Der Multi ist als "drive through" für Autos oder Motorräder konzipiert. Für Radfahrer ist der Rundkurs über die nur teilweise mit Fahrradwegen ausgestatteten Straßen zwar auch machbar, aber nicht zu empfehlen, da es insbesondere in den Serpentinen doch ganz schön eng und unübersichtlich zugeht. Die Route folgt stets dem jeweiligen Straßenverlauf. Alle Abzweige sind im Text markiert. Neu sind ein GPX-Track zum Herunterladen bzw. zum Öffnen in GPSies sowie ein Roadbook mit allen Wegpunkten und Kommentaren. Für das Ermitteln der Finalwerte ist in der Regel nur ein kurzer Stopp nötig. In gemäßigtem Tempo wird die Runde knapp zwei Stunden in Anspruch nehmen.

Eifelrennen
Das noch heute alljährlich ausgetragene Eifelrennen war bis in die ausgehenden 1960er-Jahre eines der bedeutendsten deutschen Motorrad- und Automobilrennen. In den Siegerlisten finden sich nahezu alle Rennsportlegenden jener Zeit. Die ersten vier Ausgaben fanden auf einem 32,2 km langen Rundkurs von Nideggen über Berg, Wollersheim, Vlatten, Heimbach, Hasenfeld, Schmidt und Brück zurück nach Nideggen statt. Bereits bei der Premiere 1922 war mit Rudolf Caracciola einer der erfolgreichsten Rennfahrer der 20er und 30er Jahre am Start. Er trat auf einem bei Fafnir in Aachen gebauten Rennwagen an, schied jedoch früh aus. Damals hieß das Rennen noch „Eifelrundfahrt“ oder etwas bedeutungsvoller „Deutsche Tourist-Trophäe“. Die ersten Sieger waren Fritz und Hans von (und auf) Opel. Das Fahrerlager lag auf einer eingezäunten Wiese nahe der Burg Nideggen. Die Fahrer waren – für die damalige Zeit recht exklusiv - in der Burg selbst untergebracht.

Am 15.07.1922 wurde das erste Eifelrennen bei strömendem Regen auf Höhe der Marienkapelle gestartet. Ich durfte beim Auslegen des Multis ähnliche Wetterbedingungen genießen. Das Foto oben wurde wohl in einem anderen Jahr aufgenommen. Die Kapelle ist links unter dem Startbanner zu erkennen. Sie wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut. Die Koordinaten des ersten Wegpunktes verweisen auf den Tradi Marienkapelle in Nideggen rechts daneben.
WP 1: Start Nideggen
Neben dem Eingang zur Kapelle hängt eine Tafel mit ihrer Geschichte. Wann wurde die wieder aufgebaute Marienkapelle feierlich eingeweiht?
A = Quersumme des achstelligen Datums
Die meisten Straßen waren damals noch tückische Schotterpisten und die Fahrer mussten sich beim ersten Rennen durch knöcheltiefen Schlamm quälen. Heute geht die Fahrt zunächst recht behäbig vom Parkplatz um die Marienkapelle herum Richtung Berg. Rechts und links der weitgehend begradigten Trasse kann man an einigen Stellen noch den Verlauf der alten Strecke erahnen. In einer abfallenden Rechts-Links-Kombination geht es hinein in die erste Ortsdurchfahrt. Diese waren zum Schutz von Fahrer und Anwohner neutralisiert. Für jede Ortsdurchfahrt hatte man fünf Minuten Zeit. Das Örtchen Berg ist nicht sonderlich sehenswert, sodass wir uns hier nicht lange aufhalten müssen.
WP 2: Berg
Kam unmittelbar hinter dem Ortseingangsschild Berg eine Rechts- oder eine Linkskurve?
Rechtskurve, dann B = 1
Linkskurve, dann B = 2

