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Geotop "Vogeltoffelfelsen" EarthCache

Hidden : 9/3/2016
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


 

Geotop "Vogeltoffelfelsen"

 

Wir möchten euch gern auf einen Felsen im Tal der Schwarzen Pockau führen und einige interessante Informationen darüber näher bringen.

 


 

Falls ihr durch das Schwarzwassertal wandert, befindet ihr euch in einem Naturschutzgebiet. In einem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung oder zu einer erheblichen oder nachhaltigen Störung führen können. Insbesondere ist es verboten:

- Pflanzen und Pilze oder einzelne Teile von ihnen abzuschneiden, abzupflücken, aus- oder abzureißen, auszugraben, zu entfernen oder sonst zu beschädigen

- wild lebenden Tieren nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder sie durch sonstige Handlungen zu stören oder ihre Eier, Larven, Puppen oder sonstige Entwicklungsformen oder Nester wegzunehmen, zu zerstören oder zu beschädigen

- Pflanzen oder Tiere anzusiedeln oder auszusetzen

- das Gebiet außerhalb dafür bestimmter Wege zu betreten

- das Gebiet außerhalb dafür bestimmter Wege mit Fahrzeugen aller Art zu befahren sowie diese oder Anhänger dort abzustellen

- außerhalb dafür bestimmter Wege zu reiten oder Pferde mitzuführen

- Hunde oder Katzen auf andere Weise als an einer kurzen Leine mitzuführen

- in den Gewässern zu baden oder zu tauchen;

- brennende oder glimmende Gegenstände oder Glas wegzuwerfen oder zurückzulassen oder Feuer zu machen;

- die Ruhe der Natur durch Lärmen oder auf andere Weise zu stören

- das Gelände durch Abfälle, Abwässer oder auf sonstige Weise zu verunreinigen

 


 

Lage:

Das Tal der Schwarzen Pockau, auch Schwarzwassertal genannt, liegt zwischen Kühnhaide und Neusorge. Es ist eines der imposantesten Kerbsohlentäler des Erzgebirges und liegt auf Höhen zwischen 450m und 750m über dem Meeresspiegel. Durch seine starke Erosionswirkung hat sich der Fluss an dieser Stelle tief in die erzgebirgischen Gneise eingeschnitten.

Allgemeines zur Geologie des Erzgebirges:

Die deutschen Mittelgebirge haben ihren Ursprung im variszischen Senkungsraum, der sich im Erdaltertum vor ca. 400 Mio. Jahren quer durch West- und Mitteleuropa zog. In dieser Mulde kam über einen Zeitraum von etwa 100 Mio. Jahren ein viele Kilometer mächtiges Paket von Sedimenten zur Ablagerung. Die überwiegend marinen Sedimente wurden schließlich am Ende des Devons und im Karbon in mehreren Schüben in Falten gelegt. Danach stiegen sie zu dem Variszischen Gebirge auf, dessen Höhenrücken sich in einem breiten, landschaftlich sehr abwechslungsreichem Gebiet von Südfrankreich über Schwarzwald, Spessart, Rheinisches Schiefergebirge und das Gebiet des heutigen Harzes nach Osten hinzogen.

Das heutige Erzgebirge liegt in der saxo-thuringischen Zone, die durch Umwandlung ihrer Gesteine (Gneis, Glimmerschiefer, Marmor) und die Durchdringung der Gesteine mit Granit gekennzeichnet ist. Das Variszische Gebirge war seit dem Perm der Abtragung ausgesetzt. So wurden auch die Gesteine und die Oberfläche, die sich im Gebiet des heutigen Erzgebirges im Paläozoikum gebildet hatten, während des Mesozoikums und im Tertiär abgetragen und eingeebnet. An der Wende vom Oberoligozän zum Miozän rissen südlich des heutigen Erzgebirges SW-NO streichende Spalten auf, an denen der Egertalgraben einsank. Die nördliche Erzgebirgsscholle wurde um mehr als 1000m gehoben und nach Nordwest schräg gestellt. So erklärt sich die heute noch zu beobachtende steile und scharfe Begrenzung des Erzgebirgssüdhanges. Die Hebung des Erzgebirges zur Pultscholle erfolgte in mehreren Schüben vom mittleren bis zum jüngsten Tertiär, dauerte also über einen Zeitraum von etwa 30 Millionen Jahren an. Ebenfalls in den Anfangsstadien der Hebung des Erzgebirges bildeten sich in dem einsinkenden Egertalgraben in dem feuchten Klima des Tertiär Sümpfe und Moore.
Im Quartär entstand das gegenwärtige Landschaftsbild des Erzgebirges.
In der Abbildung kann der geologische Aufbau des Erzgebirges nachvollzogen werden.

 

Besonderheiten am Vogeltoffelfelsen:

 

Prallhangwand:

Der Vogeltoffelfelsen ist eine von fünf Prallhangwänden in diesem Kerbsohlental. Durch die enorme Erosionswirkung des Flusses und die pultartige Ankippung des Erzgebirges schnitt sich die Schwarze Pockau so tief ins Gestein ein, dass sich starke Gefälle gebildet haben. Unmittelbar neben dem Flusslauf ragen steile Hangwände hinauf. Diese bestehen aus unterschiedlich stark deformierten, von richtungslos-körnigen bis flaserig-geschieferten Gneisen. Die Klippen des Vogeltoffelfelsens sind damit eine weitere bemerkenswerte Falswand.

 

Gestein:

Der Vogeltoffelfelsen ist Teil des Reitzenhainer Gneisdoms und besteht demzufolge aus Gneis.

