Treffpunkt ist der Parkplatz vor der Kirche. Dort kann bequem das Auto stehen gelassen werden, während wir uns dem Aufstieg widmen. Legt im Zweifel eine Parkscheibe ins Fenster.
Als aller erstes sollten wir hier unten noch ein paar Trockenübungen machen, die wir dann oben an der Spitze dringend benötigen werden. Wir wollen ja nicht, dass wir in der Aufregung irgendetwas vergessen oder gar die Aussicht nicht genießen können. Fangen wir nun mit ein paar lockeren Dehnübungen an, Kopf, Nacken, Arme und Beine. Schön brav alles nacheinander durchgehen. Mit so einer Zerrung ist nicht zu spaßen.
Nun stellt euch gerade hin und wir beginnen mit dem Höhentraining (klingt anstrengender als es ist). Wichtig ist hierbei die exakte Ausführung, ihr solltet die Übungen vielleicht in der nächsten Stunde immer wieder ausführen. Dann klappt es auch im Ernstfall.
Brust raus, Bauch rein und nun den Kopf langsam drehen, immer um ein Grad weiter nach rechts oder links, am besten beides, man weiß ja nie wozu es gut ist. Wir drehen uns nun ein paar Grad. Ja gut so und stopp. Jetzt ist es wichtig diese Position eine Weile zu halten, denn jetzt kommt der schwierige Teil: das nach unten Schauen!
Auch bei dieser Bewegung ist es wichtig die Ausführung peinlichst genau einzuhalten, denn hier entscheidet jedes zehntel Grad über Erfolg oder Misserfolg. Ja, gut so!
Ich denke ihr seid bereit zum Aufstieg (rein virtuell natürlich, was auch sonst bei der T-Wertung?).
Ab hier wird es nun ernst, alle Übungen vorher sollten euch nur auf diesen Moment vorbereiten.
Nun geht es den ersten halben Meter nach oben bequem die Treppe herauf. Dann bewegen wir uns geschwind am Hauptschiff entlang bis zum ersten Fallrohr. Hier nutzen wir die Verankerungen und ziehen uns auf das erste Vordach. Mit einem galanten Hechtsprung erreichen unsere Finger die nächste Dachkante. Das eigene Gewicht ist dann fix emporgezogen und wir haben fast die Hälfte geschafft. Nun geht es zum Objekt der Begierde: dem Turm. Wagemutige können sich auch gleich am Turm direkt versuchen. Galant erreichen wir über die verschiedenen Fenster das Dach des Turms. Ihr krabblet nun spiralförmig um den Turm und erreichen die Spitze. Den Wetterhahn lassen wir heute mal Wetterhahn sein und lassen ihn seinen Dienst in Ruhe weiter verrichten. Schaut mal nach Süden dort seht ihr in der Ferne die Bundesstadt Bonn und das Siebengebirge (wenn es nicht gerade nebelig ist).
Wendet nun euren Kopf genau Richtung Norden und schaut genau über die Kirchturmspitze, euer Auge sollte auf gleicher Höhe sein. Jetzt könnt ihr das eben am Fuße der Kirche gelernte anwenden. Bewegt euren Kopf exakt ein Grad aus der Nordposition in Richtung Westen. Nicht zu viel! Ok, so ist es gut! Nun langsam das Haupt senken. Langsam geht der Blick 2.43 Grad nach unten. Die Angsthasen sollten spätestens jetzt ihre Augen geöffnet haben, denn der Blick ist nun exakt auf den Cache gerichtet! Ich muss nicht erwähnen, dass kurzsichtige Personen, für solche Situationen die passende Sehhilfe tragen sollten, denn wie du jetzt weißt, liegt die Dose nicht auf der Kirchturmspitze (zum Glück ist hier die Erdkrümmung noch nicht relevant, so dass wir ihn doch recht gut sehen können)
Damit geht es wieder nach unten, achte beim Abstieg auf entgegenkommende Geocacher, es könnte dann stellenweise recht eng werden. Entweder es dauert dann länger nach unten zu kommen oder es geht dann unbeabsichtigt sehr schnell.
Am Boden nimm die Beine in die Hand und mache dich auf. Ich hoffe du hast dir oben auch einen Weg ausgeschaut, um schnellstens zu Dose zu kommen. Passe bei der Straßenüberquerung auf und sei dir aller Gefahren auf deinem Weg bewusst. In der Nähe des Caches angekommen solltest du dich zunächst aufmerksam deiner Umgebung widmen. Im Anschluss kannst du dich auf die Suche begeben. Das Versteck sah immer schon so aus, so wie es gerade aussieht, du solltest es ohne Probleme finden können. Wenn du den Cache entdeckt hast, mache dich an die vorsichtige Bergung. Ein Hilfsmittel solltest du in der Regel nicht benötigen, aber ein wenig Feingefühl wäre angebracht. Achtung, Muggle! Ah, gut aufgepasst, das war ein kleiner Aufmerksamkeitstest. Nach dem Eintrag im Logbuch befördere den Cache wieder umsichtig und vorsichtig in sein Versteck zurück.
Ich hoffe der kleine, virtuelle Ausflug auf den höchsten Aussichtspunkt hat dir gefallen und ich freue mich über einen ausführlichen Erlebnisbericht!
Anmerkungen:
- In der Regel sollte der Cache ohne weitere Hilfsmittel zu bergen sein. Falls aber mal alle Stricke reißen sollten und die Dose nicht alleine gehoben werden kann, was natürlich hoffentlich nicht eintreten wird, sollte man auf jeden Fall etwas aus Nd2Fe14B gefertigtes bei sich tragen.
- Der im Bild skizzierte Routenvorschlag zur exakten Positionsbestimmung, darf natürlich nicht 1:1 übernommen werden, da eine Besteigung des Turmes strengstens verboten ist und für die vorige Koordinatenbestimmung nicht nötig ist!
- Das Gebiet um den Cache ist möglicherweise nicht unbedingt mugglefrei und es kann immer mal wieder aus jeder Richtung jemand wie aus dem Nichts auftauchen, deswegen seid wie immer aufmerksam.
- Im Dunkeln sollte es hier dann einfacher sein die Dose zu bergen.