Hinter Berg beginnt die Strecke interessant zu werden. Zunächst führt sie in einer langgezogenen Rechtskurve auf eine Kuppe zu. Danach geht es in zwei flüssigen Kombinationen hinab in eine Senke und wieder hoch auf einen kleinen Höhenzug. Das Foto oben wurde auf dieser Anhöhe mit Blick zurück Richtung Berg aufgenommen. In der entgegengesetzten Richtung war von dort der nächste Ort zu sehen. Wollersheim wurde seinerzeit nicht durchfahren. Am Ortseingang führte eine Spitzkehre direkt wieder aus dem Dorf heraus. Um in solchen Kurven die Bodenhaftung nicht zu verlieren, legte sich der Beifahrer (genannt „Schmiermaxe“) mit zwei Gewichten in die Kurve – ein sicherlich spektakulärer Anblick. Wir legen uns auch in die Kurve und fahren hinter dem Ortseingangsschild Wollersheim scharf rechts.
Die Spitzkehre führt heute in eine Sackgasse – zumindest für Autos. Mit dem Fahrrad kann man der alten Strecke noch ein kurzes Stück folgen.
WP 3: Wollersheim
Am Ende der Sackgasse steht ein Wegweiser für Fahrräder. Wie weit ist es von dort bis Vlatten?
C = Quersumme einschließlich Nachkommastelle
Mit Auto oder Motorrad müssen wir zurück und an der B 265 links. Nach knapp 2 km geht es an der ersten größeren Einmündung erneut links herum nach Vlatten. Für die Region waren die Eifelrennen 1922, 24, 25 und 26 ein Ereignis ersten Ranges. Tausende Zuschauer aus Düren, Aachen, Köln, dem Ruhrgebiet und letztlich aus ganz Deutschland säumten die Strecke. Sämtliche Hotels- und Pensionen waren ausgebucht. Viele Landwirte verwandelten ihre Höfe in Privatpensionen und vermieteten sogar ihre Ehe- und Kinderbetten. Aus Scheunen wurden Fahrradwachen, aus Wiesen Parkplätze und aus Hufschmieden Autowerkstätten. Nachdem der ADAC mit seiner Veranstaltung zum Nürbrgring umgezogen war, klagte ein Hotelier aus Nideggen: „Und der Kuckuck soll diejenigen holen, die damals zugegeben haben, dass man uns die Eifelrennen weggenommen hat. … Es ist nichts mehr los hier.“
Insbesondere Vlatten hat auch schon andere Zeiten erlebt, zu denen im Ort „etwas los“ war. Unter den Franken hatte das Dorf den Status einer Königspfalz. Die Kirche St. Dionysius geht auf diese Zeit zurück. Die mehr wie ein Herrenhaus anmutende Burg Vlatten ist späteren Ursprungs.
WP 4: Vlatten
Mitten vor der sogenannten Burg seht Ihr zahlreiche Schilder. Welche Ziffern stehen auf dem rotgerahmten Hydrantenschild?
D = Summe aller acht Ziffern
Wir biegen vor der Burg rechts ab und folgen weiter dem gewundenen Straßenverlauf. Hinter einem längeren Geradeausstück mit anschließender Linkskurve fahren wir rechts über ein Brückchen in die Quellenstraße und aus Vlatten heraus. Nach Überqueren der Bundesstraße gelangen wir zum berüchtigten „Vlattener Köpfchen“, einer ersten engen, serpentinenartigen Bergaufpassage. Hinter der Anhöhe beginnt der damals schon weitgehend geradlinige Hochgeschwindigkeitsteil der historischen Rennstrecke. Auf ihm erreichten die Rennwagen an trockenen Renntagen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 185 km/h – in den 1920er Jahren ein schier unerhörter Wert.
Am Ende der langen Talabfahrt liegt Heimbach, wo sich die von Opels während der Rennen einzuquartieren pflegten. Ihr Domizil, der alte „Eifeler Hof“ existiert nicht mehr. An seinem Platz steht heute ein auf alt getrimmtes Restaurant gleichen Namens. Nicht weit davon liegt der Tradi No Phone, dem wir uns nun kurz zuwenden wollen. Da es sich um einen Premiumcache handelt, ist er für Basismitglieder nicht abrufbar, die Frage lässt sich aber auch so beantworten.
WP 5: Heimbach
Am Wegpunkt geht es recht farbenfroh zu. Welche Farbe dominiert am oberen Rand?
grün, dann E = 5
blau, dann E = 9
rot, dann E = 7

Am Ende der Ortsdurchfahrt nehmen wir im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt und kreuzen zum ersten Mal die Rur. Schon bald wird deutlich, dass wir es nun mit einer ganz anderen Streckencharakteristik zu tun haben. Ging es bisher durch eine eher sanfte Hügellandschaft, dominieren nun die steilen Abhänge des Rurtals. Den Auftakt bildet die Bergaufpassage nach Hasenfeld (siehe Bild oben). Insgesamt waren auf dem Nideggener Rundkurs 86 Kurven der unterschiedlichsten Spielarten zu meistern. Zunächst von vielen unterschätzt, waren die meisten Experten nach dem ersten Rennen begeistert von der anspruchsvollen Strecke. Die damals aufkommenden Vergleiche mit der berühmten „Targa Florio“ auf Sizilien mögen übertrieben erscheinen, in Sachen Kurven pro Streckenkilometer war die Eifelrundfahrt jedoch allemal ebenbürtig.
Statt PS-strotzender Rennwagen fährt heutzutage ein Doppeldeckerbus namens „Mäxchen“ in den Sommermonaten durch Hasenfeld. Der Bus startet am Bahnhof in Heimbach und fährt die touristischen Highlights der Umgebung ab. Im Unterschied zu ähnlichen Angeboten gilt der normale Bustarif. Sonntags um 12:15 Uhr wird die Tour durch einen Scout des Nationalparks Eifel begleitet.
WP 6: Hasenfeld
Kurz hinter dem Ortseingang liegt rechts eine Bushaltestelle, an der auch das Mäxchen hält. Unweit davon steht eine Elisabeth mit welchem Wort darüber?
F = Wert 1. + 2. Buchstabe vom Wort über Elisabeth
Hinter Hasenfeld biegen wir scharf rechts ab nach Schmidt. Die nachfolgende Serpentinenstrecke zog wie andere, ähnliche Streckenabschnitte stets eine Vielzahl von Zuschauern an. Ein zeitgenössischer Chronist berichtet von einer Kölner Autokolonie, die sich in einer Art sadistischen Frohsinns am Rand der gefährlichsten und halsbrecherischsten Kurven niedergelassen habe, da Stürze hier einfach nicht ausbleiben konnten. Häufig kamen den Piloten in diesen Kurven auch ihre Beifahrer abhanden, sodass sie diese vor der Weiterfahrt erst wieder einsammeln mussten.

