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Das Egglburger Os

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Hidden : 2/1/2017
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

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Geocache Description:

Das Egglburger Os ist ein eiszeitlicher Hügelzug in der Nähe der Kreisstadt Ebersberg. Die eiszeitlich geprägte Landschaft lässt sich am besten vom höchsten Punkt des Os betrachten, nahe der Kirche St. Michael. Bei schönem Wetter reicht der Fernblick bis zu den Alpen, dem Herkunftsgebiet des Inn-Chiemsee-Gletschers, der das Os formte.


Wichtiger Hinweis: Das Egglburger Os ist unter der Geotop-Nummer 175R006 im Geotopkataster Bayerns registriert. Es ist ein wertvolles geologisches Lehrobjekt und liegt in einem Naturschutzgebiet (NSG). Bitte verhalte Dich entsprechend. Du darfst und musst die Wege nicht verlassen.

Die eiszeitlich geprägte Landschaft


Die Begriffe Eiszeit und Eiszeitalter beschreiben in erster Linie einen klimatischen Zustand. In unseren Breiten herrschte von vor etwa 2,6 Mio. Jahren bis vor etwa 11.700 Jahren ein überwiegend eiszeitliches Klima. Deshalb wird dieser Zeitraum, das Pleistozän, häufig vereinfacht als die Eiszeit bezeichnet. Allerdings gab es schon viel früher und mehrfach Eiszeiten, besser gesagt: Kaltzeiten.

Keinesfalls war das Pleistozän eine durchgängige Kaltzeit. Wie in jedem Eiszeitalter wechselten sich Kaltzeiten (Glaziale) und Warmzeiten (Interglaziale) ab. Innerhalb der Kaltzeiten gab es wiederum Kaltperioden (Stadiale) und Warmperioden (Interstadiale).

Klimaverlauf der Erde
Abb. 1: Schematische Darstellung der Großklimata der Erde. (Quelle: eigenes Werk)

Die Kaltzeiten, die das Landschaftsbild des Voralpenlandes prägten, ereigneten sich allesamt im Pleistozän. Große Gletscher bedeckten die Alpen und reichten bis ins Alpenvorland. Die Gletscher formten die heutige Landschaft. Aufgrund der Anordnung der Moränenzüge, der Abfolge der Schotterablagerungen und der entstandenen Flussterrassen unterscheidet man die nach Flüssen benannten Kaltzeiten. So gibt es zum Beispiel die Biber-, die Donau-, die Günz-, die Mindel-, die Riß- und die Würm-Kaltzeit.

Die Würm-Kaltzeit war die letzte der großräumigen Vergletscherungen im Alpenraum, die über die Alpen hinausgingen. Die Würm-Kaltzeit begann vor etwa 115.000 Jahren und endete vor spätestens etwa 10.000 Jahren. Damit reichte sie über das Pleistozän hinaus bis ins beginnende Holozän. Das Holozän ist nach dem Pleistozän der zweite, jüngere Zeitabschnitt des Quartärs und zugleich der jüngste Zeitabschnitt der Erdgeschichte, in dem wir heute leben.

Während der Würm-Kaltzeit betrugen die Jahresmittel-Temperaturen im Alpenvorland unter –3°C. Zum Vergleich: Heute liegen sie bei etwa +7°C. Übrigens: Die gleichzeitig mit der Würm-Kaltzeit aktive Vereisung des Ostseeraums und weiter Teile Nordeuropas wird als Weichsel-Kaltzeit bezeichnet.

