Geologischer Aufschluss: Trierer Augenscheiner ⛏
Vorwort:
Von einem Aufschluss sprechen Geologen, wenn Gestein an der Erdoberfläche gut sichtbar und frei von Boden und Vegetation zu erkennen ist, also eine Stelle an der Erdoberfläche, an der Gestein, das mit dem regionalen Gesteinsuntergrund verbunden ist (sogenanntes anstehendes Gestein) unverhüllt zu Tage tritt. Klassisches Beispiel sind freistehende Felsenformationen, der Steilhang eines Flusstales oder durch Menschen verursachte Aufschlüsse, etwa ein Steinbruch oder beim Bau einer Straße. Aufschlüsse zeigen das anstehende Gestein und können viel über dessen Entstehung beziehungsweise seine wechselvolle Geschichte erzählen. Außerdem kommen Geologen hier recht einfach an Gesteinsproben, die sie sonst nur mit aufwändigen Bohrungen erhalten würden. Allein durch die Bestimmung der Gesteine können sie bereits sehr viel über die Umstände seiner Entstehung erfahren. Dazu kann man erkennen, ob Gesteinspakete eventuell gekippt wurden, also schräg im Gelände liegen, ob Lava nachträglich in das Gestein eindrang und so weiter und so fort. Den frühen Geologen lieferte eine genaue Untersuchung solcher Aufschlüsse erstaunliche Erkenntnisse und noch heute sind sie dem erfahrenen Geologen eine wichtige Hilfe für eine schnelle erste Einschätzung im Gelände.
Man unterscheidet:
- natürliche Aufschlüsse:
- frei stehende Felsen, einzelne Felswände (z.B. Schichtstufen), oder, besonders großflächig, Hochgebirgsmassive
- Steilufer von Flüssen, Schluchten, Canyons und Steilküsten
- Abrisskanten von Erdrutschen
-
- künstliche (anthropogene) Aufschlüsse:
- Abbaufronten von Tagebauen und Steinbrüchen, Kiesgruben, Baugruben
- Stollen im Untertage-Bergbau
- Straßen- oder Bahneinschnitte
- Schürfgruben etc.
Im weitesten Sinne kann man auch die Gesteinsproben, die durch geologische Bohrungen gewonnen wurden (Bohrkern), als künstlichen Aufschluss bezeichnen. An künstlichen wie natürlichen, relativ „frischen“ steilen Geländeanschnitten (z. B. an Steilküsten oder in aktiven Steinbrüchen), kann in humiden Klimazonen oberhalb des anstehenden Gesteins oft auch ein Bodenprofil beobachtet werden. Aufschlüsse jedweder Art sind die wichtigsten Datenquellen für die Geologie im Allgemeinen und für geologische Kartierungen im Besonderen, da man an ihnen die an exakt dieser Stelle anzutreffenden geologischen Verhältnisse ablesen kann. Fehlen Aufschlüsse in einem bestimmten Gebiet, kann anhand gehäuft im Boden auftretender, loser Gesteinsfragmente – mit Bedacht – auf das eventuell tieferliegende Anstehende geschlossen werden (Lesesteine).
Aus Urzeiten und der Deckgebirge:
Die Deckgebirge der gesamten 160 Millionen Jahre dauernden Phase des Erdmittelalters finden wir heute in größerem Umfang in diesem Bereich und zwar hauptsächlich aus Flussaufschüttungen der geröllhaltigen Schuttmassen, die oft zusammen mit Buntsandsteinen zu festen Konglomeraten zusammengepappt wurden. Von Südwesten und Norden her drang zu Beginn des Erdmittelalters - in der sog. Buntsandsteinzeit - das Buntsandstein-Meer in die Eifel ein, buchtförmig im Bitburger Land und wie ein dreieckiger Keil bei Mechernich. Die landeinwärtige Eifeler Nord-Süd-Senke dazwischen war zeitweise eine verzweigte Meeresstraße, mit Inseln und Bänken, Schwellen und Tiefen. Im damaligen Küstengebiet finden wir heute die mächtigen Formationen der Buntsandsteine des Kylltals bei Kordel und in der Kyllburger Walfeifel, die dort Sandsteinplateaus und Kastenberge bilden.