Wenn bei Euch alles glatt gegangen ist, könnt Ihr am Aussichtspunkt Hubertushöhe statt verloren gegangener Beifahrer ein paar wunderbare Eindrücke vom 1939 in Betrieb genommenen Rursee sammeln. Zum Parkplatz ist es nur ein kurzer Abstecher und wenige Meter unterhalb liegt auch schon der Aussichtspunkt.
Zurück auf der Strecke, sollt Ihr nun den Tradi Einsames Wartehäuschen ansteuern. Biegt dazu in Schmidt vor der Kirche rechts ab. Das Häuschen kommt nach etwa 500 m auf der rechten Seite.
WP 7: Schmidt
Von wann bis wann halten an dem Wartehäuschen werktags die Schulbusse?
G = Anzahl der Stunden
Etwa einen Kilometer hinter dem Wartehäuschen biegen wir rechts ab auf die L 246 Richtung Nideggen. Die nachfolgenden Serpentinen bergab dürften denen bergauf an Gefährlichkeit kaum nachgestanden haben. Immer wieder kam es zu schweren Unfällen mit Verletzten und leider auch Toten. Geplatzte Reifen, Achsbrüche und Motorschäden waren an der Tagesordnung. Zu einer Legende wurde der Dürener Gustav Münz. Im dritten Eifelrennen 1925 erreichte er trotz verbogener Vorderachse, defektem Kupplungsgestänge, qualmenden Bremsen und auseinanderfallender Karosserie das Ziel. Im Jahr darauf kam er auf seinem Foerdle (siehe Foto unten) nach bravoröser Fahrt als Erster ins Ziel und wurde bereits als Sieger gefeiert. Henry Ford persönlich sandte ihm umgehend ein Glückwunschtelegramm – ein Beleg für die internationale Aufmerksamkeit, die das Rennen genoss. Das Ergebnis wurde jedoch im Nachgang korrigiert, sodass Münz kein bleibender Eintrag in den Siegerlisten vergönnt war.
Nicht nur die Rennfahrzeuge, auch die Strecke hatte Ihre Macken. Eine davon war der Bahnübergang in Brück. Um den Verbleib des Eifelrennens zu sichern, wollte man hier eine Brücke bauen. Wie vor Ort unschwer zu sehen, ist es dazu nicht mehr gekommen.
WP 8: Brück
An welchem Eisenbahn-Streckenkilometer liegt der Bahnübergang bzw. das entsprechende Häuschen?
H = Quersumme der Kilometerangabe (5 Ziffern)
Wieder am Ufer der Ruhr angekommen, nehmen wir im Kreisverkehr die erste Ausfahrt Richtung Nideggen. Hinter der Brücke geht es noch einmal steil bergauf – eine letzte Prüfung für Mensch und Maschine. Kurz hinter dem Ortseingangsschild Nideggen fahren wir scharf rechts Richtung Ortskern/Busparkplatz. (Achtung: Die Abzweigung ist leicht zu übersehen. Einfach im nächsten Kreisverkehr zurück, dann klappt's). Für das zweite Eifelrennen ließ ein Hotelier hier, in der sogenannten „Danzeley-Kurve“, eine Tribüne mit 3.000 überdachten Sitzplätzen errichten. Am Start stand eine zweite Tribüne für 2.000 Zuschauer. Wie viele Schaulustige die Strecke insgesamt säumten, ist nicht bekannt.

