Boden des Jahres 2017 - Gartenboden ( Hortisol )
Vorwort:
Die Aktion „Boden des Jahres“ ist eine gemeinsame Aktion des Kuratoriums „Boden des Jahres“, der Aktionsplattform Bodenschutz und des Umweltbundesamtes. Auch die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft und der Bundesverband Boden sind dort vertreten. Das Kuratorium wählt aus den eingereichten Vorschlägen den „Boden des Jahres“ aus und jeweils ein Bundesland übernimmt - der Tradition folgend - dafür die Schirmherrschaft. Dieser ausgewählte Boden wird hinsichtlich seiner für ihn typischen bodenkundlichen Merkmale und Entstehung, seiner Bedeutung für den Menschen, seiner Verbreitung und seines Vorkommens sowie seiner Schutzbedürftigkeit ausführlich beschrieben. Vielfältige Informationen zum jeweiligen Boden sind in jedem Jahr neu verfügbar und können im Internet bei den zuständigen Behörden heruntergeladen werden. Der Boden des Jahres 2017 ist ein anthropogener, also ein von Menschen gemachter beziehungsweise beeinflusster Boden – der Gartenboden. Nach dem Plaggenesch 2013 und dem Weinbergboden 2014 folgt auch in diesem Jahr wieder ein Boden, der ohne menschliche Aktivität nicht denkbar ist.
Allgemein:
Der Gartenboden heißt in der Fachsprache Hortisol. Er kommt mit kleinen Flächenanteilen überall dort in Mitteleuropa vor, wo seit Jahrhunderten Gartenbau betrieben wird. Dies sind bevorzugt alte Klostergärten mit Gemüse- und Kräuterbeeten, Schloss- und Burggärten, Bürgergärten in und am Rand der Städte sowie Bauergärten in älteren Dorfsiedlungen. Durch jahrhundertelanges intensives Umgraben und Lockern, regelmäßiges Bewässern sowie durch Kompostwirtschaft ist ein tiefreichend humoser, lockerer und stark belebter, fruchtbarer Boden entstanden, der viel Wasser und Nährstoffe für die Nutzpflanzen speichern kann. Der Hortisol (von lateinisch hortus = Garten) ist ein Bodentyp, der sich durch eine gärtnerische Bewirtschaftung aus einem anderen - zumeist nicht mehr erkennbaren - Bodentyp entwickelte. Dieser Gartenboden gehört zur Klasse der „Terrestrischen anthropogenen Böden", die durch den Eingriff der Menschen so stark umgestaltet wurden, dass ihre ursprüngliche Horizontabfolge weitgehend verloren ging. Seine Eigenschaften sind meistens dahingehend verändert, dass diese Böden eine aus Sicht des Pflanzenbaus verbesserte Nährstoff- und Wasserversorgung aufweisen. Hortisole sind oft in älteren Anlagen zu finden. Sie haben daher auch eine hohe Bedeutung als Träger der Archivfunktion (Knochenfunde, Reste von Gemäuern, Tonscherben usw.).


Gartenböden sind durch die jahrhundertelange Kompostwirtschaft besonders humushaltig. Humus färbt den Boden dunkelgraubraun. Von oben nach unten nimmt der Humusgehalt allmählich ab. Zahlreiche Regenwurmröhren durchziehen den Boden bis über 1 Meter Bodentiefe. Regenwürmer mischen humushaltiges Bodenmaterial in den tieferen Boden ein. Unterhalb der humusreichen Zone ist ein aufgehellter Bodenbereich zu erkennen. Aus diesem Bereich wurde vor der Nutzung als Gartenboden Ton nach unten verlagert. Dadurch erhielt der Boden seine rötlich braune Färbung. Ein typisches Kennzeichen guter Gartenböden ist der besonders lockere feinkrümelige und humusreiche Oberboden. Durch regelmäßige Bodenbearbeitung, regelmäßige Bewässerung, Humus- und Kalkzufuhr und durch besonders viele Bodentiere wie Regenwürmer, Springschwänze und Insektenlarven erhält er seine lockere Struktur. Aufgrund der vielen Hohlräume ist der Boden gut durchlüftet und kann gleichzeitig durch seinen Ton- und Humusgehalt viel Wasser und Nährstoffe für die Gartenpflanzen speichern.
