
Warum Gneiszeit? Ganz einfach! Ich dachte mir, es ist an der Zeit mal den Gneis mit seinen Erkennungsmerkmalen und seiner Entstehung vorzustellen. Häufig wird dieser mit Granit verwechselt, diese beiden sind aber auch zum Verwechseln ähnlich. Hier in Lüder gibt es ein wahres Prachtexemplar und anhand dieses Gneises möchte ich mit Dir die Geheimnisse eines solchen Gesteins lüften. Dazu müssen wir erst einmal klären, zu welcher Gesteinsgruppe der Gneis gehört.
Geologen fassen die Vielzahl der Gesteine in drei Gruppen zusammen:
Magmatite (Erstarrungsgesteine)
Sedimentite (Ablagerungsgestein)
Metamorphite (Umwandlungsgesteine)

Entstehung
Der Gneis gehört zu den Umwandlungsgesteinen. Metamorphite waren ursprünglich Sedimente (z. B. Sandstein) oder Magmatite (z. B. Granit), die durch Plattenbewegungen der Erdkruste in die Tiefe gezogen und dort unter hohem Druck und Temperatur umgewandelt wurden. Die Temperatur muss über 250°C liegen, damit die Minerale des Ausgangsgesteins umgewandelt, bzw. aufgelöst und neu gebildet werden. Die Umwandlung kann so weit gegangen sein, dass nicht mehr zu erkennen ist, aus welchen ursprünglichen Gesteinen sie abzuleiten sind. Die wechselseitigen Wirkungen von Druck und Hitze lassen die streifige Strukturen der Metamorphite entstehen. Bei höherer Temperatur wachsen einige Mineralkörner auf Kosten anderer. Die Atome lösen sich von der Oberfläche der Körner, wandern meist nur wenige Millimeter von der Stelle mit dem höchsten Druck fort und setzen sich dann an der Stelle mit dem niedrigsten Druck wieder fest. Man nennt diesen Prozess Umkristallisation. Bedingungen dieser Art treten bei Kollisionen von Kontinentalplatten (Gebirgsbildung) oder in der Nähe von Magmenkammern und -gängen auf. Typische Umwandlungsgesteine sind beispielsweise Schiefer, Marmor und der...
...Gneis
Je nach Ausgangsgestein unterscheiden wir beim Gneis in:
Ortho-Gneise, das sind umgewandelte Magmatite
Para-Gneise, das sind umgewandelte Sedimentite
Der Gneis hier in Lüder gehört zu den Ortho-Gneisen. Das Ausgangsgestein ist ein Granit und gehört zu den Magmatiten. Ist das Ausgangsgestein eines Gneises bekannt, dann wird dieser z. B. als Granit-Gneis bezeichnet, wie eben hier in Lüder.
Zusammensetzung des Gneises im Allgmeinen
Abhängig vom Ausgangsgestein bilden sich die wichtigsten Minerale nicht während der Metamorphose, sondern sind schon im Ausgangsmaterial vorhanden. Mineralbestandteile des Gneises sind unter anderem Quarz, Feldspat, Plagioklas und Biotit.

Verwechselungen
Gneise haben oft Ähnlichkeit mit Graniten, von denen sie sich jedoch durch unterschiedliche gefärbte Lagen und Streifen unterscheiden. Wie beim Granit sind die einzelnen Kristalle mit dem bloßen Auge erkennbar. Im Unterschied zum Granit zeigt der Gneis jedoch eine schwach bis deutliche Streifung und oder Bänderung als Folge von „Stress“ durch Druck und Temperatur.

Informationen zum Riesen von Lüder
Für diesen Earthcache sind diese Informationen nicht relevant, aber dennoch interessant. Während der Saale-Kaltzeit wurde dieser Gneis von den nach Süden dringenden Gletscher mitgebracht. Er wiegt etwa 34 Tonnen und ist vor mehr als einer Millarde Jahren entstanden. Gefunden wurde er beim Ausheben des Bettes für den Elbe-Seitenkanal.

Ganz nebenbei bemerkt wurde der Gneis zum Gestein des Jahres 2015 gewählt.
Quellen
Text: Geopark Harz, Wikipedia, Orangerie
Grafik: Geopark Harz
Bilder: Wikipedia, Orangerie
Zeichnung: Orangerie
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1. An der Seite des Gneises die der Kirche zugewandt ist, findest Du einen zweifelsfreien Beweis dafür, dass es sich um einen Gneis und nicht um einen Granit handelt. Schildere bitte was Du gefunden hast.
2. Umrunde den Riesen von Lüder und schau Dir die Oberflächestruktur einmal genau an. Welche/s Mineral/e kannst Du eindeutig zuordnen?
Ich würde mich sehr über ein Foto von Dir oder Deinem GPS beim Riesen freuen (optional).
Viel Spaß mit diesem Earthcache und herzliche Grüße von Orangerie und Team KenGuruh.