Am Weg zur Vintlalm
Auf die Berge!
Auf die Berge möcht ich wieder,
Auf die sonnenfrohen Höhen,
Wo die schönen Lüfte wehen,
Aus der Stube, aus der Stadt!
Ha, die Brust, voll neuer Lieder,
Steig ich nieder in die Tale,
Sitze wonnig müd zum Mahle,
Das so viel der Freuden hat.
Schau dem Freund ins kühne Auge,
Lache mit dem blauen Himmel,
Mit dem ungetrübten Himmel,
Mit der ganzen heitern Welt.
Fühle wieder, was ich tauge,
So zur Freude so zum Streite,
Noch zuvor des Unmuts Beute,
Weiß ich heute mich ein Held.
War die Mühe doch vergebens
All der zähen Plagegeister!
Zeig ich ihnen jetzt den Meister
Wohl zum Spott und zum Verdruss!
Freue mich so recht des Lebens,
Allem Guten, Freien, Schönen
Will ich glühen, will ich frönen,
Mich erfüllt ein Genius.
Ludwig Eichrodt (1827-1892)

Die Vintlalm auf 1545m Höhe
Die Bergfahrt
Wir haben es beschlossen –
Drum mutig, unverdrossen!
»Zur Bergfahrt« soll die Losung sein!
Nun schließt euch an und stimmt mit ein!
Wie herrlich, Kameraden,
In Alpenluft zu baden!
Wie wird so weit die enge Brust,
Die weite Welt so voll von Lust!
Auf hoher Flur zu liegen,
Den trunknen Blick zu wiegen
In diesem Meer von Herrlichkeit,
O welche Lust und Seligkeit.
Ihr Röslein zum Entzücken,
Ihr Röslein, lasst euch pflücken!
Ihr sollt als schönster Blumenstrauß
Begleiten uns ins Tal nach Haus.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Viel Freude in der Natur wünscht dir Zeachenkaas!