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Grosse Fluh EarthCache

Hidden : 2/22/2016
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Steinhof, SO

Grosse Fluh, Steinhof SO
Grosse Fluh bei Steinhof, Kt. Solothurn

Bei Steinhof, einer Solothurner Exklave, die zum Bezirk Wasseramt gehört und vollständig vom Kanton Bern umgeben ist, finden wir die "Grosse Fluh". Dieser erratische Block ist der grösste Findling im Mittelland. Er stammt ursprünglich aus einem Eng begrenzten Gebiet in den Walliser Alpen, dem Val de Bagnes, südöstlich von Martigny. Hierherversetzt wurde er während der letzten Eiszeit vor rund 24'000 Jahren durch den eiszeitlichen Rhonegletscher. Dieser hat auf dem ehemaligen Gemeindegebiet von Steinhof (die Gemeinde fusionierte per 01.01.2012 mit der Gemeinde Aeschi) dutzende weitere kleinere Blöcke, von denen heute noch rund 24 vorhanden sind, zurückgelassen. Viele weitere Blöcke dienten im 19. Jahrhundert als Baumaterial, bevor die Verbliebenen unter Schutz gestellt wurden.

Gletscher

Gletscherausbreitung
Ausbreitung des Rhonegletschers
Der Rhonegletscher, der im äussersten Nordosten des Kantons Wallis entspringt, ist heute noch rund 8 Kilometer lang. Während der letzten Eiszeit vor etwa 24'000 Jahren bedeckte er das gesamte Walliser Rhonetal, bis hinunter zum heutigen Genfersee. Hier teilte er sich in zwei Arme. Der eine reichte weiter rhonetalabwärts bis in die Gegend östlich von Lyon. Der andere Arm dehnte sich nach Nordosten aus, wobei er das ganze westliche Mittelland mit Eis bedeckte. In der Region Bern vereinigte er sich mit dem Aaregletscher und stiess in der Würmeiszeit bis in die Gegend von Wangen an der Aare zwischen Solothurn und Olten vor, was durch Überreste einstiger Moränen bezeugt wird. Während seiner grössten Ausdehnung reichte er bis ins heutige Steinhof.

Bei seinem Rückzug hinterliess der Gletscher die Findlinge, auch erratische Blöcke oder Irrblock genannte Felsen. Das Wort erratisch stammt vom lateinischen errare ([umher]irren). Damit werden in den Geowissenschaften Steinblöcke bezeichnet, die nicht da liegen, wo man sie erwarten würde. Man spricht auch von ortsfremden Gestein.[1]

Findlinge der besonderen Art

Findlinge werden vom Gletscher aufgenommen, transportiert und abgelagert (Sedimentation). Als Grenze zwischen den kleineren Geschieben und einem Findling gilt die Grösse von 1 m3. Die Abtragung geschieht durch die Aufnahme bereits gelockerter Blöcke oder durch Festfrieren und Herausbrechen von Blöcken am Gletschergrund. Blöcke die auf diese Weise vom Gletscher überfahren und aufgenommen werden, weisen eine charackteristische geschliffene Oberfläche auf. Ihre Kanten werden durch die Schleifbewegung am Gletschergrund gebrochen und ihre Flächen werden geglättet. Das Schmelzwasser welches sich unter dem Gletscher bewegt führt den feinen Abrieb ab. Dieser wird dabei an weiteren Blöcken vorbeitransportiert und wirkt dabei wie Sandpapier, wodurch die Oberfläche der Felsgesteine weiter poliert wird. Zieht sich der Gletscher zurück, bedeutet das, dass mehr von seiner Masse abschmilzt, als Eismassen von hinten nachgeschoben werden. Durch das abschmelzen erreichen die Findlinge mit der Zeit den Rand des Gletschers und werden auf dem freigegebenen Untergrund abgelagert. Zurück bleiben zahlreiche rundgeschliffene und geglättete Findlinge.

Transportweg
Wie die Grosse Fluh nach Steinhof gelangte

Seltener findet man – wie hier in Steinhof – aber auch erratische Blöcke mit einer groben, kantigen Oberfläche, die eher an Gesteine aus einem Steinbruch erinnern. Solche Blöcke können offensichtlich nicht am Gletschergrund zwischen Eis und Untergrund mitgeschleift worden sein, da sie ansonsten ebenfalls glattpoliert worden wären. Auch mit dem im Schmelzwasser vorhandenen Sand und Abrieb hatten sie scheinbar weniger Kontakt, denn auch dessen Spuren sind nur schwach vorhanden. Dennoch müssen sie vom Gletscher hierher gebracht worden sein, da ihre Zusammensetzung nicht zu den Gesteinen in der Region passt. Rund um Steinhof finden sich eine Anzahl ebensolcher Felsen, von denen die "Grosse Fluh" der Mächtigste ist.

