Skip to content

Fossilien im Steinbruch EarthCache

Hidden : 8/2/2016
Difficulty:
4 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Fossilien im Steinbruch


Ein Vergessener Steinbruch an der oberen Felsbankformation im Landkreis Dillingen

Im ehemaligen Steinbruch ist die Landschaftsentwicklung und Sedimentationsfolge vom Jura bis ins Tertiär dokumentiert. Das Liegende bilden massige bis dickbankige Kalke des Malm Epsilon mit einer 130 m breiten Karstwanne.

Geotop

Der Steinbruch an der oberen Felsbankformation ist als Geotop und Landschaftsschutzgebiet offiziell ausgewiesen.

Geotope sind ganz besondere geologische Phänomene, die mit ihrer Einzigartigkeit und Schönheit für bestimmte geologische Phasen und Prozesse stehen und diese als Fenster in die Erdgeschichte uns heute dokumentieren. Neben der geologischen Einzigartigkeit bietet dieses Geotop eine Vielzahl an seltenen Pflanzen und Tieren. Bitte verhaltet euch entsprechend umsichtig und schont die Natur.

Hier lagern Sedimente der Unteren Süßwassermolasse (einziges Vorkommen der Oligozaenen Ehinger Schichten E von Ulm).

Darüber transgredieren Sande der Oberen Meeresmolasse, am Kontakt zum Malm mit Bohrmuschellöchern.

  • Größe: 150 m lang 15 m hoch
  • Geotoptyp: Standard-/Referenzprofil, Diskordanz, Sedimentstrukturen
  • Aufschlusstyp: Kiesgrube/Sandgrube (künstlich)

Der Längst aufgelassene und bequem zugängliche Steinbruch liegt ​im nordwestlichen Landkreis Dillingen und bildet den Abschluss der Jurahöhle hin zur quartären Schotterebene des Donaurieds. Er gehört zu den zahlreichen großen und kleineren Abbaustellen im Bereich von Haunsheim und Wittislingen im Landkreis Dillingen.

In diesen Steinbrüchen sind samt und sonders die obere Felsbank, früher auch als Malm Epsilon bezeichnet, in dicken Schichten aufgeschlossen. Der Steinbruch erstreckt sich über eine Länge von rund 150 Metern unmittelbar über der Kulturlandschaft des Donaurieds. Seine Wände sind an der höchsten Stelle gut 15 Meter hoch und verhältnismäßig gut zu erklettern.

 

Im westlichen Bereich des Steinbruchs zeigt sich der Weißjura als zerklüftete Felsenmasse, während sich an der Hauptwand die Bankung gut beobachten lässt. Am fossilienreichsten sind jedoch nicht die dicken Bänke, sondern der Mergel zwischen den Klüften und das Geröll am Fuß des Bruches.

Die Zeit des Weißen Jura (Malm) liegt zwischen 159-142 Millionen Jahre zurück.

Die Trennung nach einzelnen Schichten ist hier sehr schwierig. Kalk ist aber die Gesteinsart, die den weißen Jura bestimmt (Mergelkalke, gebankte Kalke, Schwammkalk, Plattenkalk, Dolomit in verschiedenen Färbungen, Riffdolomit) Untere Mergelkalke (Malm Alpha). Werkkalk (Malm Beta). - Platynota-Mergel, nach dem Ammoniten Suneria platynota benannt - obere Mergelkalke (Malm Gamma). Treutlinger Marmor und Dolomit (Malm Delta). Schwamm-Algen-Riffkalke, Plattenkalk, Felsenkalk und Dolomit (Malm Epsilon). Weiter Schichten (nach Ihrem Vorkommensorten benannt) gibt es von Malm (Zeta 1-6).

Wer in dem kleinen Steinbruch Fossilien sammeln will, der benötigt neben einem gesunden Rücken auch ein scharfes Auge. In den Geröllhalden sind die Seeigel, hier Plegiocidaris cervicalis AGASSIZ (4cm) kaum auszumachen.

Zu den schönsten Fossilien im Bruch gehören die vielen Exemplare von Glypticus sulcatus GOLDFUSS, die zumeist recht gut erhalten sind. Im feinen Geröll lassen sich die nur wenige Zentimeter großen Seeigelchen oft nur sehr schwer ausmachen.

Die abgebildeten Glypticus sulcatus werden aussschließlich im feinen Mergel zwischen den Grasbüscheln am Fuß der Steinbruchwände aufgelesen. Manche Exemplare verfügen über eine schöne Farbzeichnung.

Im oberen Bereich des Steinbruchs ist vermutlich noch eine geringmächtige Schicht der Zementmergelformation, früher Malm Zeta 2, erhalten. In dem lockeren Stein-Erde-Gemisch finden sich wiederum verschiedene Cidarien, so ein Holectypus sp.  (oben, 1cm) und Plegiocidaris sp. (4cm).

