SEBnitzer Stadtspaziergang
Diese Letterbox ist anlässlich des 775. Stadtgeburtstages und des 116. Deutschen Wandertages in Sebnitz im Juni 2016 entstanden und soll ein Angebot für alle geocachenden Sebnitz-Besucher sein, die Stadt zu entdecken. Der Spaziergang führt Euch auf einem etwa zwei Kilometer langen Rundgang durch die Kunstblumen-Stadt Sebnitz.
Dabei kommt Ihr an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei und könnt so Einiges erfahren über die Sebnitzer Geschichte. Wenn Ihr außerdem die Kirche und die Museen besuchen wollt, lässt sich der Spaziergang zeitlich beliebig erweitern.
An 18 verschiedenen Stationen werdet Ihr Werte sammeln, die Euch schlussendlich das Versteck der Letterbox verraten werden. Zu einigen Stationen findet Ihr in der Wegbeschreibung „Anekdoten am Rande“ und „Abstecher“, die Euch bei Interesse noch Einiges über Sebnitz verraten. Ihr könnt sie aber auch übergehen und zur nächsten Station wechseln; für das Finden des Finales sind sie nicht von Belang.
Außerdem werden an zwei Punkten „Alternativen ohne Treppen“ beschrieben.
Achtung! Das Finale ist nicht rund um die Uhr zugänglich, sondern nur zwischen 10 und 17 Uhr!

Auf zum Stadtspaziergang:
1. Los geht es bei N 50°58.349 E 014°16.185 im Sebnitzer Stadtzentrum.
Hier steht Ihr auf einem Übergang über die Sebnitz. Geschmückt ist er mit bunten Wappen, die u.a. zu den Sebnitzer Partnerstädten gehören. Sucht ein für Sebnitz wichtiges Tier und ermittelt dessen Buchstabenanzahl!
A =
Anekdote am Rande: Ein richtiger Übergang wurde hier erst gegen Ende des 19. Jh.s gebaut. Noch in den 1870er Jahren gab es hier nur einen schmalen hölzernen Fußsteg über die Sebnitz, während die Fuhrwerke daneben durch den Bach fuhren.(1)
2. Wendet Euch nun von der Sebnitz weg Richtung Kirchturm zum Stadtzentrum hin! Nach wenigen Metern seht Ihr auf der rechten Straßenseite etwas eingerückt ein wichtiges Gebäude. Nur diese Mühle ist von den Sebnitzer Mühlen fast unverändert erhalten geblieben. Sucht nach Informationen! Wie viele Stadtmühlen gab es in Sebnitz?
B =
3. Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite seht Ihr ein altes Gebäude mit weißem Putz und rot umrandeten Fenstern. Findet das Erbauungsjahr und bildet daraus die Quersumme!
C =
Anekdote am Rande: Der Sage nach folgte vor vielen Jahren auf einen heißen Sommertag, an dem die Sonne vom Himmel herabschien, „als ob sie einem das ganze bissel Fett ausbrätzeln wollte“, „ein furchtbares Wetter, das sich im Talkessel versackte“. Damals wohnte in dem Haus, vor dem Ihr gerade steht, „Mey Augusts verheiratete Schwester“, genannt die Hoyer Großmutter. Da sie bei dem Unwetter Mitleid mit einer Gruppe Zigeuner hatte, gewährte sie ihnen die Nacht über Unterschlupf in ihrem Haus. Die Niedermüllern von gegenüber warnte mit den Worten „Du wirst schon sehen!“. Am nächsten Morgen, bevor die Zigeuner weiter zogen, sprachen sie zum Dank den Feuersegen über das Haus.(2) Und dann kam der September 1854, in dem das Große Feuer in wenigen Stunden den gesamten Stadtkern zerstörte.(1) Fast alle Gebäude ringsum gingen in Flammen auf – nicht aber das Haus der Hoyer Großmutter.
4. Peilt nun von Station 3 aus (A + B) * A Meter in B * C Grad !
Als Sebnitz in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Bauern aus dem Fränkischen gegründet wurde, entstand der Marktplatz in seiner heutigen Größe. Findet dessen Längen- und Breitenmaße und addiert die Ziffern!
