Dieser EC führt euch ins Schlagatal, einer für Thüringen typischen Talform - welche genau, das wollen wir herausfinden ;-)
Einführung
Keine andere geologische Kraft hat die Naturlandschaft Thüringens so nachhaltig geprägt wie die Formungsarbeit der Bäche und Flüsse.
Täler sind das augenfälligste Werk der Bach- und Flusserosion.
Bei geringen Höhenunterschieden und weichem Gesteinsuntergrund zeigen sie meist die Form von Muldentälern; bei hoher Reliefenergie und widerstandsfähigen Gesteinen ergeben sich tiefere und steilere Einschnitte, die als Kerbtäler bezeichnet werden.
Sind sie während der letzten Eiszeit mit Kies und Sand angefüllt worden, so dass sie heute eine ebene, mehr oder weniger breite Talsohle besitzen, tragen sie die Bezeichnung Kerbsohlentäler.
In einem solchen Tal kann der Fluss oder Bach frei pendeln.
Er bildet dann die für naturnahe Bäche so typischen Windungen aus; in reinen Kerbtälern sind dagegen gerade, wildbachartige Fließstrecken charakteristisch, in denen die Bäche wegen des höheren Gefälles oft kataraktartige Stufen aus freiliegendem Felsgestein oder groben Geröllen zu bewältigen haben.
Zwei wesentliche Grundvoraussetzungen für intensive Talerosion sind in dieser Region gegeben: eine hohe Reliefenergie, d.h. große Höhenunterschiede auf engem Raum, und ein dichtes Netz an tektonischen Bruch- und Schwächezonen, die Flüssen und Bächen nicht nur die Eintiefung erleichtert, sondern auch die Fließrichtung vorgegeben haben.
Höhenunterschiede von über 200m sind besonders dort, wo das Gebirge in die Kammregion des Thüringer Waldes übergeht (Rennsteig) bzw. von den canyonähnlichen Talzügen durchschnitten wird (Schwarza, Oberes Saaletal), keine Seltenheit.
Auch die Niederschläge und Abflüsse sind hier durch die Stauwirkung der Luftmassen die höchsten in ganz Ostthüringen.
Als weitere Ursache der starken Zertalung sind die harten Mittelgebirgsgesteine (Tonschiefer, Quarzite u.a.) anzuführen, die der Ausräumung durch fließendes Wasser hohen Widerstand entgegen setzen und deshalb zur Steilhangbildung neigen.
Aber welche Unterschiede gibt es jetzt genau bei den verschiedenen Talformen?

Unter Klamm versteht man eine tief eingeschnittene Gebirgsschlucht mit einem Talquerprofil, welches sich durch annähernd senkrechte oder überhängende Wände auszeichnet (Brunotte et al. 2002).
Bei einer Klamm entspricht der schmale Talquerschnitt dem Flussquerschnitt.
Das Längsprofil einer Klamm ist meist steil und unregelmäßig.
Diese Talform ist Ausdruck der stark wirkenden Tiefenerosion.
Hangdenudation (Denudation) findet dagegen kaum statt.
Klammen können demnach nur in widerständigen, standfesten Gesteinen entstehen.

Eine Schlucht weist wie eine Klamm steile, im Vergleich zur Klamm jedoch etwas abgeschrägte Hänge auf.
Daher ist die Gesamtform Ausdruck starkerTiefenerosion mit geringer, aber im Vergleich zur Klamm zunehmender,Hangdenudation.

Ein Kerbtal ist ein Tal mit V-förmigem Talquerprofil.
Daher wird das Kerbtal auch als V-Tal bezeichnet.
Die Form ist Ausdruck starker Tiefenerosion und starker Hangdenudation.
Am Hangfuß werden die Produkte des Hangabtrags durch das Fließgewässer aufgenommen (Seitenerosion) und abtransportiert.
Diese Talform liegt daher im kontinuierlichen Übergang vom identischen „Tal- und Flussprofil“ zum „Fluss im Tal“.

