Römerschanze bei Potsdam
Die Wallburg befindet sich auf einem bewaldeten Geländesporn im heutigen Naturschutzgebiet „
Sacrower See und Königswald“, 19 m oberhalb des Ufers des Lehnitzsees, östlich der Nedlitzer Nordbrücke und südöstlich des Stinthornes. Vom Bodendenkmal erhielten sich Wall- und Grabenreste.
Eine erste Besiedlung des Platzes begann in der Hügelgräberbronzezeit und erstreckte sich kontinuierlich bis zum Ende der Hallstattzeit ( ca. 1250 bis 550 v. Chr.). Ob der Platz von Beginn an befestigt war, ist unbekannt. Die Wallburg kann der Lausitzer Kultur zugerechnet werden, die in der späten Bronzezeit und der frühen Eisenzeit (1300 bis 500 v. Chr.) auf den heutigen Gebieten von Ostdeutschland, Polen, Teilen Tschechiens und der Slowakei und in Teilen der Ukraine bestand. Starke Brandschichten am Ende der Besiedlung im 6. Jahrhundert v. Chr. deuten auf eine Zerstörung beziehungsweise Brandkatastrophe. Erst im 8./9. Jahrhundert wurde die Stelle von Slawen wiederbesiedelt. Die slavische Burg bestand bis zum 10. Jahrhundert und wurde dann, wie alle Höhenburgen der Wilsen, aufgegeben. Die slawische Vorburgsiedlung wurde erst mit Beginn des 13. Jahrhunderts aufgegeben.
Die Wallburg mit einer Ausdehnung von 175 m mal 125 m umfasst circa zwei Hektar Fläche. Vom einst sechs Meter hohen Ringwall erhielt sich nach Abwaschung eine Resthöhe von etwa drei Metern. Die Fortivikation wies eine Bauphase in Holz-Erde-Technik auf. Bis zu 1.000 Mann fanden in ihr Platz. Von der Innenbebauung konnte ein Haus mit einer Grundfläche von 11,50 m mal 16,60 m freigelegt werden.