Entstehung:
Der Hortisol zeichnet sich durch ein besonders aktives Bodenleben mit vielen Regenwürmern und Mikroorganismen aus, die das Bodenmaterial und die reichlich vorhandenen organischen Pflanzenrückstände intensiv durchmischen und zersetzen (Bioturbation). Dadurch bildet sich ein eigener humusreicher und krümeliger meist dunkelgrauer Bodenbereich (Ex-Horizont). Der Hortisol ist vor allem deswegen sehr humusreich, weil dem Boden regelmäßig – meist über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte – Nährstoffe und organische Substanz in Form von Küchenabfällen, Jauche, Kompost oder Stallmist zugegeben wurden. Diese Zugaben verbesserten die Vorräte an organischem Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor um ein Mehrfaches im Vergleich zu anderen Böden. Auch das Wasserbindungsvermögen ist hoch. Pflanzen können wegen der guten Bodenstruktur intensiv wurzeln und bilden Humus. Der lange menschliche Einfluss macht sich in seinem Profil durch einen besonders mächtigen (mindestens 40 cm) und stark humosen Ah-Horizont bemerkbar. Dieser enthält mehr als 4 Massen% organische Substanz. Er ist das Ergebnis der Zufuhr von viel organischem Dünger durch Kompost, aber auch durch Müll und Fäkalien. Dazu ist der Ah-Horizont im Grabebereich (Spatentiefe) durch die menschliche Bearbeitung auch durch Regenwürmer sehr locker. Die gute Beschattung und auch die gute Versorgung mit Wasser sind nicht nur für die Pflanzen von Vorteil. Sie begünstigen auch ein sehr reges Bodenleben.
Verbreitung:
Im Gegensatz zu den oft großflächigen Verbreitungsgebieten der Naturböden kommt der typische, langsam gewachsene Hortisol innerhalb der Bodenlandschaften nur kleinflächig und über das ganze Land verteilt vor. Da seine Entstehung notwendig auf menschliches Zutun gründet, findet sich dieser Boden überwiegend in Siedlungsbereichen wie in alten Dorfstrukturen, Klöstern und an den Rändern unserer Altstädte. In der Summe ist der Gartenboden weit verbreitet, aber aufgrund seiner Kleinflächigkeit schwierig zu erfassen und zu kartieren.

Zu diesem EarthCache:
Wir möchten euch hiermit einen Besuch zum Kloster Kamp (Kamp-Lintfort) empfehlen. Das Kloster Kamp ist eine ehemalige Abtei auf dem Gebiet der Stadt Kamp-Lintfort. Es wurde 1123 gegründet und war das erste Zisterzienskloster im damaligen deutschsprachigen Raum. Die Klosteranlage liegt auf einem Hügel (Kamper Berg), an dem südlich der historische Kanal Fossa Eugeniana entlangführt. Die Anlagen des Kloster Kamps zählen zu den schönsten Gärten am Niederrhein, um nicht zu sagen zu den schönsten Deutschlands. Das Kloster Kamp bietet uns Gartenanlagen auf historischem Boden, die themengerecht zum EarthCache besichtigt werden können. Die Anlage zählt insgesamt vier Gärten mit den folgenden Bezeichnungen:
Terrassengarten, Barockgarten, Alter Garten und Obstgarten und zusätzlich noch einen Kräutergraten.
Unser Interesse gilt daher dem ganzen Bereich und wir fangen mit den Listingkoordinaten beim "Alten Garten" an. Der Garten ist eine östlich des Kamper Berges gelegene regelmäßige Anlage, die strukturell dem Barockgarten ähnelt. Für den in ursprünglich 16 quadratische Felder gegliederten Garten wurde ein besonderes Farbkonzept für die Bepflanzung auf den Boden des Jahres 2017 - dem Gartenboden (Hortisol) - realisiert. Leider mussten einige der Felder dem Bau der B 510 weichen.
Um diesen EarthCache loggen zu können, begebt euch zu den Koordinaten und befasst euch mit den 4 oder 5 Aufgaben, deren Antworten ihr teilweise auch nur vor Ort finden werdet. Ihr benötigt hierzu lediglich Auffassungsgabe und Erkenntnisse, die ihr durch eigene Ermittlungen dort erfahren müsst.
Fragen zu diesem EarthCache:
1.)
An den Listingkoordinaten bist du in der Mitte des "Alten Garten".
Gehe zum kleinen Feld mit dem Thema "Braun mit Orange" und dort zur Blut-Buchen-Hecke: Fagus sylvatica ‘Atropunicea’. Die Info-Tafel mit dem Pflanzkonzept hilt dir weiter.
Schau dir nun den Boden an und du siehst mehrere Substanzen und Substrate, die für diese Pflanze geeignet sind und auch als Nährschicht für den weiteren Boden dienen sollen; ... nenne sie.
2.)
Nun zum Terrassengarten an die virtuelle Position zur Frage 2 und hier findest du einen Bepflanzungsplan aus dem Jahre ????, der Gartenbüchern des 17./18. Jahrhundert entnommen wurde.
Aus welchem Jahr stammt der Plan und wofür war er gedacht?
Diese Antwort findest du auf der 1. Infotafel von rechts.
3.)
Ein Problem in einem geneigten Gelände kann der Bodenabtrag durch Wassererosion werden. Es gibt daher verschiedene Möglichkeiten, dieses zu minimieren.
Nenne hier eine Möglichkeit, die auch naheliegend ist.
