Wer diesen EC besuchen will sollte auf jeden Fall einen Schutzhelm tragen !!!
Zum Suchen empfehlen wir außerdem einen vernünftigen Hammer und ein Behältnis zum Transport der Fundstücke.
Und natürlich sollte geländegängiges Schuhwerk selbstverständlich sein.
Ansonsten gilt hier: Jeder ist für sich selbst verantwortlich !
Alles wichtige findet ihr auch ohne in die Wände einzusteigen !
Ornatenton-Schichten sind reich an Versteinerungen von Austern und schöner Ammoniten.
Der besonders reich ornamentierte Ammonit Ornatus war namensgebend für diese Tonschicht.
Hier ein Beispiel für ein Fundstück (allerdings das wirklich Größte was dort bisher gefunden wurde und natürlich auch schön präpariert) :

Die Formation wird in manchen Gegenden bis zu 130 m mächtig.
Ornatenton ist die oberste Schichtstufe aus dem Mittleren Jura (Dogger).
In der Internationalen Gliederung wird der Ornatenton dem Callovium zugeordnet.
Die Callovium- Sedimente haben ein Alter von 164,7 bis 161,2 Millionen Jahre und die darin enthaltenen Fossilien dokumentieren somit einen Entwicklungszeitraum von etwa 3,5 Millionen Jahren.
Die Verbreitung des Calloviums
Das Callovium ist weltweit verbreitet.
Belege dafür wurden zum Beispiel gefunden:
Im Innerrussischen Becken, Westrußland, Polen, Littauen, England/Schottland, Frankreich, Schweiz, Spanien, hoher Norden (Franz Joseph Land), Indien, Himalaya, Indisch - Australische Inseln, Westaustralien, Neu Guinea, mehrere afrikanische Länder, Iran, Japan, Nord - Mittel - Südamerika oder Nord - und Süddeutschland.
Es wurden die Callovium - Fossilien aller Bereiche miteinander verglichen und es konnte festgestellt werden, daß diese zwar unterschiedlich ausgeprägt sind, sich aber weitreichend und somit zusammenhängend weiterverfolgen lassen.

Zum Erdzeitalter des Calloviums waren all diese Landmassen überflutet.
Das ist bemerkenswert, und man kann heute davon ausgehen, dass damals die Polkappen nicht vereist waren.
Die Schichten des Ornatentons
Zur Zeit als sich die Schichten des Ornatentons bildeten, veränderten sich die klimatischen Bedingungen mehrfach und es wurden entsprechend unterschiedliche Sedimente abgelagert.
Es konnten insgesamt drei verschiedene Schichten entdeckt werden:
Die untere Siltsteinfolge
Die untere Siltsteinfolge besteht aus gelblich-grauen, mergeligen Siltsteinen mit Schalenpflastern der Muschel Bositra.
die obere Siltsteinfolge
Die obere Siltsteinfolge ist sandiger ausgebildet und hat eine dunkle, grau-grüne Farbe.
Im oberen Teil finden sich Horizonte mit großen Konkretionen (Einschlüssen)
Fossilien sind nur in den oberen Metern häufig.
Die Schichten der Siltsteinfolgen werden dem Zeitalter des Mittel-Calloviums zugeordnet.
In diesen Zeitraum fallen kurzzeitige, aber kräftige Sediment-Schüttungen.
der Phosphorit-Tonstein
Der Phosphorit-Tonstein als oberstes Schichtglied der Ornatenton-Formation ist wesentlich geringmächtiger und besteht aus hellblauen, glaukonitischen Mergeln mit phosphoritischen Konkretionen (Einschlüssen).
Das Schichtglied repräsentiert einen langen Zeitabschnitt im Bereich Ober-Callovium/Unter-Oxfordium.
Der Tonstein ist wasserundurchlässig und bildet deshalb zur folgenden Schichtstufe des Oberen Jura (Malm) einen Quellhorizont.
Deshalb entstehen manchmal kleine bis große Erdrutsche in diesen Gebieten, wobei das darüber abgelagerte Kalkgestein über den Ornatenton rutscht und diesen verdeckt.
Folge ist, daß Fundstellen im Ornatenton eigentlich mehr als selten sind, weil sie durch anders Gestein verdeckt wurden.
Besteht mal ein meist nur temporärer kleiner Aufschluß, dann ist die Fossiliensuche darin in der Regel mit Schlamm und Spritzwasser verbunden und eine sehr schmutzige Angelegenheit.
Der Lohn dafür sind dann die schönen Funde pyritisierter Ammoniten, die nur noch zu waschen sind und nicht erst mühsam präpariert werden müssen.
Durch den Abbau der darüberliegenden Schichten ist das hier im Steinbruch Wallücke anders: hier sind große Flächen des Ornatentons gut zugänglich und es lassen sich recht einfach Fossilien finden.
Hier einer unserer Funde, beinahe wären wir darüber gestolpert:

