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Porphyr und Kaolin EarthCache

A cache by N@T Message this owner
Hidden : 9/20/2015
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Dieser Earthcache führt Euch zur Tongrube am ehemaligen Ratssteinbruch Cradefeld. Die Aufschlüsse dort sind ein Fenster in die Geologie der letzten 280 Millionen Jahre.


Steinbruch und Tongrube Taucha-Cradefeld



Die Tongrube am Ratssteinbruch in der Taucha-Cradefelder Flur befindet sich im nördlichen Bereich des Nordwestsächsischen Vulkanitbeckens. Der hier anstehende Pyroxenquarzporphyr stammt aus der jüngsten Serie des ca. 280 Mio. Jahre alten Vulkanismus. Bedeckt ist er von einer mächtigen Sedimentfolge aus dem Tertiär und Quartär (15 Millionen Jahre bis heute). Ein Steinbruch wurde schon im 1771 ausgefertigten Lehnbrief des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. für den Leipziger Rat über den Erwerb Tauchas ausgewiesen.
1797 beschloss der Leipziger Rat die planmäßige Erschließung des Bruches zur wirtschaftlichen Nutzung des harten Gesteins als Baumaterial. Später wurden vorwiegend Schotter und Steinsand hergestellt, bis 1978 die Produktion eingestellt wurde. Seit 1991 wird der Bruch verfüllt. Zunächst blieb eine ca. 6m hohe, freistehende Felskante als Zeitzeugnis sichtbar, die später jedoch der Versiegelung des Steinbruchs zum Opfer fiel.
Die anschließenden Tongruben werden seit Ende des 19. Jh. zur Ziegelherstellung betrieben. Abgebaut wurden damals wie heute der sehr kalkhaltige Ton, auch Mergel genannt, sowie keramischer Ton. Letzterer diente der Herstellung von Ziegeln und Tonrohren. Auch wenn die Brennöfen längst abgebaut sind, ist der Schornstein der ehemaligen Ziegelei noch weithin sichtbar.
Heute ist die italienische Fliesenindustrie der größte Abnehmer des Rohstoffs.

Infolge der Aufschlüsse ist es möglich, die erdgeschichtliche Entwicklung unserer Landschaft lehrbuchhaft abzulesen. Die Sedimente im Tongrubenbereich gliedern sich wie folgt:


  • Über dem Pyroxenquarzporphyr findet man eine mehrere Meter mächtige Kaolindecke, die das Ergebnis der Verwitterung unter subtropischen Klimabedingungen an der Grenze Kreide/Tertiär (vor c. 65 Mio. Jahren) ist.
  • Darüber folgt ein in Stillwasserbereichen abgesetzter Kaolinton aus dem Miozän (15 Mio. Jahre), der die Grundlage für die Ziegelproduktion bildet. Sandige, kohlig-schluffige Partien im oberen Teil dieses Bitterfelder Decktones und Funde von Haifischzähnen (R.Dunkel; 1978) sind Ausdruck des jüngsten marinen Vorstoßes der Urnordsee in unserem Bereich.
  • Über dem Tonkomplex lagert das jüngste Braunkohlenflöz (3. Lausitzer Flöz), das maximal 0,5m mächtig ist, weshalb es in Verbindung mit hohen Sandanteilen wirtschaftlich nicht abbaufähig war.
  • Auf dem Flöz folgt zum Teil nur als Blockpackung (Auswaschungsrückstand) die während des ersten Inlandeisvorstoßes im Saaleglazial abgesetzte 1. Saalegrundmoräne. Schwankungen des Eisrandes führten zur Anlagerung von bis zu 2 Meter mächtigen, feinkörnige Schmelzwassersedimenten, die von der Moräne des 2. Saalevorstoßes bedeckt sind. Großgeschiebe nordischen Materials (Granite, Gneis) in den Gletscherablagerungen sind das Ergebnis eines über 1000 Kilometer langen Transportes aus dem Kerngebiet der quartären Vereisung Skandinaviens. Die Oberkanten des noch verbliebenen Felskörpers am Steinbruch weisen noch heute deutliche Gletscherschliffe auf.
  • Den Abschluss des Profils bildet der holozäne bis rezente Boden.
Diese Schichtung der Sedimente lässt sich bei einem Blick in die Grube sehr gut nachvollziehen:

Dabei ist gut sichtbar, daß der Kaolinton eine homogene Struktur aufweist, der Meereston dagegen porös und brüchig ist, was letztlich seine Verwendung für Fliesen und Keramikprodukte ausschließt.
Die im Geschiebe zu findenden Granite und Gneise sind kristalline Gesteine, so dass die einzelnen Haupt- und Nebengemengteile mit dem Auge zu erkennen sind. Ein weiteres Merkmal ist der kompakte Charakter beider Gesteine, weswegen Hohlräume weder im Granit noch im Gneis vorhanden sind. Das Farbspektrum von Granit ist groß: weiß, rosa bis grau. Grund dafür sind die im Granit vorhandenen Minerale der Feldspatgruppe, die in verschiedenen hellen Farben auftreten. Dagegen ist Granit niemals schwarz. Ebenso variabel ist die Grundfarbe von Gneis: rosa, gräulich, bräunlich oder schwarz-weiß.

Die Zufahrt zur Tongrube über die Lindenallee, welche einst als Verbindungsstraße zum Gut Grassdorf angelegt wurde, ist heute nicht mehr möglich. Am Wegpunkt 1 liegen einige Findlinge links und rechts des Weges.
Aufgabe 1: Beschreibe die Färbungen der beiden rechts vom Pfad liegenden Exemplare.

Außerdem findest Du vor Ort eine Hinweistafel, die über Geschichte und Geologie der Grube informiert.
Aufgabe 2: Welche Mächtigkeit hat der Kaolinton aus dem Miozän?

Aufgabe 3: Die unten abgebildeten Proben stammen aus der Grube Cradefeld. Ordne diesen unter Berücksichtigung der Informationen im Listing sowie des Cachetitels drei der folgenden Begriffe zu:
Gletschereis, Pyroxenquarzporphyr, Kaolinton, Geschiebe, Meereston, Kohle


Sende Deine Antworten bitte über das Profil und gib als Betreff "GC63RPY - Porphyr und Kaolin" sowie Deinen Nicknamen an. Danach bist Du sofort logberechtigt, sollte etwas nicht stimmen, werde ich zwecks Klärung Kontakt aufnemen.
Fotos von Euerm Besuch sind zwar keine Logbedingung, aber jederzeit gern gesehen.

Besichtigungen des Steinbruchs und der Tongrube sind nur im Rahmen einer Führung mit dem Zweckverband Parthenaue, jährlich am Tag des Geotops oder nach Voranmeldung, möglich.
E-Mail: info@zv-parthenaue.de; Telefon: 0177/2443563

Quellen:

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