Du möchtest eine interessante & gemütliche Bergwanderung mit vielen tollen Eindrücken zum beeindruckenden Jachenau Wasserfall im schönen Laintal unternehmen und dabei einen EarthCache an einem beliebten Ausflugsziel besuchen?
Deinen Weg beginnst du am besten beim unten angegebenen Parkplatz.
Der schöne Wanderweg ist eindeutig gekennzeichnet - Ihr folgt stets dem roten Punkt mit der Aufschrift "Wasserfall" auf den Pfeil-Täfelchen. Dieser führt einen Großteil der Wanderung entlang des schönen, lauschigen Baches -der "Großen Laine", welcher später in den "Glasbach" mündet.
Im Sommer ist der Weg von schönen Bäumen beschattet und bietet somit auch einen recht angenehmen Wanderweg, der nicht zu anstrengend und somit auch als Familienauflug recht gut geeignet ist.
Der EarthCache befindet sich auf etwa 935 Höhenmeter.
Die einfache Wegstrecke gemessen zu Fuß vom angegebenen Parkplatz beginnend,
beträgt etwa 4,7 km und nimmt bei gemütlichem Gange circa 60 - 90 Minuten in Anspruch.
Kinderwagentauglich ist diese Route leider nicht.
Zu Beginn erst einmal ein paar allgemeine Informationen zu den Dolomiten :
Ein Großteil unserer heimischen Berge sind aus dem Dolomit-Gestein aufgebaut. Dolomit -oder genauer Dolomitstein ist ein Karbonat-Gestein mit einem hohen Anteil an Magnesium also ein Kalzium-Magnesium-Karbonat, das zu mindestens 90 Prozent aus dem Mineral Dolomit besteht. Dolomitstein ist häufig hellgrau, graugelb oder grüngrau. Angewittert überwiegt oft ein gelblicher Farbton.
Es wird je nach Alter, Mächtigkeit und Zusammensetzung in unseren Breitengraden zwischen folgenden Dolomit-Gesteinen unterscheiden: Ramsaudolomit, Wettersteindolomit, Hauptdolomit, Zechsteindolomit, Bronner Plattendolomit und Frankendolomit.
=> Die am EarthCache zutreffende Gesteinsart ist der Hauptdolomit.
Hauptdolomit ist ein Gestein, das ausgesprochen spröde und hart sowie brüchig und verwittert zu kleinen polyedrischen Stücken ist.
Es bildet in höheren Regionen gleichmäßige Schutthänge, pyramidenförmige Berge, in niedrigeren Bereichen runde Kuppen mit starkem Schuttmantel und dichtem Waldbestand. Typische Beispiele bei uns sind die Hochries, der Sulten, der Gipfel der Hochplatte, der Geigelstein sowie der Hochfelln. Weltbekannt sind auch die Dolomiten, die Drei Zinnen bestehen auch aus Dolomitgestein und auch am Jachenau Wasserfall.
Wie ist der Hauptdolomit entstanden?
In der Oberen Trias vor circa 218 Millionen Jahre stellten sich Bedingungen ein, die das Entstehen von Dolomitgestein ermöglichten. Zu dieser Zeit gab es ein besonders Flaches Meer (oft nur wenige Meter tief) mit Lagunen, in dem nur Spezialisten überleben konnten. Das Meer war übersalzen, dass Wasser sehr warm. Solche Spezialisten waren (und sind heute noch) die Cyanobakterien, also Blaualgen, die Algenmatten entstehen ließen. In kalkigeren Partien findet man manchmal solche Algenmatten inform von parallelen Linien, ansonsten ist der Hauptdolomit an Versteinerungen so gut wie leer.
Bakterien, die Schwefelverbindungen statt Sauerstoff zur Energiegewinnung nutzen sondern Schleime aus um Biofilme auszubilden. Das Mineral Dolomit fällt ausschließlich innerhalb von diesen Biofilmen aus. Dort herrschen andere chemische Verhältnisse als im umgebenden Wasser, insbesondere spielt hier das veränderte Verhältnis von Magnesium zu Kalzium eine große Rolle. Diese Änderungen ermöglichen die Bildung von Dolomitkristallen, die Grundlage der Dolomitgesteine. Immer noch ungeklärt ist aber, warum solche Mengen an fossilen Dolomit entstehen konnten und weshalb solche Ablagerungen von primärem Dolomit heutzutage nicht mehr großflächig im Meeresboden gebildet werden.
Jahrmillionen vergingen bis sich die Richtung änderte. Aus der Spreitungsbewegung wurde eine Einengungsbewegung, die den Ablagerungsraum in diesem Ozean wieder zuschob und die abgelagerten Schichten wie in einen Schraubstock einzwängte und zusammendrückte. Die Schubmassen trafen dann vor ungefähr 40 Millionen Jahren auf den Südrand des damaligen Südeuropas. Zu dieser Zeit existierten die Alpen wie wir sie kennen noch nicht. Dieses Aufeinandertreffen führte zur langsamen Erhebung der Alpen. Somit gelangte nun der vor Millionen Jahren tausende von Kilometern südlich in einem Flachmeer entstandene Hauptdolomit an seinen Platz.