Alpine Vergletscherung
Abb. 2: Ausmaß der Vergletscherung während der Würm-Kaltzeit (violett) und während der älteren Mindel- und Riß-Kaltzeiten (blau). (Quelle: Wikipedia)

Die Arbeit des Inn-Chiemsee-Gletschers


Die in etwa von den Ortschaften Miesbach, Aying, Oberpframmern, Kirchseeon, Ebersberg, Maithenbeth, Haag i. OB, Gars am Inn, Schnaitsee, Altenmarkt a. d. Alz und Traunstein (im Uhrzeigersinn) eingeschlossene und im Süden von den Alpen begrenzte Landschaft wurde maßgeblich durch die Aktivitäten des Inn- und des Chiemsee-Gletschers während der Würm-Kaltzeit geprägt. Diese beiden Gletscher werden in den meisten wissenschaftlichen Darstellungen als ein großer Gletscher betrachtet: als der Inn-Chiemsee-Gletscher. Der Inn-Chiemsee-Gletscher hatte seinen Ursprung in den Zentralalpen zwischen Brenner und Engadin.

Das Gletschereis drang in einer Mächtigkeit von über 1.000 Metern aus dem Inntal und dem Tiroler Achental ins Alpenvorland vor. Während der Kaltperioden (Stadialen) reichte es weiter nach Norden, während der Warmperioden (Interstadialen) zog sich das Eis südwärts zurück. Durch diese Vor- und Zurück-Bewegungen überformte der Inn-Chiemsee-Gletscher die in vorangegangenen Kaltzeiten glazial gestaltete Landschaft sowie die während der Entstehung der Alpen abgelagerten Gesteinsmassen im Alpenvorland, die so genannte Molasse.

Zugleich brachte der Gletscher Gesteine aus den Zentralalpen mit ins Alpenvorland und lagerte sie an dafür geeigneten Stellen ab. Weil abgelagerte Gesteine wie Granite, Gneise und Serpentine in den nördlichen Kalkalpen nicht vorkommen, konnten Wissenschaftler den Ursprung des Inn-Chiemsee-Gletschers zweifelsfrei den Zentralalpen zuordnen.

Nach den größten Ausdehnungen des Gletschers vor einer Zurück-Bewegung, genannt Eisrandlagen, sowie den dadurch entstandenen Endmoränen-Staffeln unterscheidet man vier verschiedene Stadien des Inn-Chiemsee-Gletschers. Der Wissenschaftler Dr. Carl Troll bezeichnete diese Stadien nach naheliegenden Orten. Die nach ihm benannte Troll-Karte zeigt die vier Stadien, die sich nochmals untergliedern lassen:

  1. Kirchseeoner Stadium (größte Ausdehung des Gletschers, ältestes Stadium)
  2. Ebersberger Stadium
  3. Ölkofener Stadium
  4. Stephanskirchener Stadium (geringste Ausdehung des Gletschers, jüngstes Stadium)

Trollkarte
Abb. 3: Troll-Karte der Stadien des Inn-Chiemsee-Gletschers. (Quelle: Toteiskesselweg Haag, bearb.)

Landschaftsbau nach der Glazialen Serie


Durch jeden Vorstoß und Rückzug eines Gletschers während der pleistozänen Vergletscherungen bildeten sich Landschaftsformen in einer bestimmten Reihenfolge – so auch beim Inn-Chiemsee-Gletscher. Diese Reihenfolge bezeichnet man als Glaziale Serie. Bestandteile einer idealen, vollständigen Glazialen Serie sind:

  • eine Grundmoräne mit typischen Formen wie Zungenbecken (dem Gletscherrand vorgelagerte Seen), Söllen (Toteislöchern), Drumlins, Kames und Oser
  • eine (bogenförmige) Endmoränen-Staffel, die den Eisrand markiert
  • ein Ablagerungsgebiet vor der Endmoränen-Staffel: das Schotterfeld oder der Sander
  • ein Urstromtal, in dem die Schmelzwässer der Gletscher abflossen

Eine ideale, vollständige Glaziale Serie ist selten anzutreffen. Sie kann nur entstehen, wenn der Eisrand des Gletschers über längere Zeit stabil bleibt. Zudem ist sie nur da anzutreffen, wo die Landschaft nicht erneut von einem Gletscher überformt wurde.