D =
5. Geht zu einem spitzen Monument auf dem Marktplatz, das typisch war für fast alle Städte im Kurfürstentum Sachsen! Die Sebnitzer Säule allerdings ist nur eine Nachbildung aus dem Jahr 2001; das Original stand ab etwa 1725/30 bis zum Großen Brand von 1854 auf dem Markt.(4)
Ihr wollt in unsere Landeshauptstadt reisen. Merkt Euch nur die volle Stundenzahl der Entfernungsangabe!
E =
6. Wendet Euch zur östlichen Marktseite! Dort seht Ihr zwischen zwei Häusern eine Lücke, die mit einem Stadtplan gefüllt ist. Daneben hängen Hinweisschilder mit weißer Schrift auf grünem Grund. Zählt die waagerechten Pfeile!
F =
Anekdote am Rande: Die Lücke gehörte einst zum Mühlgraben der Niedermühle, an der Ihr schon vorbei gekommen seid. Bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jh.s war ein Großteil des Marktplatzes mit Wiese bedeckt. Dort bleichten die Frauen ihre Wäsche und ließen die Gänse weiden. Der Mühlgraben der Niedermühle floss offen über den Platz. Als der Markt 1843 gepflastert wurde, überwölbte man ihn. Seit 1714 stand auch ein Rathaus mitten auf dem Markt, das allerdings dem großen Feuer von 1854 zum Opfer fiel.(1)
7. Verlasst den Markt an dessen Ostseite über eine Straße, die nicht gerade kurz ist! Nach wenigen Metern seht Ihr auf der linken Straßenseite wichtige stadtgeschichtliche Daten an einer Hauswand. Bildet die Differenz zwischen den Jahren, in denen Sebnitz vom Wasser heimgesucht wurde, und ermittelt daraus die Quersumme!
G =
8. Nur wenige Schritte weiter, ebenfalls auf der linken Seite, seht Ihr ein Bild eines wichtigen Künstlers der Stadt. Dieser hat solche Motive viel, viel kleiner mit der Schere aus Papier geschnitten und sie für die einzigartigen Sebnitzer Schattenspiele verwendet. Wie viele Tiere seht Ihr auf dem Bild?
H =
9. Wechselt die Straßenseite und biegt hinter dem Blumenladen und vor der Sebnitz rechts ab! Über Stufen gelangt Ihr hinauf zu zwei wichtigen Gebäuden der Stadt. Oben angekommen seht Ihr auf der rechten Seite die ehemalige Stadtschule, die heute eine andere Funktion hat, wie an der Fassade zu lesen ist. Außerdem findet Ihr dort ein Schild des Blümelpfades, das von einer weiteren ehemaligen Funktion dieses Gebäudes berichtet. Der zweite und der vorletzte Buchstabe dieses Begriffes sind gleich. Welchen Zahlenwert hat er?
Alternative ohne Treppen: Wendet Euch vom Scherenschnitt zurück zum Markt, dort links und geradeaus den Berg hinauf. Ihr nehmt die nächste linksabbiegende Straße und steht zwischen den beiden wichtigen Gebäuden, die ehemalige Stadtschule bei dieser Variante zur linken Hand.
I =
Anekdote am Rande: Friedrich Ohnesorge, Vater der berühmten Sebnitzer Künstlerin Ilse Ohnesorge und ab 1867 40 Jahre lang Direktor der ehemaligen Stadtschule, verfasste ein „Schulgesetze für die Kleinen“:
„Ein ordentliches Schulkind soll
Nicht vor Dreiviertel, nicht nach Voll
Gekämmt, gewaschen, schmuck und fein
Alltäglich in der Schule sein.
Das Laufen, Lärmen, Türenknallen
Kann seinem Lehrer nicht gefallen.
