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Anno Dazumal - Kohlebergbau Göriach EarthCache

Hidden : 03/19/2017
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Vom 16. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde nahe Göriach nach dem schwarzen Gold geschürft. Dieser Earthcache soll an die längst vergangenen Tage erinnern.
Die Headerkoordinaten bringen dich zum Eingang des längsten Stollens, dem 380m langen Egydi-Stollen.


Ein winterfester Cache by .GeoJoe.



Entstehung von Kohle


Kohle ist ein festes Sedimentgestein, das durch Karbonisierung von Pflanzenresten entsteht. Mehr als 50 Prozent ihres Gewichtes besteht aus dem Element Kohlenstoff. Grob unterscheidet man zwei Arten: die ältere Steinkohle (vor etwa 250-350 Mio. Jahren entstanden) und die jüngere Braunkohle (ca. 10-50 Mio. Jahre alt). Grundsätzlich gilt, je älter die Kohle desto höher ihr Kohlenstoff-Gehalt und desto höher ihr Brennwert.
Das Ausgangsmaterial von Kohle ist hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs. Wenn diese Pflanzen nach dem Absterben unter einer Sauerstoff undurchlässigen Schicht zu liegen kommen, beginnt die Inkohlung. Dabei wird das Material an Kohlenstoff angereichert. Druck und Temperatur durch darüber abgelagerte Sedimentations-Schichten fördern diesen Prozess, ohne sie käme es nur zu einem geringen Grad der Inkohlung und damit zur Bildung von Torf anstatt Kohle. Der Abschluss unter sauerstofffreier Umgebung passiert meist durch Moore oder Sümpfe.

Göriacher Kohleflöz


Kohlenflöze sind sedimentär entstandene, ausgedehnte Lagerstätten von Kohle, welche parallel zur Gesteinsschichtung verlaufen. Beim Göriacher Kohleflöz handelt es sich um eine Braunkohle-Lagerstätte, welche vor etwa 16 Millionen Jahren gebildet wurde. Es weist eine Fläche von ca. 600 x 300 Metern auf.

(2)

Aufgrund von Absenkungsbewegungen der Erdkruste kam es zur Bildung des Aflenzer Beckens. Zu Beginn schütteten Bäche und Muren groben Schutt, Kies und Sand in das Becken (Feistring-Formation). Danach bildete sich ein See, im Uferbereich entstanden Moore und Sümpfe, in denen sich große Mengen von pflanzlichem Material ansammelten. Der See vertrocknete und füllte sich mehrmals, wodurch eine dicke Schicht an organischem Material entstand. Im Laufe von Millionen Jahren wurde diese durch die Inkohlung zum etwa 10 Meter mächtigen Göriacher Kohleflöz.
Die darüber liegende Groisenbach-Subformation entstand nach einem starken Anstieg des Seespiegels durch Ablagerung von tonig-sandigen Sedimenten. Sie sorgte während der Inkohlung sowohl für den notwendigen Sauerstoffabschluss als auch für genügend Druck und Temperatur zur Bildung der Braunkohle.


Die Feistring-Formation zeichnet sich vor allem durch ihr stark klastisches Gefüge aus. Hierbei sind in einer feinkörnigen Matrix größere Gesteinsfragmente (=Klasten) eingebaut, welche im vorliegenden Fall zwischen 2 und 10cm Durchmesser aufweisen. Beide Komponenten sind bei dieser Formation karbonatischen Ursprunges, da es sich um erodierten Hochschwab-Kalk handelt.
Im Gegensatz dazu sind die Sedimente der Groisenbach-Subformation feinkörnige Tone sowie Mergel (=karbonatischer Ton). Der Grund dafür ist, dass es sich hierbei um Ablagerungen aus dem See und nicht aus Bächen handelt. Die Ausbildungsform ist somit typischerweise feinblättrig. Dies ist auch der Grund für die geringe Festigkeit und Tragfähigkeit dieser Formation.

Das Göriacher Kohleflöz stellt ob seiner hohen Anzahl an fossiler Fundstücke eine Besonderheit dar: "Seit über 150 Jahren sind Versteinerungen aus der Kohle von Göriach bekannt und legen Zeugnis ab von der einstigen Flora und Fauna. Wissenschaftler aus ganz Europa bearbeiten laufend das berühmte Göriacher Fossilmaterial". [Zitat aus (2)]

(2)

Neben Knochenresten von Affen und Wildschweinen wurden auch Fossilien von Flughörnchen, Ur-Elefanten, Nashörnern sowie Hundebären (siehe Bild) gefunden. Dies lässt auf ein feuchtwarmes, subtropisches Klima schließen, unter dem sich die Kohle gebildet hat.

