Meine neue Cacheserie „Caches with history“ – kurz CWH – soll euch an Orte in unserer Heimat führen, die eine mehr oder weniger bekannte geschichtsträchtige Vergangenheit haben.
Völlig unscheinbar liegt hier mitten im Distrikt „Oberwald“ eigentlich nichts.
Könnte man meinen; wäre da nicht dieser komische fast kreisrunde Erdwall um eine Lichtung.
Wie zum Beispiel hier zu sehen...
Oder hier... auf dem "Wall stehend"
Dabei handelt es sich um eine nicht näher bekannte keltische Stätte, welche sich hier vor über 2.000 Jahren befunden hatte.
In dieser Zeit waren im Raum Mittelhessen, wie in großen Teilen Westeuropas, die Kelten zugegen.
Die Größe des Walles lässt auf eine relativ kleine Siedlung deuten und ist zudem (bisweilen) der älteste Beleg von der Besiedlung des Ulmtals. Die Orte Holzhausen und Allendorf wurden erst 774 nach Chr. erwähnt; also mindestens gute 800 Jahre später.
Eine Siedlung so weit oben, fern ab vom Wasser war zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich.
Zum einen wegen der weiten Sicht und zum anderen weil die Täler in dieser Zeit sehr sumpfig gewesen sind und dies Siedeln fast unmöglich machte.
Nähere Informationen, Rekonstruktionen oder Ähnliches liegen zu dieser Siedlung leider nicht vor. Das letzte Bild zeigt das heutige Innere der Siedlung, wer weiter geht, stößt zwangsläufig wieder auf den Wall
Warum ist so wenig hierüber bekannt? - Ironie der Geschichte:
Auch mit Grabungen und der Archäologie ist das sei eine Sache, wenn das Geld fehlt.
Ausgerechnet die Kelten selbst haben hier bisher eine Ausgrabung verhindert.
In den 1970er Jahren wurde das ganze Areal hier vermessen und kartographiert; es begangen langsam erste Planungszüge für eine Ausgrabung. Fast zeitgleich fanden Vermessungen für die keltischen Siedlungen am Dünsberg in Biebertal/Landkreis Gießen statt.
Wer schon einmal am Dünsberg gewesen ist, weiß, wie riesig das Areal der „Keltenmetropole“ dort im Vergleich hierzu im vermeintlich bedeutungslosen Siedlungsplatz Oberwald in Holzhausen ist.
Da man Geld bekanntlicherweise nur einmal ausgeben kann, entschied man sich ohne schweres Überlegen, sämtliche Ressourcen für die Ausgrabungen/Forschungen am Dünsberg zu nutzen – zum Nachteil eben von dieser Siedlung.
Als der hessische Landtag 1984 für Ausgrabungen extra Gelder bereitstellte, war Holzhausen auf der Prioritätenliste nicht (mehr) vorhanden und die Ausgrabung am Oberwald in Holzhausen blieb als Idee in den Kinderschuhen stehen.
Schade eigentlich. Aber immerhin sind einige der Funde von hier im Stadtmuseum in Herbon zu sehen (https://www.museum-herborn.de/).
Lediglich in manchen –sogar noch aktuellsten- Landkarten ist die Bezeichnung „Oberwald“ durch „Keltensiedlung“ oder „Keltenwall“ ersetzt oder ergänzt worden und weißt somit auf die Vergangenheit des Ortes hin.
Zum Cache selbst:
Der Cache liegt Mitten im Wald; kürzester Weg von der Kreisstraße nach Greifenstein (direkt am Waldweg parken), von da aus ca. 350 Meter ohne große Steigung und auch nach Regen bis auf eine Stelle vor dem Cache (die umgangen werden kann) im Sonntagszwirn machbar.
Zwei deutlich schönere Wege führen von Holzhausen (Parkplatz Bachstraße) oder von der Ulmtalsperre aus hier hin; da geht es allerdings etwas steil hoch. Die T-Wertung bezieht sich auf den Cache selbst, der Weg von der Talsperre oder Holzhausen würde ich mit T3,5 ansetzten und relativ gut von da zu erwandern; festes Schuhwerk wäre hier aber nicht Fehl am Platz. Für den ungeübten Radler sind die Steigungen recht anspruchsvoll, ich empfehle hier MTB oder Crossbike. Fahrer von Trekkingrädern oder normale Straßenrädern werden hier - gerade nach Regen - keine Freude haben.