Skip to content

Urfter Marmor EarthCache

Hidden : 10/26/2015
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:



Was ist Marmor?

Petrographischer Begriff

Im petrographischen Sinn sind Marmore Umwandlungsgesteine, die mindestens 50 Volumenprozent Calcit, Dolomit oder seltener Aragonit enthalten. Viele bestehen aus fast nur einem Karbonatmineral. Bei der Entstehung waren sie einem hohen Druck und /oder hoher Temperatur ausgesetzt. Dabei kam es zu einer Gesteinsumwandlung. Viele Marmore gehören zu den Sedimentitgesteinen, also den Ablagerungen von Material an Land und im Meer. Der Marmor entsteht durch metamorphe Umwandlung von Kalksteinen, Dolomiten und anderen carbonatreichen Gesteinen. Durch hohe Auflastung und/oder tektonischer Versenkung kommt es zu dieser Gesteinsbildung. Hier, in unserer Region, wurden große Mengen an Gestein unter Druck und Hitze ohne Magmakontakt umgewandelt. Diese Prozesse liefen sehr langsam ab. Dabei können zum Beispiel Marmore mit Richtungsgefüge entstehen. Die bevorzugte Spaltrichtung liegt meist rechtwinklig zur Richtung der früheren Hauptspannung. Ab einem bestimmten Druck- und Temperaturniveau verformen sie sich nicht spröde, sondern plastisch. Es können sich Falten und Fließgefüge zeigen, die bei inhomogener Verteilung der Nebengemengebestandteile als Marmorierung sichtbar sind. Ein typisches Kennzeichen des Marmors ist das Fehlen von Fossilien. Rote bis rötliche Marmore werden durch Hämatit, gelbe bis braune durch Limonit, leicht bläuliche und graublaue durch Graphit, kohlige Substanzen oder Bitumen und grüne Marmore durch Chlorit oder Serpentinminerale eingefärbt.

 

Was aber ist der „Urfter Marmor?“

Hierzu müssen wir ein wenig ausholen. Neben der petrographischen Definition des Marmor existieren auch Gesteine, die wir landläufig alds Marmor bezeichnen. Dazu zählen im deutschsprachigen Raum unzählige Kalksteine,Grafik Kalkbrekzien, Dolomite und Travertine. Marmor als Kulturbegriff ist seit Jahrhunderten in der Literatur der Themenbereiche Architektur, Innenausstattung, Kunstgewerbe, Kunstgeschichte und anderen Bereichen in petrographisch falscher Anwendung verbreitet, ohne dass dies Folgen hat. Erklärbar ist das auch dadurch, dass sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein geowissenschaftliches Verständnis über Gesteinsmetamorphose entwickelte, wonach sich tatsächlicher Marmor vom Kalkstein durch geologische Umwandlungsprozesse unterscheidet.

Um Marmor im geologischen Sinn handelt es sich bei dem einst in diesem Steinbruch abgebauten Kalkstein nicht. Fossilreiche Gesteine wie der Urfter Marmor oder verwandter Kalkstein aus Roderath ( Gemeinde Nettersheim ), lassen sich aber gut polieren und waren als „Eifelmarmor“ gerade zu Zeiten des Barock sehr beliebt. Sie weisen eine auffallende Musterung auf und kamen gerne in Kirchen, Klöstern und Herrenhäusern des Rheinlandes zur Anwendung.

Der Urfter Marmor entstand vor rund 395 Millionen Jahren. Das Klima war damals sehr warm, denn das Rheinland lag südlich des Äquators. Am Boden eines flachen, tropisch-warmen Meeres bildeten sich ausgedehnte Riffe aus Seelilien, GrafikKorallen, Schwämmen und zahlreichen anderen Organismen. In Mitteleuropa bildeten sich zu dieser Zeit karbonische Sedimente, wie z. B. Riffkalke und pelagische Cephalopodenkalke. Aus Riffschutt und Kalkschlamm entstand eine mehrere hundert Meter mächtige Kalksteinabfolge. Anschließend kam es im Lauf der Jahrmillionen einerseits zu einer Hebung des Rheinischen Schiefergebirges und andererseits zu einer bruchtektonischen Einsenkung der Niederrheinischen Bucht. Das geschah während des Oberkarbons vor ca. 310 Millionen Jahren. Erhalten blieben die mitteldevonischen Kalksteinschichten nur in den sogenannten Eifeler Kalkmulden; der Urfter Steinbruch liegt im Bereich der Sötenicher Kalkmulde. Typisch für die fossilreichen Gesteine des Urfter Steinbruchs sind die sehr ansprechende rötliche Farbe und die zahlreichen Stielglieder von Crinoiden (Seelilien).
Sie sind heute sehr selten und gehören wie Seeigel und Seesterne zu den Stachelhäutern. Im mitteldevonischen Flachmeer siedelten an manchen Stellen ganze „Wälder“ von Seelilien. Außerdem finden sich Korallen, Brachiopoden (Armfüßer), Schnecken und Stromatoporen, eine ausgestorbene Gruppe der Kalkschwämme, häufig.

 

Um diesen Cache zu loggen, begib dich zu dieser Location und beantworte nachfolgende Fragen. Anschließend postet zu eurem Log bitte noch ein Foto von euch an der Location. Wenn ihr selbst nicht auf dem Foto erscheinen wollt, reicht natürlich auch ein persönlicher Gegenstand auf dem Foto als Beweis eurer Anwesenheit. (Laut Earthcache Guidelines ist die Forderung eines Fotobeweises seit Juni 2019 wieder erlaubt.)


 

 

1.) In welchem Erdzeitalter entstand der Urfter Marmor( siehe Infotafel ) ?

2.) Beschreibe die Struktur des anstehenden Gestein mit kurzen Worten.

3.) In welchem Winkel fallen die Gesteinsschichten in diesem Steinbruch ein? Warum ist das so?

4.) Woher bekommt der Urfter Marmor seine braun-rötliche Farbe?

Danach könnt Ihr sofort loggen. Wenn irgendetwas nicht in Ordnung sein sollte, melden wir uns.

Quellenverzeichnis:

Wikipedia

W.S.McKerrow Palökologie ( Stuttgart 1981)

Bodendenkmalpflege LVR

Fotos eigen

 

Additional Hints (No hints available.)