Das Os, ein typisches Grundmoränen-Element


Ein Os (auch Ås, Esker oder Wallberg genannt, Mehrzahl: die Oser) ist eine schmale, langgestreckte, wallartige und oft geschwungene Aufschüttung von Schmelzwassersanden und -kiesen, die während einer Kaltzeit unter dem Gletschereis oder im Gletschereis gebildet wurde. Fachleute nennen die Entstehung fluvioglazial, da sie immer mit fließendem Gletscherwasser in Verbindung steht. Oser sind typische geomorphologische Elemente von Grundmoränen-Landschaften. Manche Oser sind über Kilometer ungefähr parallel zur Richtung der Eisbewegung zu verfolgen.

Das abgelagerte Material, aus dem Oser bestehen, ist gut sortiert. Das unterscheidet Oser wesentlich von Drumlins (Einzahl: der Drumlin), mit denen sie oft verwechselt werden. Drumlins bestehen aus unsortierten Ablagerungen, zumeist groben Geröllen. Ansonsten ähneln sich Oser und Drumlins sehr. Allenfalls der eher tropfen- oder stromlinienförmige Grundriss der Drumlins lässt eine äußere Unterscheidung zu den meist geschwungenen Oser zu. Sicherheit, ob es sich um ein Os oder einen Drumlin handelt, bietet nur ein Aufschluss: der Blick ins Innere des Gebildes.

Übrigens wurde lange Zeit angenommen, dass Drumlins nicht aus vom Gletscher abgelagertem Material bestünden, sondern aus vom Gletscher verformten Material. Dem widersprechen aktuelle Forschungen.

Glaziale Landschaftsformen
Abb. 4: Verschiedene Elemente der Glazialen Serie. (Quelle: Wikipedia, bearb.)

Außer mit Drumlins können Oser mit Kames (Einzahl: der Kame) verwechselt werden. Kames entstanden ebenfalls durch Aufschüttung von Schmelzwassersanden und -kiesen, jedoch gegen ein Widerlager. Solche Hindernisse können Toteisblöcke, Tal- oder andere Hänge gewesen sein. Im Gegensatz zu den eher lang gestreckten Oser haben Kames eher unregelmäßige oder rundliche Grundrisse. Sie sind weniger wallartig, stattdessen oft wie Rücken oder Kuppen geformt.

Theorien zur Entstehung von Oser


Etliche Geowissenschaftler haben sich mit der Entstehung von Oser beschäftigt. Heute gehen die meisten Experten davon aus, dass es zwei Varianten gibt: die subglaziäre Bildung in Eistunneln (in der folgenden Abbildung links) und die supraglaziäre Bildung in klammartigen Eisschluchten (in der folgenden Abbildung rechts). Eine weitere Möglichkeiten, die Bildung von Aufpressungsoser, ist umstritten.

Entstehung von Oser
Abb. 5: Bildung von Oser: subglaziär (links) und supraglaziär (rechts). (Quelle: Keller, Gerhard: Beitrag zur Frage Oser und Kames. In: E&G – Quaternary Science Journal Vol.02, No. 1; bearb.)

Subglaziär heißt: unter dem Geltschereis. In einem Tunnel im Inneren des Gletschers floss Wasser, das Gesteine verschiedener Größe transportierte. Die Ablagerung der Schmelzwassersande und -kiese erfolgte am Grund des Gletschers, der Gletschersohle. Der relativ schmale Tunnelquerschnitt ließ nach dem Abtauen des Eises einen eben geschichteten Hügelzug zurück, der allenfalls im unteren Teil leicht geböschte Hänge zeigt und oben eher schmal als breit ist.

Supraglaziär heißt: im Gletschereis (eingewaschen). In einer klammartigen Schlucht floss Wasser, das Gesteine verschiedener Größe transportierte. Die Ablagerung der Schmelzwassersande und -kiese erfolgte auf dem Eis. Zugleich wusch sich der Gletscherfluss immer tiefer ins Eis ein, wodurch der Druck zunahm und die Sedimente verfestigt wurden. Nach dem Abtauen des Eises blieb ein geschichteter Hügelzug zurück, der im Idealfall oben eben und relativ breit sowie an den Rändern geböscht ist.