Wie Fossilien entstehen

Stirbt ein Tier oder eine Pflanze, so wird das tote Lebewesen normalerweise von anderen Tieren aufgefressen und von Organismen wie Bakterien und Pilzen zersetzt. Es löst sich schlussendlich auf und verschwindet, ohne Spuren zu hinterlassen. Doch wenn die Umstände stimmen, kann es auch zu einem Fossil werden und so Jahrtausende überdauern. Als Fossilien gelten alle Überreste, die älter als 10'000 Jahre sind. Der älteste Fossilienfund (eine Bakterienart) wird auf 3.4 Milliarden Jahre geschätzt! Zu dieser Zeit ist vermutlich das Leben auf der Erde entstanden. Die Wissenschaft, die sich mit Fossilien beschäftigt, nennt man Paläontologie

Fossilien werden also alle Zeugnisse und Beweise von prähistorischem Leben genannt. Das können zum Beispiel Körperüberreste (wie ein Teil eines Dinosaurierskeletts oder ein Zahn), aber auch Abdrücke (z.B. von Blättern) und Tierspuren sein – also alles, was uns etwas über das frühere Leben auf der Erde verrät. Doch ein Fossil zu werden ist gar nicht so einfach. Das Lebewesen muss an einem Ort sterben, wo sein Körper nicht vollständig von Aasfressern, Zersetzung und Verwitterung aufgelöst wird, sondern einige Überreste erhalten bleiben. In Sand, Schlamm oder Lehm eingegraben zu werden, ist darum hilfreich. Ein guter Ort dafür ist zum Beispiel ein Flussbett oder der Meeresgrund. Diese Einbettung verhindert, dass Luft zum Körper gelangt und verlangsamt so die Verwesung.

Im Laufe der Zeit wird der tote Körper immer tiefer eingegraben, da sich neue Sedimentschichten auf ihn legen. Durch den so entstehenden Druck wird Schlamm und Sand langsam zu Stein zusammengepresst. Der steigende Druck wirkt sich auch auf die eingegrabenen Reste der Lebewesen aus. Diese werden dadurch flachgedrückt und alles Wasser wird aus ihnen herausgepresst. Durch den Boden sickert Wasser mit Stoffen, die alle noch übrigen organischen Bestandteile des Körpers auflösen und durch Mineralien ersetzen – man nennt dies Umkristallisation. So entsteht eine „Steinkopie“ der Überreste, eine Versteinerung, die dann irgendwann nach vielen Jahren vielleicht wieder sichtbar wird und von einem scharfäugigen Fossiliensammler gefunden werden kann.

Die weichen Teile eines Körpers – Muskeln, Fett, Organe etc. – überstehen die Umwandlung zum Fossil nur in äusserst seltenen Fällen. Meistens werden sie trotz Einbettung in Schlamm oder Sand von Bakterien abgebaut. Übrig bleiben die viel langsamer verwesenden Hartteile, also Knochen, Zähne und Schalen. Bei Gehäuse- oder Schalentieren wie Muscheln oder Schnecken entsteht bei der Zersetzung der Weichteile manchmal ein Hohlraum (da das Gehäuse ja noch da ist), der dann von Mineralien gefüllt wird. Anschliessend löst sich die Schale auf. So entsteht ein Innenabdruck auf dem Stein, der das Gehäuse ausgefüllt hat und den man Steinkern nennt.

Ammoniten sind ausgestorbene Schalentiere, die nach ihrem Tod manchmal zu wunderschönen Steinkern-Fossilien wurden. Neben Körperüberresten überdauern oft auch Spuren, die viel über das Leben und Verhalten der Tiere aussagen können. Zu solchen Spurenfossilien gehören zum Beispiel Abdrücke von Kot, Federn, Kriech-, Brut- und Fressspuren und natürlich Tierfährten. Auch Pflanzen hinterlassen Abrücke, oder können unter den richtigen Umständen sogar ganz fossilieren.

Abstecher in den Steinbruch zwischen Medlingen und Gundelfingen

Über seine Freude an der reichen Flora und Fauna in dem Steinbruch sollte der Geocacher jedoch nicht vergessen, dass sich mit diesem Flecken Erde für manche Familien im nahen Gundelfingen eine traurige Erinnerung verbindet. Als der zweite Weltkrieg in seinen letzen Zügen lag, flüchteten aus dem Donaustädtchen mehrere Einwohner in den Steinbruch, um vor den herannahenden Amerikanern Schutz zu suchen. Diese vermuteten zwischen den Felsen ein deutsches Widerstandsnest und feuerten mit ihren Panzern in den Steinbruch hinein. Dabei kamen zehn Menschen, darunter fünf Kinder, ums Leben. Heute erinnert eine Gedenktafel und ein schlichtes Holzkreuz oberhalb der Bruchkante an dieses tragische Ereignis.

Um diesen Earthcache zu loggen, schickt mir per Email die Antworten auf folgende Fragen und ladet optional ein Bild von euch und eurem GPS mit dem Steinbruch im Hintergrund zu eurem Log hoch!

  1. Welche Schichtung ist an der Steilwand am Ende des Steinbruches zu sehen (Gestein, Farbe, Beschaffenheit)? Was glaubst Du, wie diese Schichten entstanden sind? Bring bitte ein Fernglas mit, dann kannst Du besser gucken...
  2. Beschreibe kurz wie Fossilien entstehen.
  3. Benenne zwei Fossilien, die im Steinbruch gefunden werden können.
  4. In welches Zeitalter ist der Jura einzuordnen? Wann sind die weißen Juraschichtungen entstanden und welche Gesteinsart ist hauptsächlich vorhanden?

    Sendet mir die beantworteten Fragen über unser Profil..

    Ihr könnt sofort loggen. Falls etwas nicht stimmt, melde ich mich.

    Ein Bild vom Steinbruch wäre sehr schön.

    Bitte keine Logs, die die Antworten enthalten!

     

     

    Quellen:

    1. Dr. Michael Ammich: Ein "vergessener" Steinbruch in der Oberen Felsenkalk-Formation im Landkreis Dillingen
    2. Wikipedia: Liste der Geotope im Landkreis Dillingen
    3. Klaus Bittner, Jörg Habermann: „GeologischerWanderführer“
    4. Redaktion SimplyScience.ch: "Wie entstehen Fossilien"

Additional Hints (No hints available.)