Kohlebergwerk Göriach


Die Geschichte des Kohlebergbaus in der Region um Turnau reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Anfangs erfolgte der Abbau noch sehr primitiv, die Kohle wurde nur für den Hausbrand und den örtlichen Bedarf geschürft. Als 1893 die Thörlerbahn zwischen Kapfenberg und Au-Seewiesen fertig gestellt wurde, stieg die Produktion aufgrund des deutlich höheren Absatzmarktes stark an.
Im Jahre 1917 erwarb die Gebrüder Böhler & Co. AG den Bergbau. Der Grund war der Rüstungsbetrieb des Ersten Weltkrieges: Um die Böhler-Werke in Kapfenberg mit ausreichend elektrischer Energie zu decken, wurde ein mit Kohle betriebenes Dampfkraftwerk errichtet. Ein Großteil der eingesetzten Braunkohle kam aus Göriach. Auch nach dem Krieg bezogen die Böhler-Werke den Brennstoff aus diesem Bergwerk, in der Blütezeit wurden jährlich knapp 60.000 Tonnen Kohle abgebaut.

Die Wirtschaftskrise in den 30er-Jahren zwang die Fa. Böhler das Bergwerk zunächst stillzulegen. Die Kohlenknappheit nach dem zweiten Weltkrieg führte jedoch dazu, dass der Schacht noch einmal geöffnet wurde. Im Jahre 1955 wurde die Göriacher Kohlengrube schließlich endgültig geschlossen, da das Vorkommen erschöpft war. Nachfolgendes Bild zeigt das Werk um 1925 - den Eingang des Egydistollens habe ich rot markiert.

(2)

Vom Werk ist heute nicht mehr viel übrig. Lediglich ein paar ehemalige Werkshäuser und der renovierte Stolleneingang erinnern noch an den damaligen Kohlebergbau. Der vordere Teil des Stollens dient heute als Gedenkstätte und beherbergt eine Statue der Hl. Barbara.

Logaufgaben


Um den Earthcache als gefunden loggen zu können, musst du mir die Antworten auf die nachfolgenden Fragen senden. Bei den ersten Fragen reicht es aus, das Listing aufmerksam zu lesen. Die letzten beiden Fragestellungen sind direkt vor Ort zu lösen.
Bitte benutze das "send email"-Tool. Danach kannst du den Cache sofort als gefunden loggen, wenn etwas bei den Antworten nicht stimmt melde ich mich.

Frage 1)
Weshalb lässt sich abschätzen, wie die klimatischen Bedingungen zur Zeit der Kohlebildung waren?

Frage 2)
Das Gebirge im Nordwesten besteht hauptsächlich aus Kalziumkarbonat (=Kalk). Welchen Einfluss hat dies auf die Zusammensetzung der Sedimente?

Frage 3)
Der Stollen wurde in eine der beiden im Listing erwähnten Sediment-Formationen geschlagen. Um welche handelt es sich deiner Meinung nach, und was ist der Grund für die Ausbildung dieses Gefüges?

Frage 4)
(a) Verwende dein GPS-Gerät bzw. Smartphone und finde heraus, auf welcher Seehöhe sich der Stolleneingang befindet. Wie groß ist der Höhenunterschied zum Ort Göriach (auf 797m gelegen)?
(b) Betrachte das geologische Profil im Listing: Konnte aufgrund des Höhenunterschiedes deiner Meinung nach der Stollen horizontal in den Berg geschlagen werden, um Kohle zu gewinnen?

Optional
Ich würde mich freuen, wenn du deinem Log ein Foto von dir mit dem Stolleneingang im Hintergrund anhängen würdest.


Happy Caching und Glück Auf!

.GeoJoe.


Quellen
(1) https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Geologisches%20Portrait/Lagerst%C3%A4tten/Kohle?lang=de&language=german
(2) https://www.museum-joanneum.at/fileadmin/user_upload/Geologie_und_Palaeontologie/Folder/Folder-Turnau.pdf
(3) http://austria-forum.org/af/Bilder_und_Videos/Hochschwab/Teil_1_Um_den_Hochschwab/Marktgemeinde_Turnau
(4) http://www.turnau.gv.at/tourismus/sommer/ausfluege-sehenswertes/
(5) http://www.zobodat.at/pdf/ArchivLagerst-GBA_4_0001-0317.pdf , Seiten 137-140
(6) http://www.zobodat.at/stable/pdf/JbGeolReichsanst_143_0420.pdf

Additional Hints (No hints available.)