Das Sohlenkerbtal (anstatt der Bezeichnung Sohlenkerbtal wird auch Kerbsohlental verwendet) ist ein Tal mit typischem Talquerprofil, das eine Mehrphasigkeit in der Entstehung aufweist.
Zunächst durchläuft es die Entwicklung eines Kerbtals mit steilen, gestreckten Hängen, die beiderseits des Flusses enden.
Der Talboden ist mit dem Gerinnebett identisch.
Diese Form ist Ausdruck starker Tiefenerosion und starker Hangdenudation.
Die Weiterentwicklung zu einem Sohlenkerbtal kann zum einen durch verstärkte Seitenerosion bei immer noch vorhandener Tiefenerosion erfolgen.
Dies führt zu einer Ausweitung des felsigen Talbodens.
Zum anderen kann die Form bei der Aufschüttung einer Schottersohle infolge Fluvialakkumulation entstehen.

Muldentäler besitzen ihren Namen aufgrund ihres muldenförmigen Talquerprofils.
Kennzeichnend sind sanfte Übergänge zwischen dem tiefsten Teil des Tales und den umgebenden Hängen.
Bei der Entstehung von Muldentälern ist der Einfluss der Flächenspülung dominierend.
Tiefenerosion fehlt hingegen weitgehend.

In semi-ariden Regionen kommen auch Kastentäler vor.
Kastentäler weisen steile, fast senkrechte Wände und einen ebenen Talboden auf.
Der Talboden ist zumeist als Felssohle ausgebildet.
Kastentäler entstehen infolge starker Tiefenerosion bei gleichzeitig starker Seitenerosion und einem Überschuss an transportierbaren Material (das z.B. durch Sturzdenudation vorhanden ist)
Um diesen EC loggen zu dürfen sollt ihr herausfinden um was für eine Talform es sich hier handelt.
Dazu müßt ihr einen kleinen Spaziergang unternehmen, dabei könnt ihr die wunderschöne Landschaft geniessen !
Zuerst empfehlen wir die Parkmöglichkeit P0 anzusteuern. Ganz in der Nähe findet ihr eine Infotafel und könnt euch schon einmal mit ersten Informationen versorgen - aber Vorsicht !
Ob denn die Informationen hier wirklich stimmen ???? ;-)
Von hier könnt ihr dann zu Punkt P1 laufen, das ist nicht weit. Dort könnt ihr euch einen Überblick von ober verschaffen.
Nach welcher Art von Tal sieht es von hier aus ?
Ganz wichtig: Ermittelt hier bitte die genaue Höhe mit eurem GPS-Gerät !
Anschließend könnt ihr mit dem CacheMobil den zweiten Parkpunkt PK ansteuern und von hier ins Tal hineinlaufen bis zum FINAL.
Auf dem Weg dorthin schaut euch gut um und sammelt Informationen - denkt an die Bilder im Listing... - anschließend entscheidet ihr welche Talform ihr hier genau entdeckt habt - Begründet eure Entscheidung mit ein paar Sätzen.
Ermittelt außerdem wieder die Höhe am Standort. Welchen Höhenunterschied habt ihr ermittelt? Gebt den Höhenunterschied in eurem Antwortschreiben auch bitte an.
Nachdem ihr die Antworten gesendet habt (am besten ans MessageCenter, da kommt die Antwort am schnellsten) dürft ihr euren Besuch sofort loggen. Wir melden uns auf jeden Fall mit einer Bestätigung oder der Bitte um Nachbesserung.
Logs ohne Beantwortung der Fragen werden nach einem angemessenen Zeitraum gelöscht.
Und nun wünschen wir euch viel Spaß und vor allem schönes Wetter beim Besuch dieses ECs !
Quellen:
www.kulturlandschaft.fh-erfurt.de
www.geo.fu-berlin.de
pg-net
„Wer einmal gelernt hat, die Spuren der Erdgeschichte zu lesen, wird nie wieder einen langweiligen Spaziergang erleben!“