4.)
Bildfrage zum EarthCache:
Was könnt ihr hier erkennen und wie ist das zu erklären?
5.) Frage neu hinzugekommen ab dem 02.01.2017
Wer allerdings das ursprüngliche Script ohne diese 5. Frage bereits dabei hat, muss diese nicht beantworten! Ansonsten gehe zum virtuellen Punkt F5 und genieße die schöne und einzigartige Aussicht, die kaum Wünsche offen lässt.
Vor dir siehst du eine InfoTafel mit eingekreisten Zahlen für die Bepflanzungen.
Bei Nr. 2 notiere Buchstabe nach dem "r"
Bei Nr. 6 notiere Buchstabe nach dem "h"
Bei Nr. 4 notiere vorletzter Buchstabe
Bei Nr. 8 notiere Buchstabe nach dem fünften "e"
Bei Nr. 9 entferne das "b", das "r" und alle Buchstaben vor dem "r", den Rest notiere dir.
Bilde nun aus deinen Werten in der Reihenfolge 2,6,4,8,9 ein neues Wort und du hast eine Lösung, welche für den Boden des Jahres 2017 eine bedeutende Rolle spielt; ... nenne sie.
Freiwillige Aufgabe am Kräutergarten:
Im Kräutergarten am Beet "Feuer" sind 3 Pflanzen aufgeführt.
Nenne die Pflanzen-Namen und versuche zu ermitteln, welche die jeweiligen optimalen Böden dafür sind.
Eure Antworten aus den Aufgaben schickt uns bitte per Mail und danach dürft Ihr den EarthCache sofort loggen. In den EarthCache-Guidelines ist bewusst nicht vorgesehen, dass auf eine Logfreigabe seitens des Owners gewartet werden muss. Wir werden die uns zugesandten Antworten und Lösungen auf ihre Richtigkeit prüfen. Found it- Logs, die - auch auf Nachfrage hin - ohne Antworten zu den Aufgaben kommen, werden natürlich kommentarlos gelöscht. Es ist zwar keine Logbedingung, aber wenn Ihr wollt, macht ein Foto von Euch und einer beliebigen Stelle der Anlagen, ohne allerdings mögliche Antworten bildlich zu spoilern.
Viel Vergnügen bei diesem EarthCache für die ganze Familie, aber denkt daran, dass in den Wintermonaten Eis und Schnee schon mal den Blick auf die Gärten/Anlagen behindern und beeinträchtigen kann.
Team N51E06
Quellen und Nachweise:
Geolog. Dienst NRW, Info Bundesumweltamt, Historie Kloster Kamp, Info Landesamt Umwelt/Geologie Thüringen, Wikipedia, eigene Erkundungen und Ermittlungen mit Bildern vor Ort.
Nederlands-Version:
Info voor onze Nederlandse cachervrienden:
Helaas moeten we afzien van een vertaling in het nederlands. Zouden we dit toch doen, wordt de lijst (Listing) veel te lang en verwarrend. Mocht u desondanks een versie in het nederlands wensen, vertel het ons, en wij nemen contact met jullie op. Of jullie maken gebruik van een andere dienst, of andere hulp. Zoals bv."https://translate.google"
Hartelijk dank voor uw begrip,
Bernd van Team N51E06
English-Version:
"Unfortunately we needed to refrain from adding an English version as it would have made the listing too long, complex and confusing. In case you do need an English translation kindly do not hesitate to contact us and we will look for a solution. Or you may want to try an online translation service.
Thank you very much for your kind understanding."
Bernd of team n51e06
Profilbanner
Wer dieses Banner in sein Profil angeben möchte,
bitte melden und wir senden dann den
Quellcode per E-Mail zu.
Hier haben wir noch eine tolle Aufnahme gefunden:
Und noch ein kleiner Service:
Wer sich einmal mit der in folgender Grafik aufgestellten Theorie beschäftigen möchte, kann uns gerne seine daraus gewonnenen Erkenntnisse mitteilen und uns kontaktieren. Wir haben dazu auch eine Gegendarstellung, die wir euch bei einem berechtigtem Interesse gerne zur Verfügung stellen.
Zusammenfassend will uns die Grafik folgendes sagen:
Durch Verwitterung des anstehenden Gesteins entsteht der Boden. Sonnenlicht, Niederschläge, Frost und Wind (= Standortfaktoren) wirken auf das Ausgangsgestein ein und zerkleinern es allmählich. Erste Risse entstehen, dann wird das Gestein immer stärker durch die fortschreitende Verwitterung zerkleinert. Pflanzen siedeln sich an, die mit ihren Wurzeln mechanisch und chemisch (Exudate) die Verwitterung beschleunigen. Schließlich ist die Verwitterung soweit fortgeschritten, dass sich in feinkörnig verwittertem Fels ein Boden entwickelt hat.
Aber, stimmt das auch wirklich?