
Die schönsten Mäander im Ostallgäu
Der Lengenwanger Mühlbach mäandriert hier natürlich durch eine Drumlin Landschaft und bildet dabei Prall- und Gleithänge aus, die völlig unverbaut sind.
Hier vor Ort könnt ihr anhand des mäandrierenden Lengenwanger Mühlbaches auf wenigen 100 Metern, im kleinen und hautnah einen grösseren Zusammenhang, die Bildung und Ausprägung von Flusschlingen sehen und mehr darüber erfahren.
Meist sieht man Mäander, bei Earth Caches, an grossen Flüssen wie der Elbe, der Aller, ... und dort kann man davon immer nur einen kleinen Ausschnitt überblicken. Hier könnt ihr auf einer kurzen Strecke diese grosse Besonderheit und ihre Ausprägungen überblicken und eure Beobachtungen über den gesamten Verlauf machen was an grossen Flüssen so teilweise nicht möglich ist.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt schreibt dazu unter der Geotop-Nummer: 777R023:
"Mäander des Lengenwanger Mühlbaches. Er dürfte der schönste und am leichtesten
zugängliche Mäander im Ostallgäu sein, eingebettet in einer von Drumlins geprägten
Landschaft zwischen Lengenwang und Seeg."
Mäander
Mäander ist die Bezeichnung für eine Flussschlinge in einer Abfolge von solchen, wie sie sich in Abschnitten mit geringem Sohlgefälle und gleichzeitig transportiertem Geschiebe (Sand, Kies, Steine) bildet. Eine isolierte Flussschlinge im Flusslauf wie die Saarschleife wird dagegen nicht als Mäander bezeichnet, ebenso wenig ein Flussknie (Flussschlinge mit anschließend markant veränderter Fließrichtung). Als einfaches Maß für die Intensität des Mäandrierens wird die Sinuosität verwendet.

Etymologie
Das Wort Mäander stammt vom griechischen Namen Μαίανδρος (Maiandros) für die Flüsse Menderes (Großer Mäander und Kleiner Mäander) in der westlichen Türkei. Bereits in der Antike waren die genannten Wasserläufe bekannt für ihre zahlreichen Flussschlingen.

Ursache
Ursache der Mäandrierung ist eine durch die Bodenreibung des Wassers verursachte Querzirkulation, die entlang des Flussbodens von der kurvenäußeren Seite zur kurveninneren Seite führt und an der Flussoberfläche zurück zur kurvenäußeren Seite führt. Hierdurch wird Material des Flussbodens von außen nach innen getragen und die Kurven immer weiter. Diese Querzirkulation entsteht folgendermaßen:
- Bildet sich aus zufälligen Unregelmäßigkeiten im Flussbett eine leichte Kurve, bildet sich folgendes Kräftegleichgewicht bei Reibungsfreiheit aus. Der Wasserstand an der kurvenäußeren Seite des Flusses ist höher als auf der inneren Seite. Hierdurch entsteht in gleicher Wassertiefe für alle Wasserteilchen eine Druckgradientkraft in Richtung des Kurveninneren (Zentripetalkraft). Die Gegenkraft hierzu ist aus Sicht des Wassers die Zentrifugalkraft. Der Wasserstand ist somit eine Äquipotentialfläche aus dem Potential der Gravitation und der Zentrifugalkraft. Damit alleine hat man eine Gleichgewichtsströmung um die Kurve, die zunächst keine Querzirkulation verursacht.
- In der Nähe des Flussbettes spürt das Wasser jedoch die Rauhigkeit in Form einer Reibungskraft. Diese steht der Geschwindigkeit zunächst entgegen. Die Druckkraft bleibt gleich, weil die Statik der Wasseroberfläche hierdurch unverändert bleibt. Die Zentrifugalkraft wird jedoch abgeschwächt, wodurch diese Wasserteilchen eine Beschleunigung in Richtung Kurveninneres erfahren.
- An der Oberfläche entsteht aus Gründen der Massenerhaltung eine Komponente der Strömung in Richtung Kurvenäußeres. Jeder Flussbootfahrer kennt diese Strömung, die nicht durch die Zentrifugalkraft ausgelöst wird. Diese wird exakt balanciert durch den höheren Wasserstand an der kurvenäußeren Seite.
Wirkung
Wenn sich zwei benachbarte Schlingen berühren, nimmt das Wasser die entstandene Abkürzung und es bleibt ein Altwasser zurück, das mit der Zeit verlandet. Das vom Altwasser umgebene erhöhte Gebiet nennt man Umlaufberg.