Die Eifelrennen dauerten einschließlich der Trainingsläufe drei Tage. Das Rennen selbst begann am Samstag früh morgens und zog sich über alle Klassen bis hinein in die Abendstunden. Anschließend gab es auf der Burg Nideggen die obligatorische After-Race-Party, die damals als gemütlicher "Eifelzauber" mit Konzert und Gesangsvorträgen angepriesen wurde. Die Preisverleihung fand eine Woche später in einem Weinlokal in Köln, dem Sitz des Ausrichters statt.
Vermutlich werdet Ihr nicht mit einer Party auf Schloss Nideggen empfangen, was jedoch nicht heißen muss, dass es am letzten Wegpunkt nicht doch noch eine Art Eifelzauber gäbe. Biegt also vor der Fußgängerzone rechts ab und fahrt bis zur Burg vor. In der Regel stehen dort oben genügend Parkplätze zur Verfügung. Der Westturm (auch Damenerker genannt, vom Eingang aus gesehen hinten links) gewährt noch einmal einen schönen Blick ins Rurtal.
WP 9: Burg Nideggen
Wie viele Fenster hat der Damenerker ohne Berücksichtigung der Unterteilungen?
I = Anzahl der Fenster
Folgt man den zeitgenössischen Berichterstattern, so hatte der Rundkurs um die Burg Nideggen durchaus das Zeug, sich als eine der großen deutschen Rennstrecken zu etablieren. Rückblickend darf allerdings bezweifelt werden, ob er noch lange mit den Entwicklungen im Motorsport hätte mithalten können. Die engen Ortsdurchfahrten und die teils hochgefährlichen Kurven sprechen dagegen. Letztlich zog das Eifelrennen 1927 zum Nürburgring um. Pläne, an alter Stelle ein anderes Rennen aus der Taufe zu heben wurden ebenso verworfen wie der Ausbau der Strecke bis kurz vor Gemünd. Ihren Reiz hatten die ersten Eifelrennen allemal und ich hoffe, dass ich Euch mit diesem Multi ein klein wenig davon vermitteln konnte.
Der Cache liegt bei:
N 50° 41. [A * H - D]
E 006° 28. [G + I - E] [B + C + F]
Wer Zugang zum Internet hat, kann die Koordinaten mit dem Geochecker prüfen.

Achtung: Der Cache liegt im Nationalpark - die Wege also bitte nicht verlassen!
Wie beim Original befinden sich Start und Ziel dieses Multis in Nideggen. Insbesondere Radfahrer, die mit der Rurtalbahn anreisen, können sich den zweiten Anstieg nach Nideggen sparen, wenn sie die Runde am Wegpunkt 9 beginnen und in Brück enden lassen. Das Final liegt im Tal. Wer möchte, kann die Rundfahrt natürlich über die im Listing erwähnten drei Tradis hinaus noch mit anderen Caches verbinden. Allerdings solltet Ihr es nicht übertreiben. Ein Gefühl für die Strecke bekommt nur der, der sie ohne allzu viele Unterbrechungen durchfährt.
Viel Spaß und fahrt vorsichtig - immer!
Wenn Ihr die Zielflagge des Eifelrennens gesehen habt,
könnt Ihr Euch das folgende Banner ins Profil einbinden:

Kopiert dazu diesen HTML-Code in Euer Profil:
<a href="http://coord.info/GC6KKG7"><img src="https://s3.amazonaws.com/gs-geo-images/563d1170-2c77-4ac8-892b-bdb8f5c0018c_l.jpg" alt="Eifelrennen" height="150" border="0" /></a>
Beim Erstellen des Multis habe ich die nachfolgend aufgelisteten Internetseiten benutzt. Da es sich hier um keine Doktorarbeit handelt, habe ich auf das korrekte Zitieren verzichtet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eifelrennen
http://oldtimer-haubrich.de/maenner,-motore-und-trophaeen.html
http://aachener-nachrichten.de/lokales/dueren/stadtgeschichte-nideggen-als-mekka-des-motorsports-1.585515
http://eifelon.de/region/90-oldtimer-gehen-auf-legendaere-eifelrundfahrt.html
Unterstützung hatte ich mir auch vom Heimat- und Geschichtsverein Nideggen erhofft.
Laut dem 1. Vorsitzenden beschäftigt man sich dort allerdings "mit anderen Dingen, als mit elektronischen Schnitzeljagden", sodass ich hier leider leer ausgegangen bin.
Deutlich erfolgreicher war ich bei der Suche nach einer Patenschaft für das Final. Da ich damals nicht mobil war, hat MaJoe zu Anfang die Pflege und zeitweise den ganzen Cache übernommen.
Vielen herzlichen Dank dafür!
Zum Schluß noch ein Dank an Agrartechniker, Clampclan, Die Blunas und Eifulaner für das Legen Ihrer Tradis und dafür, dass ich Sie in meinem Multi verwenden kann bzw. bis zu ihrer Archivierung (GC5Z15M) verwenden konnte.