Osthessen bietet in den Jahrmillionen der Erdgeschichte einige interessante Aspekte. Die Geologie ist geprägt von Buntsandstein, der überall sichtbar ist. Augenscheinlich und allseits bekannt sind die Salzvorkommen, die seit vielen Jahrzehnten wirtschaftlich genutzt werden. Daneben gibt es noch Reste von Vulkanismus, z. B. auf der Haukuppe.
Rund um Bad Hersfeld werden die Höhenzüge im Wesentlichen durch die Formation der Germanischen Trias gebildet. Die Trias ist die älteste Periode des Erdmittelalters, dem Mesozoikum. Man unterscheidet in die Untere, die Mittlere und als jüngste in die Obere Trias. Der größte Teil der aufgeschlossenen Gesteinsschichten gehört in das Erdzeitalter des Mittleren Buntsandsteins (Untere Trias). Aus dieser Formation stammen größtenteils die jungen bodendeckenden Kiese und Gerölle in den Fluss- und Bachtälern. Jüngere Gesteinsschichten der Trias treten um Bad Hersfeld nur vereinzelt und kleinflächig zutage. Dazu gehört das Röt (Oberer Buntsandstein). Darüber liegen Unterer und Mittlerer Muschelkalk (Mittlere Trias).
Die Schichten des Unteren und Mittleren Muschelkalks sind jedoch großflächig erodiert. Erhalten sind sie aber noch im Hersfelder Graben.
Diese geologische Besonderheit erstreckt sich von West nach Ost verlaufend vom Bad Hersfelder Stadtteil Heenes über den Hof Wehneberg, dann das Fuldatal querend bis zum Gut Oberrode nahe des Stadtteiles Sorga. Als langgestreckte tektonische Dehnungszone hat dieser Grabenbruch eine Länge von etwa 4,5 Kilometern und eine Breite zwischen 110 bis 460 Metern.
Vor etwa 200 Mio. Jahren entstanden, gehört der Hersfelder Graben zu den Mesozoischen Gräben. Man geht davon aus, dass die Entstehung in 2 Phasen erfolgte, wobei sich zuerst der Graben durch eine Ausweitung öffnete und dadurch die durch Wind und Wasser noch nicht erodierten Kalkschichten in das Niveau des Mittleren Buntsandsteins einbrachen. Später schob sich der Graben wieder etwas zusammen, wodurch sich die Kalkschichten verfalteten bzw. auffalteten. Diese Verwerfungen reichen bis an die Oberfläche.
Der Schnitt durch den Hersfelder Graben bei Heenes zeigt deutlich die einzelnen Schichten. Unterhalb der 0-Meter-Linie (NN) befindet sich eine Sandsteinschicht, die bis etwa 100 m über NN verläuft, in die der Einbruch (senkrechte Linien = Bruchlinien) erfolgte. In diesem lagern über Buntsandsteinschichten die des Muschelkalks.
Kalkstein als Sedimentgestein (Entstehung durch Sedimentation = Ablagerung von Material an Land und Meer) besitzt in den meisten Fällen eine helle, graue bis graugelbe Farbe.
Im Steinbruch von Heenes als Teil des Hersfelder Grabens findet man sowohl helle graue als auch gelbliche Kalksteine. Aufgeschlossen sind plattige Flächen und - als Besonderheit dieses Steinbruchs - gut erkennbare "Schnitte" durch die Schichten. Die Auffaltung in diesem Grabenbruch wird durch die Schrägstellung der Schichten gut sichtbar.
Die plattigen Kalksteine zerbröseln bei der Verwitterung in kleine Stücke, bei denen man die Dicke der Schichten gut erkennen kann. Diese kleinen Stücke findet man im gesamten Steinbruch. Je nach Zusammensetzung sind die Steine unterschiedlich brüchig.
Der hiesige Kalkstein ist - wie der überwiegende Teil aller Kalksteine - biogenen Ursprungs und nicht etwa durch chemische Prozesse entstanden. Bei biogenem Ursprung wird Kalkstein meistens von Mikroorganismen oder gesteinsbildenden Korallen abgelagert. Der Kalkstein besteht dann aus Calciumcarbonat, das Bestandteil der Lebewesen war und zum Aufbau von Außen- oder Innenskeletten abgeschieden wurde.
Die aufgrund des Grabenbruches erhaltenen Kalkschichten boten sich auch einer wirtschaftlichen Nutzung an. In den "Nachrichten (Miszellen) von Heenes, Bad Hersfeld 2000" findet sich ein Dokument betreffend des Steinbruchbetriebes, in dem der Kalk als wertvoller Rohstoff beschrieben wird. Es erfolgte eine Nutzung sowohl als Dünger als auch als Brennkalk zur Mörtelherstellung neben der Verwendung von Kalkschotter im Straßenbau.
Wie intensiv diese Nutzung erfolgte, wird an der großen Anzahl von Brennöfen und Steinbrüchen entlang des Hersfelder Grabens deutlich. Allein in Heenes wurden 3 Standorte von Brennöfen gezählt; der Stadtteil Kalkobes leitet sogar seinen Namen davon ab. Am längsten hat sich der Abbau für den Straßenbau gehalten. Dieser erfolgte bis in die 1970er Jahre an mehreren Standorten.
Zwischenzeitlich sind einige dieser Steinbrüche der Renaturierung zugeführt.
Der Steinbruch in Heenes als Teil des Hersfelder Grabens ist heute als Grill- und Bolzplatz frei zugänglich. Hier kann man die Schichtung des Muschelkalkes und die Verwerfung gut erkennen. Auch die Oberflächenbeschaffenheit ist anhand von am Hang befindlichen Platten gut sichtbar.
Der Steinbruch ist zu Fuß gut erreichbar. Es muss nicht geklettert werden, um die Fragen zu beantworten. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.
Zur Logfreigabe ist die Beantwortung folgender Fragen über das Nachrichten-Center oder unser Profil erforderlich:
- In welchem Erdzeitalter bildeten sich die Kalkschichten?
- In welchem Winkel stehen die im Steinbruch sichtbaren Kalkschichten?
- Beschreibe die Oberfläche der freiliegenden Kalkplatten.
- Vergleiche die grauen und die gelblichen Steine miteinander. Beschreibe die Unterschiede anhand der Struktur und der Festigkeit.
- Gibt es "Beweise" für den biogenen Ursprung? Welche kannst Du erkennen?
Nach Versenden der Anworten kannst Du gleich loggen. Falls etwas nicht stimmt, melden wir uns.
Über ein Foto zusätzlich zum Log würden wir uns natürlich freuen und dies mit der Trackingnummer unserer Earthcache-Geocoin belohnen.
Wer den Hersfelder Graben vor Ort gefunden hat, darf sich gerne das folgende Banner in sein Profil einbinden:
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Quellen:
- Wikipedia
- Chronik "Nachrichten (Miszellen) von Heenes"
- Hersfelder Geschichtsverein "650 Jahre Oberrode"