Vor 387 Mill. Jahren begann sich im oberen Mitteldevon in der Region um Rübeland und Elbingerode ein Riff zu entwickeln.
Geologisch befand sich der Harz zu dieser Zeit noch nahe dem Äquator, wo wie heute günstige Bedingungen für die Entwicklung von Riffen vorlagen.

In einem Schelfmeer von mehreren hundert Metern Wassertiefe entstand auf untermeerischen Vulkanen ein ca. 500 Meter mächtiger Riffkomplex: Das Elbingröder Riff.
Dieses wurde von kalkbildenden Stromatoporen, Korallen und Algen aufgebaut.
Durch das Riffwachstum entstanden hochreine massige Kalksteine, die das Landschaftsbild und bis heute auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region prägen.
Das Riffwachstum endete abrupt im Oberdevon vor 373 Mill. Jahren mit dem weltweiten Massensterben vor allem mariner Organismen (Kellwasserkrise).
Das Elbingröder Riff war atollförmig aufgebaut.
Im Zentrum des Riffs befand sich eine ausgedehnte Lagune, gefüllt mit über 500 Metern mächtigem gebankten feinkörnige Kalkstein.
Die Lagune bzw. das Rückriff wird zum offenen Meer hin durch Gerüste aus Rifforganismen (Riffkerne) und die Vulkane geschützt.
Nach außen schließen sich in der Brandung gebildete fossilreiche grobkörnige Riffschuttkalke des Außenriffs an, wie sie auch am Blauen See aufgeschlossen sind.

Am Auslauf des Blauen Sees steht durch Hämatit leicht rot gefärbter Riffschutt aus ästigen Stromatoporen und Korallen an:

Ansonsten dominiert grauer Riffschutt.
Oft ist es ein ausgesprochen grober Riffschutt.
An der Halbinsel im See sind sogar einige Stromatoporentafeln von 3 Meter Längsausdehnung zu finden, die in Kalksanden (Kalkarenite) eingebettet sind und Relikte eines Riffkerns darstellen.
Diese Arentitlagen bzw. gelegentliche Materialwechsel markieren die Schichtung, die zumeist flach nach Osten bis Nordosten einfällt, aber selten hervortritt.

Riffkalksteine des Mittel-Devons an der Südflanke des „Braunesumpf“-Sattels. Riffbildner sind Stromatoporen und rugose Korallen, es finden sich auch Reste von Crinoiden und Brachiopoden. Kalke und Riffschutt wurden durch tektonische Beanspruchung deformiert. Nach OESTERREICH (1991) fand eine Frühdiagenese am Ende des Riffwachstums statt, die zur Zementation und Umkristallisation führte. Eine Spätdiagenese ohne Dolomitisierung erfolgte im Unter- und Oberkarbon (duktile Deformation bei 250-300 Grad). Kluftsysteme entstanden auch seit der Ober-Kreide, Voraussetzung für die Verkarstung und Höhlenbildung seit dem Paläogen (Hermannshöhle, Baumannshöhle).

Der Elbingeröder Komplex, eingebettet in die Blankenburger Faltenzone, besteht in seinem Zentrum aus mehreren hundert Meter mächtigen Massenkalken (Mittel- bis Oberdevon, frühes Givet bis spätes Frasnium, ca. 382-372 mya). Zusammen mit dem Iberg handelt es sich um eines der beiden großen devonischen Riffkomplexe im Harz.
Im Mitteldevon stiegen Magmen in die Wissenbacher Schiefer auf, die 500-1000 m mächtige Schwellen aus Keratophyren (intermediäres oder saures, helles vulkanisches Ganggestein mit Albit und Chlorit) und Schalsteinen (gering metamorphes vulkanoklastisches Gestein) bildeten, und auf denen im Givet ein Algen- und Korallenwachstum begann. Diese Massenkalke erreichen durch Absinken des Untergrundes und Nachwachsen des Riffkörpers bis zum Oberdevon eine Mächtigkeit von bis zu 600 m. Begleiterscheinung des Vulkanismus ist die Bildung der sedimentär-exhalativen Roteisenerzlager vom „Lahn-Dill-Typ“ und Pyritvererzungen (Grube „Einheit“, Lagerstätte vom „Rio-Tinto-Typ“). Mineralogisch erwähnenswert sind auch die Rhodonit-Vorkommen von Schävenholz.

Umkristallisierter, eisenhaltiger Calcit (Bildbreite ca. 20 cm) in den anstehenden Kalkfelsen am Blauen See.
Im Steinbruch (Stage 2) in der Nähe des Parkplatzes sind ebenfalls Riffkalke aufgeschlossen; bankige Lagunenkalke (links) und Kalke aus Riffschutt (rechts) sowie pelagische Styolinen-Kalke. Mylonitischer Kalkstein aufgrund einer im Nordosten des Steinbruchs gelegenen variszischen Scherzone kommt ebenfalls vor. Man findet Klüfte, die sich mit Sedimenten verfüllten (Neptunische Gänge).
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Laut Listing sind hier mehrere Gesteine aufgeschlossen…
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Suche dir noch mindestens zwei (gerne auch mehr) interessante Exponate aus und beschreibe sie näher ( Aussehen / Farbe, Struktur, warum sind dir gerade diese Steine besonders aufgefallen, was war für dich daran interessant…) – kannst du sie anhand des Listings zuordnen ?
An Stage 3 findest du eine Informationstafel (die wird aber nicht zur Beantwortung dieses ECs benötigt)
Alle zur Beantwortung erforderlichen Antworten findest du im Listing bzw. direkt vor Ort.
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Wer sich noch detaillierter mit diesem Ort beschäftigen möchte, dem empfehlen wir diese Seite: www.kanalmusik.de
Quellen:
Regionalverband Harz eV
www.kanalmusik.de
Literatur : FRANKE, D. (2014): Regionale Geologie von Ostdeutschland – Ein Wörterbuch.
Näheres zur Geologie des Elbingeröder Komplexes
OESTERREICH, B. (1992): Ein Beitrag zur geochemischen Faziesdiagnostik devonischer
Riffkarbonate im östlichen Rhenoherzynikum (Elbingeröder Komplex, Harz). Z. geol.
Wiss., 20(3): 259-264, Berlin
WELLER, H. (1991): Fazies und Stratigraphie des Atollstadiums im Elbingeröder
Komplex/Harz. Z. geol. Wiss., 19(6): 663-671, Berlin