An diesem Wasserfall in der Jachenau kann der Hauptdolomit sehr gut studiert werden. Der Hauptdolomit ist gut durch das Bachprofil beim Wasserfall aufgeschlossen worden. Station 1 bzw. Frage 1 befindet sich direkt am Wasserfall -rechts.
Denkt bitte daran, dass aus höher gelegenen Bereichen natürlich auch Steine rutschen bzw. verwittern, nicht jedes Gestein auf dem Weg zum Wasserfall oder direkt am Wasserfall ist automatisch ein Hauptdolomitgestein. Weiter oben im Hang konnte ich Rätkalk sowie Fleckenmergel finden, diese Gesteine finden sich natürlich auch im Bachbett.
Station 2 (Frage 2) ist nur ein paar Meter von der Holzbank entfernt an der Gesteinwand bei einem zweiten, kleineren Wasserfall.
Dolomitgestein ist sehr häufig von Klüften durchsetzt. Solche Klüfte entstehen bzw. entstanden als eine Reaktion auf tektonische Spannungen, die durch unterschiedliche (platten)tektonische Prozesse erzeugt werden. Dabei können unterschiedliche Arten von Klüften bereits vor und/oder nach der eigentlichen Faltung der Gesteinsschichten entstehen. Die Vielfalt der mechanischen Wechselwirkungen im Gestein spiegelt sich in der Verteilung und der geometrischen Beziehung von Klüften zueinander wieder.
In den Nordalpen sind die Gesteinsschichten intensiv gefaltet und besitzen daher kleinräumig wechselnde Kluftrichtungen und unterschiedliche Ausbildung von Kluftmustern - auch in Abhängigkeit des Gesteinskörpers selbst, also ob dieser eher massig oder mehr oder weniger fein geschichtet ist. Klüfte sind oft nachträglich mit Calcit verheilt, erkennbar an weißen Adern im Gestein. Wasser, welches in Spalten und Klüfte eindringt, sprengt in dem Augenblick, wenn es zu Eis wird mit unbändiger Kraft die Gesteine. Beim Eintreten der warmen Jahreszeit verlieren die gelockerten Trümmer ihren Halt und stürzen herab und bedecken Tal und Hänge mit Schutt.
Bitte folgende Fragen beantworten & loggen:
~ Frage 1 ~ Direkt am Wassserfall
Betrachte die Wand rechts neben dem Wasserfall (siehe Bild 1).
Beschreibe bitte die Strukturen und Farben. Wie ist dein Eindruck von der Stabilität?
~ Frage 2 ~ Gesteinswand und Klüfte
Als nächstes gehst du zu der Gesteinswand, die nicht weit von der Sitzbank entfernt ist (siehe Bild 2).
Hier befindet sich ein weiterer -jedoch kleinerer Wasserfall. Im Foto ist der Bereich markiert, den du dir genauer ansehen sollst.
Wie beurteilst du die Festigkeit des Hauptdolomiten an dieser Stelle?
Hier kannst du auch sehr gut die Risse und kleine Klüfte sehen. Unterhalb davon im Bachbett liegen viele Steine sowie auch am Weg. Suche dir einen davon mit Klüften und beschreibe sein Aussehen. Mit was könnten die Klüfte gefüllt sind und warum bzw. woran lässt sich dies erkennen?
~ Frage 3 ~ Fossilaufkommen
Und zu guter letzt interessiert mich noch das Fossilienaufkommen in den Hauptdolomiten.
Was gilt allgemein in Bezug darauf?
Untersuche das Gestein und beschreibe mir bitte deine Entdeckungen und Schlussfolgerungen.
~ Freiwillig ~ Über ein Foto von Dir vor dem Wasserfall freue ich mich. 
~ Logbedingung ~ Loggen kannst du sofort.
Schicke mir die Antworten bitte per E-Mail an: GCTagTraeumer@web.de (nicht im Nachrichten-Center!) zu.
Falls etwas nicht stimmt, melde ich mich bei dir.
Viel Freude beim Wandern und dem Besuch meines 1. EarthCaches!

Beste Grüße
vom
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"Am Tage geruhsam träumen & in der Nacht nichts versäumen..!"
Bilder: TT.
Quellen: Verlag Dr. Friedrich Pfeil - München, Hrsg. Wolfgang Hiller, 2015, Wikipedia, Geologische Karte, http://www.geomar.de/news/article/wie-entsteht-dolomit/
Speziellen Dank an meinen Mentor lumbricus : Hauptdolomit am Griesenbach, lumbricus - GC6BD12 - https://coord.info/GC6BD12
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