Wer sich näher mit der Drachenfliegerei beschäftigt merkt schnell, dass Drache nicht gleich Drache ist.
Zuerst einmal gibt es die Unterscheidung zwischen Ein- Zwei- und Vierleiner Drachen.
Einleiner (1)
Einleinerdrachen sind die Grundform der Drachen. Sie sind üblicherweise ungelenkt.
Zweileiner (2)
Zweileinige Drachen sind in der Regel lenkbar. Sie haben gewöhnlich zwei Leinen, an denen unterschiedlich stark gezogen werden kann. Jeweils eine Leine ist mit einem Ende des Drachens verbunden.
Meist gibt es ein linkes und ein rechtes Ende, an dem jeweils eine Leine befestigt ist.
Vierleiner(4)
Die Steigerung des Lenkdrachens findet sich im Vierleinerdrachen wieder. Beim Vierleiner werden die beiden üblichen Steuerleinen durch zwei weitere an der hinteren Segelkante angebrachte Bremsleinen ergänzt.
Durch diese beiden Leinen lässt sich der Anstellwinkel der beiden Segelflächen variabel einstellen. Damit lassen sich die Drachen auch rückwärts fliegen, auf der Stelle stehen oder drehen und sanft auf den Boden aufsetzen.
Beiden Einleinerdrachen gibt es wiederum Unterschiede der einzelnen Bauweisen:
SteiffRoloplan
Der Roloplan ist ein von Richard Steiff konstruierter Drachen. Nachdem er fasziniert z. B.die Experimente des Grafen Zeppelin in Friedrichshafen verfolgt hatte, konstruierte Richard Steiff im Jahr 1908 seinen ersten zusammenlegbaren, schwanzlosen Stoffdrachen, den er seiner Tante, Margarete Steiff, kurz vor deren Tod noch präsentieren konnte.
Delta
Typisch für einen Delta Drachen ist sein dreieckiges Segel, das meist durch ein Gestänge aus zwei Leitkantenstäben, einem Kielstab und einem Querspreitze aufgespannt wird. Bei Einleinern reichen üblicherweise die Leitkantenstäbe nicht ganz bis an die Spitze heran. Gleichzeitig wird der Querstab so gestaltet, daß das Segel nicht straff gespannt wird. Dadurch ergibt sich im Flug zum einen die typische negative Querwölbung des Segels und zum anderen steht ein kleiner Teil derSegelfläche an der Spitze in einem etwas steileren Anstellwinkel. Beide Eigenschaften verleihen dem Delta eine besonders gute Flugstabilität.
Rokkaku
Der SanyoRokkaku (Rokkaku = Sechseck) ist ein Kampfdrachen, der in Größen bis etwa 1,2m Höhe von Einzelpiloten, bis etwa 3,3m Höhe von Mannschaften geflogen wird.
Die Regeln fürRokkaku-Kämpfe sind mittlerweile International festgelegt.
ScHlittendrachen
Schlittendrachen bzw. Sled-Kites, bezeichnet eine Drachenbauform, die als Zugdrachen für Schlitten (Englisch: Sled) konzipiert wurde. Schlittendrachen entwickeln,
abhängig von ihrer Baugröße und den herrschenden Windverhältnissen, erhebliche Zugkräfte.
Kleine Modelle wie die Minisleds mit ca. 75cm Spannweite sind als Kinderdrachen geeignet.
CodY
Das Luftfahrzeug Cody Warkite war ein System zur Kriegsbeobachtung und entstand aus Samuel Franklin Codys Experimenten mit Drachen. Ziel der Experimente war es, einen Drachen zu bauen, der geeignet ist einen Menschen in die Lüfte zu heben, letztendlich, dass ein Späher Schlachtfelder überblicken kann. Davor wurde vom Militär zu diesem Zweck ein Fesselballon gestartet, allerdings hatten Ballons den Nachteil, dass sie nur bis zu einer gewissen Windgeschwindigkeit geeignet waren, danach konnten sie nicht mehr kontrolliert steigen und landen.