Von diesem Punkt des weitesten Vordringens an, zog sich das Meer wieder phasenweise nach Süden und Norden zurück. In seinen flachen Randbereichen lagerte es vor etwa 210 Millionen Jahren - in der Muschelkalk-Zeit - kalkhaltige Sedimente mit Fossilien und Muscheln ab; sie überdeckten wie eine flache Schüssel die in der Trierer Bucht darunterliegenden älteren Buntsandsteinsedimente. In der anschließenden Periode des sog. Keupers zog sich das Meer noch weiter aus der Trierer Bucht zurück, kalkige und tonige Sedimente hinterlassend, die in unserer Zeit eine weitere Schichtstufe aus Tonsteinen, Mergeln, Dolomiten und Gipsen im Südwesten des Bitburger Landes formierten. So bietet sich heute die damalige Trierer Bucht dem Betrachter als eine ausgedehnte Schüssellandschaft dar. Jede Phase der Sedimentation bildet eine große, in Südwest-Nordost-Richtung ovale Flachschüssel, auf der die nächstfolgende Phase eine Schüssel mit etwas kleinerem Durchmesser hinterlassen hat. Die letzte und höchste Stufe der Schüsseln bilden die heutigen markanten Schichtungen in der imposanten Landschaft.

Zum geologischen Aufschluss Augenscheiner:
Der Augenscheiner ein überregional bedeutender geologischer Aufschluss, und zwar die Felsen darüber. Am Augenscheiner und in westlicher Richtung sind die Sandsteine des Unteren Bundstandsteins aufgeschlossen. Sie bestehen aus groben Konglomeraten des Unteren Buntsandstein (Untere Trias). Die Basis dieser Schichten bildet eine Erosionsdiskordanz, die nur sehr selten aufgeschlossen ist. Am oberen Ende des Weinbergs tritt das Gestein als fast senkrechte, etwa 50 m hohe Felswand zutage. Zu sehen gibt es also einiges, besonders Sedimentstrukturen und Verwitterungsphänomene. Der o.g. Buntsandstein ist eine Grundwasserführende Schicht, während das Rotliegende darunter Grundwasserstauer ist. Der Aufschluss zeigt das ebenfalls deutlich mit gelblichen Ausbleichungen an der Basis des Buntsandstein und Ausfällungen von Eisenschwarten (Limonit). Unmittelbar darunter steht Rotliegendes an (Perm), d.h. es gibt eine Schichtlücke (das Zechgestein fehlt). Der Zechstein, der am Standort nicht vertreten ist, hat Stein- und Kalisalzlager zur Folge. Der Ablagerungsraum war früher wesentlich größer als die heutigen Schichten es sind.
Warum der Übergang zum Zechstein nicht nicht zu sehen, liegt daran, dass er sich im Liegenden und im Weinberg befindet. Unterhalb der Grenze findet man Siltstein und eine 5 - 10 cm mächtige Eisenkruste. Diese besteht nicht nur aus Eisen, sondern vielmehr ist es ein Gefüge Konglomerat. Man spricht hierbei von vererztem Konglomerat, woraus eine Schwankung fossiler Flächen oberer Grundgewässer geschlossen werden kann. Konglomerate, bestehend aus Grauwacken, Schiefer, Tonen und metamorphen Gesteinen deuten darauf hin, dass zur Zeit der Ablagerungen hohe Meeresströmungen geherrscht haben müssen. Geologische Störungen sind nur selten aufgeschlossen, aber als eine weitere Besonderheit sind hier die Störungen (Abschiebungen) dagegen gut aufgeschlossen und mit dem jeweiligen Versatz zu erkennen. Man nennt diese auch Verwerfungen. Die geologische Verwerfung ist stets mit ausgeprägten Trennflächen verbunden, darunter versteht man Spalten und Klüfte, wo sich auf Grund der Reibung des Gesteins einzelne Flächen bilden können. Dabei entstehen die Bewegungsrillen, welche man auch Harnische nennt. Unterschieden werden die Arten von geologischen Verwerfungen in normale, welche Abschiebungen sind und in inversen Verwerfungen, welche als Über- oder Aufschiebungen bezeichnet werden.


Schmankerl:
Nun noch ein kleiner Abstecher zum traditionellen edlen Tropfen, dem "Trierer Augenscheiner". Als einzige Weinbergsanlage an der Mosel auf Buntsandstein verleiht er seinem Riesling eine ganz besondere fruchtige Note und das wusste man bereits in früheren Jahrhunderten zu schätzen. Die Weinlage "Trierer Augenscheiner" unter den roten Felsen am linken Moselufer liegt gegenüber dem heutigen Nordbad am rechten Moselufer. Dort fand sich im Mittelalter eine große Klosteranlage, St. Maria ad Martyres. Durch eine Pforte in der Klostermauer hatten die Klosterherrn ihren Besitz auf dem Buntsandstein stets im Blick – daher der Name Augenscheiner. Die Weinbergsanlage ist klar abgegrenzt und sehr deutlich auszumachen.