Drum geht ein gutes Schulkind nur
Langsam und leis auf Trepp und Flur,
Hält überall im Schulhaus Ruh,
Klinkt jede Thür behutsam zu,
Setzt ruhig sich an seinen Platz
Und macht nicht viel unnützen Schwatz.“(3)
10. Wendet Euch dem Gebäude gegenüber zu und zählt am Haupteingang die Holzkassetten der Eingangstür!
J =
Anekdote am Rande: Im Inneren gibt es die „schöne Maria“ vom Ende des 15. Jh.s zu bewundern. Von ihr geht die Sage, dass sie früher, als es in Sebnitz nur erst wenige Häuser, dafür aber noch umso mehr Wald gab, als „wundertätiges Muttergottesbild“ an einer mächtigen Kiefer hing, neben der ein Waldborn entsprang. Als der Wald gerodet wurde, brachte man die Maria in die Kirche. Die Säule, an der sie hängt, soll noch immer die mächtige Kiefer sein, aus der sie einst geschnitzt wurde. Die benachbarten Böhmen versuchten mehrmals, durch Tausch an die Maria zu gelangen. Sie boten sogar an, als Gegenleistung die Straße nach Einsiedel (Dolní Poustevna) mit Silbertalern zu pflastern. Hat nichts genützt, wie Ihr Euch selbst überzeugen könnt.(2)
11. Geht um die Kirche herum in die schöne Parkanlage mit den mächtigen Bäumen! Dies ist der Alte Friedhof, also der ursprüngliche Begräbnisplatz für die Toten der Stadt. Geht links am Alten Friedhof entlang hin zu einem mächtigen Gebäude mit Rondell und Schieferschmuck an der Fassade! Ihr steht vor der neuen Stadtschule, die 1908 eingeweiht wurde und lange als eine der modernsten Schulen in Sachsen galt. Wie viele Säulen tragen deren Rondell? Zählt die Wandsäulen zusammen als eine Säule und Ihr erhaltet eine ungerade Zahl!
K =
12. Diese Station findet Ihr an den Koordinaten N 50°58.HKF E 014°16.BHG. Schaut Euch hier nach Informationen um! Findet die Nummer des dritten Umgebindehauses, das noch erhalten ist, und zieht davon 13 ab!
L =
13. Folgt der Gasse bergab durch das typische Alt-Sebnitz, das den Stadtbrand von 1854 überstanden hat! In den Umgebindehäusern wohnten und arbeiteten vor allem Leineweber. So auch um 1817 Johann Gottfried John, nach dem die Treppenstufen benannt sind, über die Ihr nun nach rechts hinab steigt.(1) Ihr haltet dabei direkt auf ein schön restauriertes Umgebindehaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu, das mit seiner braunen Blockstube, den grünen Fensterläden und dem hohen Schiefergiebel unverkennbar ist. Findet die alte Hausnummer über der Tür und multipliziert die Ziffern!
Alternative ohne Treppen: Folgt der Obergasse bergab bis zu ihrem Ende und biegt dort scharf nach rechts Richtung Stadtzentrum! Wenig später seht Ihr von rechts die Treppenstufen herab kommen und auf der linken Straßenseite das schön restaurierte Umgebindehaus.
M =
14. Ihr befindet Euch nun in der Hertigswalder Straße, die Sebnitz mit Hertigswalde verbindet, das ebenso wie Sebnitz vor etwa 800 Jahren durch fränkische Kolonisten gegründet wurde und 1950 nach Sebnitz eingemeindet wurde. Geht aber nicht Richtung Hertigswalde, sondern zurück zum Stadtzentrum! Dabei kommt Ihr an einem alten Weberhaus vorbei, das ein Museum über ein recht exotisches Thema beherbergt. Multipliziert die beiden Ziffern auf dem blauen Schieberschild neben der Haustür!
N =
15. Nur wenige Schritte weiter steht Ihr vor dem Heimatmuseum, einem stattlichen Bürgerhaus vermögender Sebnitzer von 1731, die sich mehr als nur ein Umgebindehaus leisten konnten. Mehr als 150 Jahre lang war es Wohn- und Geschäftshaus verschiedener Leinewandverleger, die u.a. den sächsischen Hof mit Leinen belieferten.(4) Das Museum trägt heute den Namen eines verdienten, heimatforschenden Sebnitzers. Nehmt den Zahlenwert des Anfangsbuchstabens seines Nachnamens!
