
Die Grundlage für die heutigen Höhenzüge des Extertals und auch des Frevertsberges finden wir in der Trias-Zeit vor ca. 200 Millionen Jahren.
Damals war das Gebiet Lippes Teil des Germanischen Beckens, eines großen Flachseebereiches.
Dieser erstreckte sich von Dänemark bis zum französischen Zentralplateau.
Da sich das Becken langsam senkte, wurde es durch Ablagerungen gefüllt, die im Bereich des Extertals in 10 Millionen Jahren eine Mächtigkeit von über 300 Meter erreichten.
Sie hatten ihre Herkunft vor allem aus einem nordeuropäischen Festland und einem süddeutschen Höhenzug (Vindelizien).
Durch einen großdimensionalen Klimawechsel besitzen die Ablagerungen dieser Zeit keine einheitliche Struktur.
Die Gesteinsart und eingelagerte Fossilien sind Zeugen für die Veränderungen im Klima und der davon abhängenden Flora und Fauna. Rote Sedimente, Palmfarne sowie Salzausscheidungen weisen auf warme und trockene, Sandausschüttungen, kohlehaltige Lagen, Schachtelhalme, Muscheln, Fische, Schnecken und Saurier auf feuchtere Klimaverhältnisse hin.
Allerdings sind nur die jüngsten Ablagerungen dieser Zeit mit einer reichlichen Zahl von Fossilien durchsetzt.
Man nennt das aus diesen Ablagerungen später entstandene Gestein nach einem Berg bei Coburg KEUPER.
Nach den Gesteinsarten mit unterschiedlicher Mineralzusammensetzung (z.B. Quarz, Dolomit u.a.) wird das Keupergestein in mehrere Stufen und Unterstufen gegliedert:
Untere Keuper, Mittlere Keuper, Obere Keuper (Räth)
Keuper ist die jüngste Abteilung der ältesten Formation des Erdmittelalters der Trias.
Die älteren Abteilungen der Triaszeit sind Buntsandstein und Muschelkalk.
Durch die inneren Kräfte während des Tertiär haben die Keuperschichten nicht mehr ihre ursprüngliche waagerechte Lagerung, sondern sind nach Norden geneigt:

Der in unserem Raum etwa 40 Meter mächtige Untere Keuper beinhaltet vornehmlich Dolomite und Sandsteine, in die bunten Letten, ein wenig verfestigtes, schmierig weiches, meist tonig oder mergeliges Gestein, im mittleren Abschnitt auch Lettenkohlen eingelagert sind.
Der Mittlere Keuper ist gesteinsmäßig am stärksten gegliedert und weist auch die größte Mächtigkeit (über 200 Meter) auf.
Der rund 50 Meter mächtige Obere Keuper(Räth) beinhaltet marine Quarzite und Sandsteine, die eine größere Festigkeit als die Gesteine des Mittleren Keupers besitzen.

Er widerstand daher vielfach den abtragenden Kräften und bildet die Rücken zahlreicher Berge im Extertal (z.B. Hoher Asch, Sternberg, Grenner Berg, Dörenberg, Almenaer Berg, Nüllberg) und angrenzender Gebiete (z.B. Köterberg, Winterberg, Schwalenberger Mörth).
Hier am Frevertsberg treten gleich zwei Gesteine an die Oberfläche:
Das überaus harte Gestein des Räth aus dem Oberen Keuper an der Oberfläche
und darunter die Mergelgesteine aus dem Mittleren Keuper.

Die harten Räth-Gesteine konnten durch Erosion nicht so stark abgetragen werden wie die anderen Schichten und bilden so die Höhenzüge hier im Extertal.
Die oberen Räth-Schichten werden stetig durch Abtragung (Frostsprengung ) gebrochen und werden dadurch stetig an die Erdoberfläche verfrachtet.
Vor allem die Landwirte stellt das Räth-Gestein deshalb vor ganz besondere Herausforderungen und ist eine Prüfung für Mensch und Material.
In früheren Zeiten wurden die Gesteinsbrocken regelmäßig von Hand auf den Feldern zusammengetragen (aufgelesen) und an den Feldrändern aufgestapelt – daher auch der Name „Lesesteine“.
Wer genau hinschaut findet diese Lesesteinhaufen heute noch häufig unter Hecken an den Feldrändern, zum Beispiel bei Stage 4.
In der Nähe des FINALS bei Stage 3 ist Räth-Gestein in der ursprünglichen Lage im Gelände zu sehen, am Final seht ihr im oberen Bereich der Wand das Räth-Gestein aus dem Oberen Keuper, darunter dann die Mergelsteine des Mittleren Keuper.
Warum das Räth-Gestein der Verwitterung mehr standhält als andere Gesteinsschichten soll mit den Aufgaben dieses ECs gelöst werden.
Dazu müssen wir wissen das es für die Härte von Gesteinen folgende Einteilung gibt:
Gesteinshärte (Tab.): Härteskala nach DIN 4022, Teil 1

Spectrum Akademischer Verlag, Heidelberg
Eure Aufgaben zum Erfüllen der Logbedingungen zu diesem EC sind:
Sucht euch (am besten aus einem Lesesteinhaufen) ein Handstück des Räth-Gesteins und am Aufschluss (am besten aus dem Geröllschutt am Fuße des Hangs beim FINAL) ein Handstück des Steinmergels.
Vergleicht beide Fundstücke:
Wie unterscheiden sie sich in der Beschaffenheit der Oberfläche, der Farbe, der Struktur?
Welche Unterschiede bezüglich der Härte könnt ihr feststellen (nehmt dazu die obige Tabelle zu Hilfe), wie lassen sich die Proben brechen / spalten - macht dazu eine Härteprobe (das könnt ihr auch später zuhause erledigen)
Nennt uns den genauen Fundort euren Handstücke.
Beantwortet die Fragen und sendet die Antworten über das MessageCenter (da kommt die Antwort am schnellsten), oder an unser Profil, oder direkt an teamchritho@go4more.de :
Nach Beantwortung der Fragen dürft ihr sofort loggen, wir melden uns falls etwas nicht richtig ist und nachgebessert werden muß...
Und jetzt viel Spaß mit diesem EarthCache :
„Wer einmal gelernt hat, die Spuren der Erdgeschichte zu lesen, wird nie wieder einen langweiligen Spaziergang erleben!“
Quellen:
Chronik des Extertals - Die Geschichte einer Gemeinde