Topographie und Geologie des Egglburger Os


Betrachtet man das Egglburger Os auf einer guten topographischen Karte, erkennt man die typische Form anhand der Höhenlinien. Bewegt man sich von Vorderegglburg auf das Os zu, ist der steile Südabfall deutlich erkennbar. Ein Treppenweg führt hinauf auf den südlichen Teil des Os, auf dessen höchstem Punkt die Kirche St. Michael steht. Etwas nördlich davon liegt der Referenzpunkt R2.

Im Bereich von Hinteregglburg macht das Os einen leichten Knick nach Nordwest, wird etwas flacher und dadurch weniger deutlich erkennbar. Dann steigt es im nördlichen Teil bis auf 585 Meter ü. NN an. Im nördlichen Teil, direkt hinter dem nördlichsten Gehöft von Hinteregglburg, befindet sich der natürliche Aufschluss des Egglburger Os.

Leider liegt der Aufschluss auf Privatgelände und kann daher nur mit Erlaubnis des Grundstückseigentümers besucht werden. Als Geocacher musst Du mit der folgenden Beschreibung des Aufschlusses Vorlieb nehmen.

Der natürliche Aufschluss an einer Böschung zeigt deutlich die Schichtung und Sortierung fluvioglazialer Aufschüttungen. Die untere Schicht am Fuß der Böschung besteht aus schluffig-kiesigem Grundmoränen-Material. Deutlich erkennbar sind große runde Kiese. Die obere Schicht besteht aus fein gebänderten, schluffige Feinsanden. Diese Schicht zeigt eine leichte Wellenform. Derartige Stauchungen sind auf Eisbewegungen zurückzuführen.

Der EarthCache: Deine Aufgaben


Bitte sende uns zuerst Deine Antworten über den Nachrichten-Link in unserem Profil, danach kannst Du sofort loggen. Wir melden uns, wenn etwas nicht stimmt.

Hier sind Deine Aufgaben:

  1. Referenzpunkt R1: Betrachte die Form des Egglburger Os vom Referenzpunkt R1 aus und fertige eine Skizze an, die das Wesentliche der Landschaft erfasst. Markiere in Deiner Skizze die vermutliche Richtung des Gletscher-Vorstoßes und des Rückzugs. Füge diese Skizze später Deinem Log bei.
  2. Referenzpunkt R2: Blicke vom Referenzpunkt R2 in nördliche Richtung. Was fällt Dir auf Anhieb auf, wenn Du die unmittelbar vor Dir liegende Landschaft betrachtest? Stelle eine Vermutung an, ob das Egglburger Os subglaziär oder supraglaziär gebildet wurde. Begründe bitte Deine Vermutung.
  3. Referenzpunkt R3: Was siehst Du an dieser Stelle? In welchem Zusammenhang steht das mit der Entstehung des Egglburger Os?
  4. Hausaufgabe 1: Worin besteht der wesentliche Unterschied zwischen einem Os und einem Drumlin? Erkläre ihn anhand der Schichtung des Aufschlusses, die unter der Überschrift "Die Topografie des Egglburger Os" beschrieben ist.
  5. Hausaufgabe 2: Was meinst Du: In welchem Stadium des Inn-Chiemsee-Gletschers ist das Egglburger Os entstanden? Begründe bitte Deine Meinung. Tipp für die Lösung: Sieh Dir die Troll-Karte ganz genau an und überlege, zu welchem Teil der Glazialen Serie ein Os gehört.
  6. Freiwillig: Mache Fotos, die Deinen Besuch vor Ort zeigen, und stelle sie in Dein Log ein. Achte aber bitte darauf, keine Spoiler einzustellen.

Additional Hints (No hints available.)



 

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