O =
Abstecher? Hinter dem Museum könnt Ihr die größte florale Erscheinung ihrer Art bewundern, denn Ihr wisst sicher schon, dass Ihr Euch im ehemaligen Zentrum der deutschen Kunstblumenherstellung befindet. Die sächsische Kunstblumenindustrie, deren Produktion sich im Sebnitzer Gebiet konzentrierte, deckte etwa drei Viertel des Weltmarktbedarfs an Kunstblumen und exportierte bis in die USA, Mexiko und China.(4) Außerdem findet Ihr hinter dem Museum einen schönen Spielplatz für die kleinen Geocacher.
16. Weiter zur Hertigswalder Straße Nr. 1! Dort soll der Überlieferung nach ein ganz bestimmtes Haus gestanden haben, das der Sage nach das älteste Haus in Sebnitz gewesen sein soll.(2) Nehmt die Buchstabenanzahl dieses ursprünglichen Hauses und addiert dazu die dritte Ziffer des Erbauungsjahres des heutigen Hauses!
P =
17. Folgt weiter Eurer bisherigen Laufrichtung! Wenig später biegt steil nach links ein Gässchen hinab, das nicht gerade weich ist. Geht hinunter und Ihr trefft linkerhand auf ein großes Gebäude in Ziegeloptik! An der Hauptstraßenseite findet Ihr an der Fassade seine ehemalige Bestimmung geschrieben, die es 1893 übernahm. Ermittelt den Buchstabenwert des Buchstabens, der am häufigsten in diesem Wort vorkommt!
Q =
18. Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite führt eine Einfahrt durch die Häuserfront. Darüber hängt in einem metallenen Rund ein Tier mit einem wichtigen alltäglichen Utensil; beide weisen auf die Bestimmung eines Gebäudes hinter der Einfahrt hin. Tier und Utensil haben den gleichen Anfangsbuchstaben. Notiert dessen Zahlenwert!
R =
Ihr habt nun alle Werte gesammelt und müsst „nur“ noch den Ort des Finales ausfindig machen. Wenn Ihr Euch dazu gern setzen möchtet - denn es könnte vielleicht etwas länger dauern - geht durch die Einfahrt hindurch und lasst Euch in der sich anschließenden Grünanlage nieder.
In der ersten der folgenden Tabellen könnt Ihr Eure gesammelten Werte übersichtlich eintragen. Zur Überprüfung: Alle Werte addiert von A bis R ergeben 201!
Übersetzt anschließend die "Rechenaufgaben" mit Hilfe der gesammelten Werte in Zahlenreihen! Dann überführt Ihr diese Zahlenreihen mit Hilfe der allgemeinen Buchstabenwerte in sinnvolle Buchstabenfolgen und Ihr wisst, wo sich das Finale befindet!
In der Letterbox findet Ihr natürlich auch einen Stempel, den Ihr gern benutzen dürft, aber bitte wieder zurücklegt! Viel Spaß und auf ein Wiedersehen in Sebnitz!

Quellen:
(1) Manfred Schober: Was uns die Namen der Sebnitzer Straßen, Gassen und Wege erzählen. Zusammengestellt von Siegfried Richter und herausgegeben für den Freundeskreis des Kunstblumen- und Heimatmuseums Sebnitz „Professor Alfred Meiche“. Sebnitz, Frühjahr 2007.
(2) Alfred Meiche: Sagenbuch der Sächsischen Schweiz und ihrer Randgebiete. Altis-Verlag, 1997.
(3) Beiträge zur Heimatgeschichte – Die Stadt und der Kreis Sebnitz in Vergangenheit und Gegenwart, Heft 7. Im Auftrage des Heimatmuseums „Prof. Alfred Meiche“ herausgegeben von Manfred Schober, Sebnitz 1990.
(4) Manfred Schober: Sebnitz – Aus der Geschichte einer sächsischen Stadt an der Grenze zwischen Elbsandstein und Oberlausitzer Bergland. Berg- und Naturverlag Rölke Dresden, 2003.