Sargdeckel am Deutschen Bergbau-Museum in Bochum
Einleitung
Sargdeckel ist ein Begriff aus der Bergmannssprache und bezeichnet einen sich an vorhandenen Trennflächen plötzlich aus dem Hangenden lösenden flachen und großen Gesteinskörper. Wegen der Plötzlichkeit des Ereignisses werden Sargdeckel von den Bergleuten gefürchtet. Zwei dieser Sargdeckel sind hier am Deutschen Bergbau-Museum in Bochum ausgestellt. Es handelt sich hier um Toneisensteinknollen bzw. –konkretionen.
Toneisensteine
Toneisensteine sind sedimentäre Konkretionen aus Ton (bzw. Ton mit Mergel gemischt) und Eisencarbonat(en) wie Siderit oder Ankerit. Man findet sie als Konkretionen und Lagen von tonigem Siderit im Steinkohlengebirge des (Ruhr-) Karbon vor. Im Oberkarbon, vor über 300 Mio. Jahren entstanden auf dem Untergrund ausgedehnte Waldmoore. Diese wurden immer wieder durch episodisch auftretende Sedimentschüttungen überdeckt und bildeten so immer wieder neue Moore und schufen dabei die Voraussetzungen für die Entstehung der Kohleflöze. Neben organischem Material wie abgestorbenen Pflanzenresten lagerten sich auch Sedimente, wie hier aus Ton und Eisen ab.
Konkretion
Der Begriff Konkretion wird in der Mineralogie sehr unterschiedlich verwendet. Allgemein wird er jedoch für aus Mineralsubstanzen bestehende unregelmäßig geformte, meist linsenartige, kugelige oder knollige, Gebilde benutzt. Diagenetisch gebildete Konkretionen sind mit Sand oder Ton zusammengebackene oder zementierte Mineral-Gesteinsgemenge, die sich in den torfigen Schichten bildeten. Bei den Konkretionen vor Ort handelt es sich um sedimentäre Gesteine, die aus tonigen Brauneisenstein-Knollen bestehen. Charakteristisch ist, dass sie meist aus zirkulierenden Lösungen von innen nach außen gewachsen sind. Sie breiten sich um ein beliebiges Zentrum herum aus und sind aufgrund der Zementationsbildung oft härter und verwitterungsbeständiger als das Wirtsgestein (Kohleflöz). Oft kann man eine rote, braune oder gelbe Eisenstein-Bänderung an solchen Konkretionen beobachten. Dieser Prozess der Lösung und Zementierung hält jedoch nur solange an, wie sich das Gestein unterhalb des Grundwasserspiegels befindet. Steigt der Spiegel, wird das Gestein ausgetrocknet und oxidiert. Zum Schluss können sich die Konkretionen vom umgebenden weicheren Gestein lösen, weil sie härter und widerstandsfähiger sind. Im Laufe fortschreitender Verwitterung werden Ecken und Kanten abgetragen (sie erodieren) und übrig bleiben abgerundete Gebilde.
Begebt euch an die angegebenen Koordinaten.
Beantwortet anhand eurer Beobachtungen die folgenden Fragen und schickt uns hierdie Antworten.
Ihr dürft gleich loggen, wenn es Probleme gibt dann melden wir uns.
Schön wäre es, wenn ihr Bilder mit hochladen würdet, dies ist zum loggen des Caches aber nicht zwingend erforderlich.
Fragen:
1. Beschreibe die Form der Eisensteinkonkretionen. Worin unterscheiden sich die beiden Exemplare?
2. Lassen sich an den „Sargdeckeln“ Eisenstein-Bänderungen?
Eine Knolle erlaubt einen Einblick in ihren Aufbau.
3. Kannst du hier Rückschlüsse auf ihren Entstehungsprozess (Listing) finden?Begründe deine Beobachtung.
4. Was trat laut Infotafel in Zusammenhang mit den Eisenerzkonkretionen noch auf?
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/
Bilder/Grafik: Nine&Dido