Prallhang
Als Prallhang bezeichnet man das kurvenäußere Ufer eines Flusses, das durch die hier stärkere Strömung abgetragen wird. Das kurveninnere Ufer (im Strömungsschatten) wird als Gleithang bezeichnet; hier wird Material wegen der geringeren Strömung abgelagert. Die Begriffe werden in Zusammenhang mit der Mäanderbildung eines Flusses verwendet. Durch die Erosionsprozesse verlagern sich die Schlingen eines Flusses im Laufe der Zeit. Trifft ein wandernder Prallhang rückseitig auf einen anderen Prallhang, entsteht ein Umlaufberg.
Gleithang
Als Gleithang bezeichnet man das kurveninnere Ufer eines Flusses, an dem durch die hier geringere Strömung Material abgelagert wird. Das kurvenäußere Ufer wird als Prallhang bezeichnet. Die hier stärkere Strömung trägt Material ab. Die Begriffe werden in Zusammenhang mit der Mäanderbildung eines Flusses verwendet. Durch die Erosionsprozesse verlagern sich die Schlingen eines Flusses im Laufe der Zeit. Trifft ein wandernder Prallhang rückseitig auf einen anderen Prallhang, entsteht ein Mäanderdurchbruch.
Drumlin
Drumlin (von irisch droimnín [ˈdrim´n´iːn´] „kleiner Rücken“, „Höhenrücken“) sind längliche Hügel von tropfenförmigem Grundriss, deren Längsachse in der Eisbewegungsrichtung eines (eiszeitlichen) Gletschers liegt.
So nun aber genug der Theorie, jetzt wird es Zeit diese Besonderheit zu erkunden und etwas über die Mäanderbildung vor Ort zu erfahren.
Mit den Informationen des Listings und euren eigenen Überlegungen könnt ihr vor Ort alle Fragen beantworten, eine Informationstafel findet ihr hier nicht.
Fotos von euch vor Ort sind sehr gerne gesehen und eine Logbedingung.
Wichtig ist nur, dass die Antworten VOR dem Loggen an mich gesendet werden, dass im Log keine Antworten enthalten sind, dass der Name des Earth Caches für den ihr die Antworten an mich sendet irgendwo in der Mail steht und dass, z.B. bei Gruppen, jedes Teammitglied in der Mail mit den Antworten ( nick- ) namentlich genannt wird. Wenn ihr das beachtet könnt ihr nach dem Absenden der Antworten sofort euren online Log, nur mit Foto, tätigen.
Auf Logfreigabe muss ausdrücklich NICHT gewartet werden, ich melde mich falls etwas nicht stimmen sollte.
Nun zu den Aufgaben welche ihr vor Ort lösen könnt:
Listing Koordinaten:
Frage 1: Auf welcher Seite steht ihr an den Listing Koordinaten? Auf der Prall- oder der Gleithangseite?
Frage 2: Seht euch das Ufer hier an, was fällt euch auf und warum ist es gerade hier so ausgebildet worden?
Frage 3: Messt hier mit Hilfe eines Astes oder ähnlichem wo die Fliessgeschwindigkeit höher ist auf der Prall- oder der Gleithangseite? Warum meint ihr ist das so? (Zum ermitteln bitte nur natürliche Gegenstände und keinesfalls Müll nutzen)
Wegpunkt Aussicht:
Hier könnt ihr den schmalen Streifen zwischen Leitplanke und Wiese nutzen und habt so einen geschotterten und sicheren Weg.
Frage 4: Bestimmt eine Messstrecke von ca 100 m, dabei helfen euch die Strassenpfosten welche je ca. 50 m auseinander stehen, und teilt mir dann eure Schätzung mit ob der Lengenwanger Mühlbach auf diesen 100 m weniger, mehr oder genausoviele Meter zurücklegt und warum das eurer Meinung nach so ist.
Frage 5: Mäandriert der Lengenwanger Mühlbach hier stark, mittel oder schwach im Verhältnis zu einem euch bekannten Fluss- oder Bachlauf in eurer Heimatregion?
Frage 6: Wird es hier, eurer Meinung nach, zu Altarmbildungen kommen? Das wäre wenn sich zwei Bachschlingen treffen würden und es so zu einer Abkürzung des Flusslaufes kommen würde. Belegt eure Aussage durch eure Beobachtungen vor Ort.
Frage 7: Macht ein Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand vor dem Hintergrund des besuchten Ortes ohne zu spoilern´und hängt dieses Foto an euren Log mit an. Dieses Foto ist eine Logbedingung welche auf grund der massenweise im Internet weitergegebenen EC Lösungen von mir gefordert wird. Logs ohne Foto werden nicht mehr akzeptiert.

Aufgrund der massenweisen Weitergabe von EC Lösungen im Internet stellen GSA und Groundspeak es den EC-Besitzern seit dem 10. Juni 2019 frei, ein Foto als Beweis für den Besuch vor Ort zu fordern. Ein Foto von sich selbst oder eines persönlichen Gegenstandes vor dem Hintergrund des besuchten Ortes ohne zu spoilern.
Alle gestellten Fragen können an den angegebenen Standorten durch eure Eindrücke, Messungen und Beobachtungen beantwortet werden.
Bitte verhaltet euch entsprechend so dass Besucher auch nach euch noch den gleichen Spass haben können und einen unberührten Ort vorfinden.
Viel Spass beim Erkunden und Kennen - Lernen dieser geologischen Besonderheit unserer Region wünscht Azra3l
Fotos: Privat Quellen: Wikipedia, eigene Recherchen und Überlegungen, Geotopkataster Bayern