Im unteren Hangschuttbereich lassen HardCore-Fossiliensammler oft auch mal Fundstücke zurück die nicht ihren Ansprüchen entsprechen – nichts desto trotz immer noch schön genug für den Gelegenheitsfinder ;-) – oder die Fossilien wurden durch starke Regenfälle einfach nur „freigespült“ …
Durch diese recht guten Bedingungen hier vor Ort soll euch dieser EC ermutigen einfach mal ein wenig zu suchen – oder, um dem Titel dieses ECs gerecht zu werden:
Geniesst die Vorspeise „Austern in Ornatenton“ !
Wir sind gespannt was ihr entdeckt !
Hier sieht ihr Sammler "bei der Arbeit":

Die Schichten mit dem Ornatenton findet ihr, wenn ihr in das Abbaugelände hineinschaut, auf der rechten Seite des Geländes.
Aber natürlich sollt ihr euch auch ein wenig mit dem Gestein Ornatenton beschäftigen…
Und da sind wir auch schon bei den Fragen, die ihr beantworten sollt um diesen EC loggen zu dürfen:
Im Listing wurden unter anderem die Stichworte „Quellhorizont“ und „Erdrutsche“ erwähnt.
Schaut euch den Bereich mit dem Ornatenton an und vergleicht mit den gegenüberliegenden Hängen des Steinbruchs:
Beschreibt die offensichtlichen Unterschiede und versucht die beiden Stichworte in eurer Beschreibung unterzubringen (gibt es Hinweise die auf Quellhorizont / Erdrutsche hindeuten)…
Sucht euch eine Stelle am Hang wo der Ornatenton noch einen relativ guten Zusammenhalt hat.
Schaut euch hier das Material genauer an und beschreibt wie es aufgebaut ist:
Könnt ihr Lagen / Schichtungen erkennen oder ist es eher massiv ? Wie ist der Zusammenhalt des Materials – fest, hart, weich, bröckelig, wie lässt es sich bearbeiten?
Wie würdet ihr den Ornatenton mit eigenen Worten beschreiben?
Sucht euch ein Handstück: Beschreibt die Farbe, den Geruch, was passiert wenn ihr mit den Fingern darüber reibt – lässt es sich brechen oder ist es dafür zu hart ?
Habt ihr Fossilien finden können ? – dann freuen wir uns über eine kurze Beschreibung eures Fundes, gerne auch mit Bild im Log (das ist natürlich freiwillig!)
Und zum Schluss noch eine kleine Rechenaufgabe für zuhause:
Schaut nochmal in die Einleitung des Listings: Nehmt die dort genannte Mächtigkeit der Schichten und den Entwicklungszeitraum und errechnet welche Schichtdicke sich demnach pro Jahr abgelagert hat ;-)
Wenn ihr dann von einem für Menschen zu erreichenden Lebensalter von 80 Jahren ausgeht: Wie dick wäre die Schicht gewesen die wir miterlebt hätten ?
Da hält man sich mal vor Augen was die Menschheit auf der Erde für eine Bedeutung hat…
Beantwortet die Fragen und sendet die Antworten über das MessageCenter (da kommt die Antwort am schnellsten), oder an unser Profil, oder direkt an teamchritho@go4more.de :
Nach Beantwortung der Fragen dürft ihr sofort loggen, wir melden uns falls etwas nicht richtig ist und nachgebessert werden muß...
Und jetzt viel Spaß mit diesem EarthCache :
„Wer einmal gelernt hat, die Spuren der Erdgeschichte zu lesen, wird nie wieder einen langweiligen Spaziergang erleben!“
Quellen:
http://callovium.de/Ornatenton/ornatenton
http://www.spektrum.de/
Geologie im Gelände - Springer Spectrum
Wikipedia
Mineralienatlas.de
Ein ganz besonderer Dank und unsere Empfehlung zum Besuch der Seite:
geoinfotainment.de
Wer beide ECs von uns besucht und beantwortet hat, darf sich (wenn er möchte) gerne das zugehörige Banner in sein Profil laden:
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