ACHTUNG!
Der Cache wird zum 31. Dezember archiviert!
Ist von den Anfängen der organisierten Schwarzheider Musik die Rede, stößt man über kurz oder lang auf die legendäre Sängereiche. Doch nur wenige wissen, wo sich dieser Baum eigentlich befindet. Als der Kultur- und Heimatverein Schwarzheide im Januar 2011 einen Aufruf in der Tageszeitung mit dem Titel „Schwarzheider suchen die Sängereiche“ veröffentlichte, sollte das Interesse der Bürger von Schwarzheide geweckt werden, sich an der geschichtlichen Aufarbeitung des Themas zu beteiligen. Ein ähnlicher Beitrag im örtlichen Amtsblatt im Jahr 2006 hatte keinen Erfolg gebracht. Der Kultur- und Heimatverein war zu dieser Zeit lediglich im Besitz zweier Fotos, auf denen vor einem größeren Baum mehrere Sänger von Zschornegosdaer Chören zu sehen sind.

Bekannt waren auch die Chornamen, und zwar der „Liederkranz“ Zschornegosda , der Gesangsverein „Liederkranz“ Zschornegosda N/L, der Arbeitergesangsverein „ Morgenröte“ Zschornegosda und der Volkschor Schwarzheide-West.
Der Baum wächst westlich von Schwarzheide-West, unweit der sogenannten „Pferdekoppel“, auf einer Fläche, die überwiegend aus Kiefernmischwald besteht. Nur einen Steinwurf entfernt verläuft die ehemalige Rohtrasse, über die einst Kohletrübe in den Schwarzheider Ferdinandsteich eingeleitet wurde. Gleich daneben beginnt das Gewerbegebiet Süd.
Bei den ersten Gesprächen mit Zeitzeugen aus Schwarzheide-West gab es Meinungsverschiedenheiten über den Standort und das Aussehen des legendären Baumes. Mit dem Erhalt der beiden Fotos vom Kultur- und Heimatverein, die eine Gruppe von Sängern vor einem Baum zeigen, war ein bildlicher Nachweis vorhanden. Ein Vergleich der Fotos mit dem Bild in der Zeitung und der Sängereiche im Wald hat ergeben, dass es sich um den gleichen Baum handelt. Im Laufe des Jahres 2011 haben die Zeitzeugen weitere Fotos von dieser Serie übergeben. Die Aufnahmen stammen von einem Sängertreffen des Gesangsvereins „Liederkranz“ aus dem Jahr 1968 an der Sängereiche. Auf einigen Fotos ist erstmalig die an der Sängereiche befestigte „Liedertafel“ zu sehen. Die Schrift ist allerdings nur mit einer Sehhilfe zu erkennen.
Zu jener Zeit befand sich die „klingende Eiche“ auf einer kleinen Lichtung am Rande eines größeren Waldes, der sich zwischen der Mückenberger Straße und dem heutigen Gewerbegebiet Schwarzheide-Süd erstreckt. Der historische Baum war über einen Weg, der von der Mückenberger Straße in kürzester Verbindung von Schwarzheide-West nach Lauchhammer-Süd zum Elstervorland führte, direkt zu erreichen. Zu besonderen Festlichkeiten haben die Sänger, Musiker und Bewohner von Schwarzheide-West die „Liedereiche“ mit geschmückten Fahrzeugen angesteuert. Für die Schul- und Kinderkinder war der Baum ein beliebtes Wanderziel.
Das heutige Alter der Sängereiche kann nur grob geschätzt werden. Vermutlich ist der knorrige Baum 130 bis 150 Jahre alt. Warum die Sangesfreunde vor 130 Jahren gerade diese Eiche beziehungsweise diesen Ort für die Gründung des Gesangsvereins „ Liederkranz“ ausgewählt hatten, ist bisher nicht bekannt. Vielleicht war es die außergewöhnliche Form des Gewächses im landschaftlich schönsten Waldstück in der Nähe von Zschornegosda. Einige ortskundige Bürger von Schwarzheide sind der gleichen Ansicht. Darunter befand sich auch die ehemalige Eigentümerin des Waldgrundstücks mit der Sängereiche, Eva Socher. Sie verstarb im hohen Alter von 85 Jahren im Jahr 2012. Das Landschaftsbild des Waldes mit dem berühmten Gehölz hat sich seit den 1950er-Jahren grundlegend verändert. Der ehemals aus Eichen bestehende Bestand entwickelte sich zu einem Mischwald. Auf den ehemaligen Lichtungen befinden sich Kiefern, Birken und dichtes Unterholz. Die nebenan befindliche Ackerfläche wurde Mitte der 1990er-Jahre mit Kiefern aufgeforstet. Der kürzeste Weg zur Sängereiche existiert heute nicht mehr. Der Baum kann nur mit detaillierten Ortskenntnissen erreicht werden.

Durch die veränderten örtlichen Verhältnisse steht die Sängereiche jetzt rund zehn Meter im Wald. Noch heute befinden sich im Bereich des Baums ein kleiner Tisch und Teile von Betonplatten. Letztere sollen das ehemals vorhandene Holzpodest für die Sänger ersetzt haben. Der Holztisch diente als Ablage und Sitzgelegenheit. Wer den Tisch oder die Bank in den Jahrzehnten nach 1980 erneuert hat, bleibt bislang ein Rätsel.
Und dieser Cache führt euch nun zu dem "geheimen" Ort an dem am 28. September 2013 durch den Kultur- und Heimatverein die wiederentdeckte Sängereiche mit ein Sängerfest eingeweiht wurde.