Um diesen EarthCache loggen zu können, begebt euch zu den Koordinaten des Listings und befasst euch mit den 3 Aufgaben, deren Antworten ihr teilweise auch nur vor Ort finden werdet. Ihr benötigt hierzu lediglich Auffassungsgabe und Erkenntnisse, die ihr durch eigene Ermittlungen dort erfahren müsst.
Hinweis in eigener Sache:
Mehrere Anfragen haben uns dazu bewogen, den ursprünglichen WayPoint mit den Koordinaten bei der Gedenkstätte "Nicola Caspary" aus dem Listing zu nehmen. Stellenweise ist der Weg dorthin zu gefährlich gewesen und auf keinen Fall bei widrigen Wettern zu empfehlen.
Fragen zu diesem EarthCache:
1.)
Hier stehst du also direkt am Massiv und kannst es fühlen!
Vor dir siehst du einen größeren Ausschnitt, der durch Abtragungen entstanden ist.
a) Wie groß ist die Fläche, die dort sichtbar gemacht wurde?
b) Du kannst hier auch klar abgegrenzte Abfolgen von Schichten erkennen. Nenne hiervon ungefähr die einzelnen Schichtdicken an diesen Koordinaten.
c) Was ist hier im wahrsten Sinne des Wortes "augenscheinlich", wenn du dir die Farben des Gesteins und auch die anderen Merkmale anschaust? Gibt es dort Bewegungsrillen und Trennflächen?
2.)
Entlang des Felsenpfades, den du an diesen gelisteten Koordinaten erkennen kannst und der dort entlang läuft, findest du häufiger Gebilde im Felsen, die wir im nachfolgenden Bild aufgezeigt haben. Es ist eine Makroaufnahme und Details sehr gut zu erkennen.
Deute und nenne diese Erkenntnis an den Gebilden mit den charakteristischen Merkmalen und wie könnten sie entstanden sein?
3.)
Gebe eine Erklärung für die folgenden geologischen Begriffe, deren Vorkommen im gesamten Bereich des Aufschlusses am Augenscheiner zu sichten sind:
a) Verwerfungen
b) Abschiebungen
Eure Antworten aus den Aufgaben schickt uns bitte per Mail und danach dürft Ihr den EarthCache sofort loggen. In den EarthCache-Guidelines ist bewusst nicht vorgesehen, dass auf eine Logfreigabe seitens des Owners gewartet werden muss. Wir werden die uns zugesandten Antworten und Lösungen auf ihre Richtigkeit prüfen. Found it- Logs, die - auch auf Nachfrage hin - ohne Antworten zu den Aufgaben kommen, werden natürlich kommentarlos gelöscht. Es ist zwar keine Logbedingung, aber wenn Ihr wollt, macht ein Foto von Euch und einer beliebigen Stelle im Felsenpfad, ohne allerdings mögliche Antworten bildlich zu spoilern.
Viel Vergnügen bei diesem EarthCache und wir würden uns über eine weitere Empfehlung an Freunde/Bekannte sehr freuen.
Team N51E06
Quellen und Nachweise:
Stadt Trier, freundlichst Dr. Michael Rogall, Geonet.de, Roscheiderhof, Uni Trier, Bundesamt Geologie RLP, Wikipedia, eigene Erkundigungen mit Bildern vor Ort.
English-Version:
"Unfortunately we needed to refrain from adding an English version as it would have made the listing too long, complex and confusing. In case you do need an English translation kindly do not hesitate to contact us and we will look for a solution. Or you may want to try an online translation service.
Thank you very much for your kind understanding."
Bernd of team n51e06
Nederlands-Version:
Info voor onze Nederlandse cachervrienden:
Helaas moeten we afzien van een vertaling in het nederlands. Zouden we dit toch doen, wordt de lijst (Listing) veel te lang en verwarrend. Mocht u desondanks een versie in het nederlands wensen, vertel het ons, en wij nemen contact met jullie op. Of jullie maken gebruik van een andere dienst, of andere hulp. Zoals bv."https://translate.google"
Hartelijk dank voor uw begrip,
Bernd van Team N51E06