Der Ziller ist ein im Zillergrund entspringender, 56 KM langer, rechter Nebenfluß des Inn. Früher war er ein wichtiger Verkehrsweg, der mit Flößen und „Schöffen“ (Schiffen) befahren wurde. Diese wurden taleinwärts von „Schöffrossen“ (Pferden) gezogen, die am Ufer gehend die „Schöffe“ „treideln“ (ziehen) mussten. Talauswärts konnten sie „aufsitzen“ und mitfahren. Es wurden Lebensmittel ein- und ausgeführt, aber auch Eisen, Erz und Stahl aus dem Ärarischen Hammerwerk (GC4ZGHT) und Brennmaterial zum Hammerwerk transportiert. Handel und Gewerbe kamen auf und begannen zu blühen.
Der Landungsplatz und „Seehafen“ war der „Schöffstall“ an der Zillerbrücke. Hier waren auch die „Schöffrosse“ einquartiert. Außerdem gab es an diesem Ort eine Nagelschmiede und nebenan die Glockengießerei Dengg.
Die heutige „Schöffstallbrücke“ ist der südöstlichste Grenzpunkt der Gemeinde Fügen. Wenige Meter oberhalb dieser Brücke befand sich früher ein riesiger Holzrechen, der die angetriebenen Baumstämme aus dem oberen Zillertal auffing.
Ärar, vom lateinischen aerarium, ist eine heute ungebräuchliche Bezeichnung für "staatlich" oder früher auch "volkseigen". In Österreich meinte man oft damit "dem Staat gehörende Liegenschaften".
Nun kennt Ihr die alte Geschichte vom Ärarischen Schöffstall. Die neuere Geschichte des Fügener Ortsteils Schöffstall war übrigens geprägt von 11 Einwohnern, die mit dem Zuzug von mehr Flüchtlingen als Einwohnern konfrontiert waren (Stand 2017). Die Flüchtlinge sind inzwischen ausgezogen (Stand 2020) und die Unterkunft wurde zu Appartements umgebaut. Eine weitere Last dieses kleinen Ortsteiles ist die Schöffstallbrücke, die erstaunlich viel befahren ist, selbst von Schwerlastverkehrt. Politisch ging es in der Vergangenheit und verkehrstechnisch geht es für diesen kleinen historischen Ortsteil also hoch her.
Nach der Brückensanierung 2019 ist die neue Brücke ist jetzt breiter, verfügt über einen Fußweg und "rumpelt" nicht mehr ganz so schlimm wie vorher.
Hinweis: Die Dose liegt an einem trockenen Ort, ob Ihr sie aber trockenen Fußes bergen könnt, kommt auf die Wetter-, Verkehrs- und Hochwasserlage an. Passt auf Euch auf, die Brücke ist gut befahren und es rumpelt weiterhin kräftig bei jedem Fahrzeug. Bei Schnee, Eis und Regen kann es hier auch sehr rutschig sein. Die Dose kann bei nassem Wetter auch äußerlich etwas matschig werden