Kastendrachen Gibson Girl
Im Zweiten Weltkrieg kam der Drachen Gibson Girl, mit der offiziellen Bezeichnug "M357 a"der US Army, zum Einsatz. Er war Teil der Seenotrettungsausrüstung für Flugbesatzungen, die notwassern mussten. Das System wurde von der Bendix LimitedAviation in Hollywood hergestellt. 1944 wurde der Drachen auch von der RoyalAir Force und Fleet Air Army eingesetzt. Der Drachen trug eine dünne Notantenne in den Himmel, die mit einem Funkgerät verbunden war. Ein handbetriebener Generator erlaubte der Flugbesatzung, SOS zu funken. Der Gibson Girl trug so zur Rettung vieler Flugbesatzungen bei.

Ninja
Der Urban Ninja ist ein synergetischer Leicht- bis 0-wind Drachen und wurde von Thomas K.Horvath für streetkiting bei extrem wenig Wind entwickelt.
stabLose Drachen
Stablose Einleiner sind Drachen, welche kein Gestänge besitzen und an einer Flugschnur geflogen werden. In der Regel erhalten Stablose Einleiner ihren Auftrieb übermit Luft gefüllte Kammern oder Profile.
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Summe x 3 = XXX
Bei starkem Wind können die Bilder auch etwas durcheinander fliegen.
Bestandteile
Ein Drachen besteht meist aus einem g, das mit Tuch bespannt ist; über die w sind die l daran befestigt, welche zum Pilotenführen.
g
Als Material für das g können Bambus, Holz, Aluminium, glasfaser- oder kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff in unterschiedlichen Profilformen als Baumaterial verwendet werden. Zur Verbindung werden oft kurze Stücke von Kunststoffschläuchen als Muffen verwendet; industriell hergestellte Drachen verwenden meist passend angefertigteKunststoffteile.
b
Als b können Papier, Segeltuch , Baumwoll-/Hanftuch, Tyvek (auch Papierstoff genannt), Naturmaterialien(Blätter, Leder), Folien aus Polyester oder Aluminium u. a. dienen.
w
Die w verbindet Drachen und < spa>l miteinander. Die w ist für die Stellung des Drachens zum Windverantwortlich und bestimmt die Flugeigenschaften des Drachen. Es gibt verschiedene Typen, die sich durch unterschiedliche Verstellmöglichkeiten und Anwendungszwecke auszeichnen. Grundsätzlich wird mit der w das Verhältnis von Zugkraft zu Auftriebskraftbeim Aufteilen der Windkraft bestimmt (Anstellwinkel). Je steiler der Drachen steht, umso mehr wird in Zugkraft verwandelt, je flacher, umso mehr in Auftriebskraft.
l
Über die l ist der Drachen mit dem Piloten verbunden. Eine l endet meist in einer Haspel, auf der sie aufgewickelt werden kann. Haspeln für Einleiner haben manchmal zwei Griffe, damit sie mit beiden Händen gehalten und vor allem aufgewickelt werden können. Bei Lenkdrachen werden die l dagegen auf Griffe (Haspeln) oder Ringspulenaufgewickelt, die mit je einer Hand gehalten werden können. Einleiner werden oft auch nicht direkt vom Piloten gehalten, sondern an einem Bodenankerbefestigt.
s
Einige Drachen besitzen einen s; dieser kann aus Stoffbändern (Streamer), einem Schlauch oder beispielsweise einem kleinen Windsack bestehen. Bei vielen Drachen dient der s zur Stabilisierung (ähnlich wie bei einem Schiff ein Treibanker) – ohne ihn verhält sich der Drachen sehr nervös und bricht ständig zur Seite aus.
Summe = yyy
Der BWW bringt dich weiter
Final:
Nord N x 4° SR.XXX + 112
Ost g / 13° s – w - 1.yyy x 2 + 34
Bitte lasst den Jubilaren den Vortritt, sie kennen sich schließlich mit Drachen aus.
Solltet ihr jetzt neugierig auf die Drachenfliegerei geworden sein, besucht doch mal ein Drachenfest, z.B in Malmsheim – es lohnt sich.