Mineralogisch unterscheiden sich die Gneise nach Art der vorhandenen Minerale. Unterschieden nach verschiedenen Glimmern kennt man zum Beispiel den Biotitgneis, den Muskovitgneis oder den aus beiden genannten Glimmern bestehenden Zweiglimmergneis. Bei hohen Anteilen von Cordierit oder Hornblende spricht man entsprechend von Cordieritgneis oder Hornblendegneis.

Unabhängig davon kann man Gneise auch auf Grund ihres Gefüges gliedern: so kennt man Augengneise, wenn eine feinkörnigere Gesteinsmatrix größere Mineral-Einsprenglige „umfließt“, oder Flasergneise, wenn das Gefüge linienhaft-flaserig entwickelt ist und weniger flächenhaft-schiefrig. Oft sind Gneise deutlich gebändert.

Stark durchbewegte Schiefergneise bis Glimmerschiefer werden unter der Sammelbezeichnung Gneisphyllite zusammengefasst.

Üblich ist darüber hinaus eine Unterscheidung der Gneise nach ihren Ausgangsgesteinen (Edukten):

  • Orthogneise stellen das metamorphe Umwandlungsprodukt von Feldspat- und Quarz-reichen magmatischen Gesteinen, wie z.B. Granit oder Granodiorit dar. Oftmals haben sie aber bereits mehrere Gesteinsumwandlungen durchgemacht (Polymetamorphose) und entstanden aus bereits vorliegenden Gneisen.
  • Paragneise entstehen durch die Umwandlung von Sedimentgesteinen (Sandsteinen, Grauwacken, Arkosen und Tonschiefer), und weisen deshalb oft eine größere Vielfalt von akzessorischen Mineralen (Nebengemengeteile) auf als die Orthogneise.

Der Vogeltoffelfelsen gehört zur Nordflanke der Reitzenhain-Katharinaberger Kuppel. Im unteren und obersten Teil besteht er aus metamorphen Gesteinen des ursprünglichen sedimentären Rahmens. Es sind ehemalige Grauwacken mit einem Sedimentationsalter von ca. 600 Millionen Jahren. Hier ist auch die Bezeichnung "Marienberger Gneis" gebräuchlich.

 

Feldspataugen:

Im sogenannten "Marienberger Gneis" sind sehr feinkörnige und dichte quarzitische Gneise (dichte Gneise) und Kalksilikat eingelagert. Diese treten in Form von Linsen, Augen oder Lagen auf. Der Vogeltoffelfelsen ist in seinem zentralen Teil kaum geschiefert und damit richtungslos körnig granitisch ausgebildet. Im oberen Teil findet sich geschieferter Gneis mit besonderen Feldspataugen. Vor ca. 330 Millionen Jahren wurde das Gestein aufgeheizt und umgeformt, dabei erhielt der Gneis diese Besonderheit. Das Alter und die exakte Entstehung stehen in der wissenschaftlichen Diskussion.

Das Druck-Temperatur-Diagramm unten zeigt, bei welchen Bedingungen bestimmte Gesteine entstehen. Daneben könnt ihr sehen, wie ein Feldspatauge aussieht.

 

 

 

Aufgaben:

Natürlich gibt es auch hier ein paar Aufgaben, die mit dem Listing und vor Ort zu erfüllen sind. Auf Logfreigabe braucht ihr nicht zu warten. Um diesen Earthcache als "Found it" zu loggen, beantwortet bitte folgende Fragen und sendet uns die Antworten per Kontaktformular über unser Profil, bevor ihr loggt:

 

Am Infoschild:

1. Nenne die fünf aufgezählten Prallhangwände.

2. Worin unterscheidet sich der geologische Unterbau des Vogeltoffelfelsens von der Ringmauer? Nutze zur Beantwortung der Frage die Geologische Übersichtskarte der Schwarzen Pockau.

An den Koordinaten des Earthcaches:

3. Beschreibe den Fels unterhalb der Bank am Beginn des Geländers. Gehe dabei auf Farbe, Schichtung (gerade, wellenartig oder zerklüftet) und Gefüge (linienhaft-flaserig oder flächenhaft-schiefrig) ein.

4. Entscheide aufgrund der Gegebenheiten vor Ort, um welche Gneisart es sich am Vogeltoffelfelsen hauptsächlich handelt (Augengneis oder Flasergneis). Begründe deine Entscheidung.

5. Untersuche den Fels rund um die Koordinaten auf Feldspataugen. Kannst du welche finden? Wenn ja: Schätze die Größe der Augen in cm.

 

Optionale Aufgabe: Wir würden uns natürlich sehr über ein Bild von euch am Vogeltoffelfelsen freuen!

 

Wenn ihr einen längeren Ausflug machen wollt, könnt ihr den EC mit dem Multi Zöblitzer Wanderung 2 "Härtetest zur Hüttstatt" kombinieren und unterwegs noch den ein oder anderen Cache heben.

 

Viel Spaß wünschen euch Lilu & Olu.

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gneis

Von Gretarsson - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38953471

Ulrich, Sebastian: Die Geologie des Erzgebirges. Spektrum Akademischer Verlag, 2013.

http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/augengneise/geschiebe/l/l_augengneis_h.JPG

http://www.strand-und-steine.de/gesteine/metamorphite/gneis/l/l_orthogneis_li.JPG

http://www.menz-gmbh.de/media/2eaf0393-5f56-4940-af5b-4ff166701dff/gneis.jpg?mw=1200

http://www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/80/pic/355579_gr.jpg

eigene Aufnahmen

Additional Hints (No hints available.)