Da steht sie nun. Kalt und hässlich, ungeliebt - kurzum: wenig einladend.
Die Parkbühne im Sendener Stadtpark wurde hier errichtet, da die Stadt Senden Zuschüsse bekommen hat bei der Entsorgung der Altlasten (siehe Nachbar-Cache: Arsen ohne Spitzenhäubchen - GC260 KD), von denen die meisten an der Stelle, wo jetzt die Bühne steht, lagerten. Die Auflage für die Zuschüsse war jedoch, das Gebiet städtebaulich zu nutzen. Heraus kam ein in Beton gegossenener Alptraum. Die Parkbühne hat jedenfalls kaum Freunde. Am wenigsten unter den Musikern, die im Sommer hier spielen müssen. Ein Trompeter des Sinfonischen Blasorchesters vergleicht die miserable Akustik dieses "Dings" mit der einer Lagerhalle. "Aus Sicht eines Musikers ist die Parkbühne eine absolute Katastrophe!", wird er von der Südwestpresse zitiert. Ein anderer Dirigent äußerte sich gegenüber dem Blatt folgendermaßen und bringt es auf den Punkt: "Egal, ob zum Singen oder zum Spielen: Die Bühne ist nichts." Und niemand will hier spielen. Betretet ruhig einmal, die Bühne und macht euch selbst ein Bild vom Klang. Und damit der Musikgenuss nicht allzusehr von den nur 50 Meter entfernt vorbeirauschenden Zügen gestört wird, wurde noch in einen kleinen Lärmschutzwall an der Seite zu den Gleisen investiert.
Doch selbst wenn die Akustik besser wäre, dem Besucher wird hier einiges abverlangt. Es gibt in der Nähe keine Parkplätze. So muss man ein ordentliches Stückchen laufen, um überhaupt hinzukommen, was insbesondere viele Senioren als Zumutung empfinden. Und dann die Sitze, wenn man sie so nennen will: blanke Betonklötze ohne Sitzbeschalung, ohne Lehne.
Nein, niemand muss sich wundern, dass viele Sendener schlichtweg der Meinung sind, dass hier eine Menge Geld unsinnig ausgegeben wurde. Neben der Parkbühne wurde zudem noch ein Skaterpark gebaut. Immerhin dieser wird von Kindern und Jugendlichen mit Freuden genutzt. So waren die knapp 2 Millionen Euro für den vielen Beton im Park nicht ganz in den Sand gesetzt.
Ein ordentliches Sümmchen von rund einer Viertelmillion Euro stand dabei auch für ein zugehöriges Toilettenhäuschen im Raum. Ein heftiger Streit entbrannte darum im Stadtrat, ob hier überhaupt eins gebaut werden soll, und man stimmte im schließlich dagegen. Das Landratsamt hob jedoch diese Entscheidung wieder auf. Musikern und Gästen sei nicht zuzumuten, fast einen halben Kilometer zur nächsten Toilette im Park zu laufen. Und es sei dann auch davon auszugehen, dass viele Gäste einfach die Parkanlage nutzen könnten, um sich zu erleichtern. Also musste das Klo nun doch gebaut werden, damit niemand in den Park macht. Wer also mal muss, kann direkt bei der Parkbühne im Mai bis Oktober täglich von 9 bis 20 Uhr das Toilettenhäuschen nutzen. Shit Happens! 💩