Die gesamte Region war Entwässerungsgebiet des Gletschers. Entsprechend finden wir hier bis zu 30 Meter dicke Alluvialböden – Schwemmland – bevor wir auf felsigen Untergrund treffen.[3] Diese Schwemmböden bestehen aus unterschiedlichsten Materialien, deren Kornkrössen von Sand und Ton über Kies bis Geröll reichen. Kurz: Alles was durch die Kraft des Wassers bewegt werden kann.
Das trifft auf die Grosse Fluh nicht zu. Auf Grund seiner Grösse und seines Gewichts ist es unmöglich, dass dieser Block durch Wasserkraft an seine heutige Position versetzt werden konnte. Der Berner Geologie-Professor Theodor Hügi stellte in seinen Untersuchungen 1966 fest, dass die hier vorgefundenen Findlinge aus Arkesine-Gneis (Hornblendegneis) mit dem charakteristischen grünen Glimmer bestehen, wie er in der Dent Blanche-Decke im südlichen Wallis (Val de Bagnes) vorkommt.[2]
Diese Blöcke sind scharfkantig und befanden sich niemals am Gletschergrund. Sie wurden AUF dem Gletschereis befördert. Die Tatsache, dass sich hier in der Umgebung etliche Blöcke gleichen Ursprungs finden, lässt darauf schliessen, dass sie ursprünglich durch einen Felssturz oder einen Murgang auf den Gletscher gelangten. Durch Schneefall und anschliessende Vergletscherung des Schnees dürften die Blöcke schliesslich IM Eis gefangen gewesen sein. Durch die Fliessbewegung des Eises von etwa 120 Meter pro Jahr (geschätzt) wurden sie schliesslich bis nach Steinhof verfrachtet, was zwischen 1000 und 2000 Jahre gedauert haben dürfte.

Neben der Grossen Flue finden sich hier unter anderem noch der Menhir und die "Kleinste Fluh", welche beide direkt bei der Grossen Fluh zu finden sind. Ungefähr 300 Meter West-Südwest liegt die "Chilchiflue". Insgesamt gibt es in der Umgebung zwei Dutzend Blöcke unterschiedlicher Grösse.

Geschichte

Die Grosse Fluh wurde bereits 1869 von der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft erworben und unter Schutz gestellt, da man Befürchtete, dass der Felsen beim Eisenbahnbau Verwendung finden könnte und dadurch zerstört würde. 1883 wurde der Schutz auf die gesamte Gruppe inkl. dem beigestellten Menhir ausgedehnt. Diese Rettungsaktionen führten schliesslich 1905 zur Gründung der Solothurner Naturschutzkommission, welche die erste solche Kommission in der Schweiz war. Dies gilt auch als Gründung des Solothurner Naturschutzes. Erst 1971 wurden alle Findlinge des Kt. Solothurn unter Naturschutz gestellt.

Cache

Umkreise den Block und stell Dir vor, wie er hierher gelangte. Beim Nullpunkt findest Du eine Infotafel, die Dir weitere Informationen zu diesem mächtigen Findling liefert. Von hier aus kannst Du mit etwas Phantasie auch das "Gesicht" – eine Formation an der Kante, die Nase, Mund und Auge im Profil zeigt – sehen. Auf der Rückseite des Felsens findest Du einen Grillplatz mit Bänken und Tisch. Verweile im Schatten der drei Tannen und beantworte die folgenden Fragen.

  1. Welcher Gletscher brachte die Grosse Flue hierher?
  2. Wie gross ist das Volumen (in m3) des Blocks?
  3. Wie hoch ist sein ungefähres Gewicht (in to)? Hätte er bei diesem Gewicht einfach durch das Wasser hierhergespült werden können?
  4. Aus welchem Gestein besteht er?
  5. Betrachte das "Gesicht" (die Infotafel zeigt Dir wo Du es findest). Könnte diese Formation auch entstanden sein, wenn der Block am Gletschergrund entlanggeschleift worden wäre? Begründe Deine Antwort.
  6. Begib Dich zum Referenzpunkt F1 "Spalt" nach N 47° 09.561 E 007° 41.214 auf der Nordostseite. Hier findest Du einen grossen Spalt der von oben bis in die untere Hälfte führt. Was glaubst Du, wie dieser Bruch zustandegekommen ist?
  7. Betrachte nun die Südwestseite des Blocks vom Referenzpunkt F2 "Wand". Was fällt Dir an dieser Wand auf? Betrachte dabei speziell den rötlich-braun verfärbten Teil links von der Tanne im Vergleich zur restlichen Wand hinter und rechts der Tanne. Was ist daran anders (es geht NICHT um die Farbe oder allfällige Flechten etc., sondern um die Struktur der Oberfläche, also genau hinsehen)? Wie könnte diese Veränderung entstanden sein? Du wirst an dieser Wand etliche Ankerpunkte finden, die zum Klettern verwendet werden. Diese haben nichts mit der gesuchten Veränderung zu tun.
  8. Wenn Du neben der Grossen Fluh graben würdest (nur vorstellen nicht machen!), würdest Du dann hauptsächlich nochmal Gestein der selben Sorte/Art wie in Frage 4 finden? Wenn nein, was würdest Du finden?
  9. Etwas rechts vom Nullpunkt, über der Bank findest Du eine Inschrift. Wie lautet diese?

Sende Deine Anworten per Mail an -Colossus- (peter@zumstein.org) (klick für E-Mail). Du darfst danach direkt loggen, ich melde mich, sollte es Probleme mit Deinen Antworten geben.

[1] Wikipedia, Erratische Blöcke
[2] Schweizer Alpenclub SAC, Sektion Emmental, Kletterführer Steinhof und Steineberg, PDF
[2] WebGIS, Bodeninformationen Kanton Solothurn

Additional Hints (No hints available.)