!
4. Laut Infotafel wird die Molasse von einer ca. 2 Meter dicken nacheiszeitlichen Lechschotterschicht bedeckt. Warum befindet sich dieser Schotter nun zu euren Füßen bzw. im Flussbett?
5. Schaut euch die Schichtung des Steilufers genau an. Wodurch kommt es zu den unterschiedlichen Färbungen der querverlaufenden Schichten? (Listing lesen hilft!)
6. Zum Abschluss dieses Caches untersucht nun die Molasse genauer. Dazu entnehmt etwas Material vom Steilufer und führt eine klassische Rollprobe durch. Um welche Art von Material handelt es sich bei eurer Probe? Begründet kurz eure Aussage! (Spoiler anschauen kann helfen)
Achtung!!!Achtung!!!Achtung!!!
Falls der Lech zum Zeitpunkt eures Besuches Hochwasser führt, begebt euch nicht unnötig in Gefahr! Entweder ihr kommt zu einem späteren Zeitpunkt wieder oder, falls ihr auf der Durchreise seid, gelten die abgewandelten Fragen wie folgt (bitte in Antwortmail Hinweis auf Hochwassersituation mitteilen):
1. bleibt unverändert!
2. Ihr findet die Antwort auch bei N 48°06.754 E 010°52.018
3. Macht eure Beobachtungen von der Brücke/Staustufe sehend aus!
4. Sollte auch bei Hochwasser machbar sein ;)
5. Schichtungen auch von Brücke/Staustufe aus erkennbar!
6. Beschreibt anhand des Spoilers eines der möglichen Ergebnisse!
Wenn ihr alle Antworten habt, fasst diese in einer kurzen Mail zusammen und sendet das Ganze an gcdiehenne@gmail.com oder direkt über mein Profil.
Ihr könnt danach sofort loggen, falls es Probleme mit euren Antworten gibt, melde ich mich bei euch.
Über ein Foto (optional) würde ich mich freuen ;)
Viel Spaß bei diesem EC wünscht Die Henne!