Geschichte:
Der Stadtteil Kriegshaber liegt im Westen von Augsburg und wurde um das Jahr 1000 erstmals mit dem Namen Chrechesavar offiziell erwähnt. Im Mittelalter führte die alte Reichsstraße nach Günzburg ( heutige Ulmerstraße ) durch das Dorf. Als die Juden 1438 aus Augsburg und 1553 aus dem Herzogtum Bayern vertrieben wurden siedelten sich einige Familien in Kriegshaber an. Bis zum Sieg Napoleons gehörte Kriegshaber zur habsburgischen Markgrafschaft Burgau und lag somit in Vorderösterreich. Nachdem die Kosten für Schul- und Armenwesen ständig stiegen wurde die verschuldete Gemeinde im Jahr 1916 von Augsburg einverleibt. Vor dem zweiten Weltkrieg entstanden auf den großen, freien Flächen mehrere Kasernen, die später vom US Militär weiter genutzt wurden. An den Kasernen angrenzend entstanden Wohnsiedlungen, wie Centerville und Cramerton, für die Familien der US-Soldaten. Bis zu 30.000 Amerikaner ( Soldaten + Familie ) lebten in Augsburg. Jährlich fand auf dem Volksfestplatz an der Bürgermeister-Ackermann-Straße das Deutsch-amerikanische Volksfest statt. Ab Mitte der 1990er Jahre gab die US Armee schrittweise die Kasernen auf und die ehemaligen Militärbrachen werden durch eine Kombination aus Gewerbe, Wohn und Parkanlagen ersetzt.
Sehenswürdigkeiten:
Synagoge Kriegshaber
Ab dem Jahr 1675/1680 ersetzte die Synagoge Kriegshaber einen kleineren Betsaal und wurde für Gottesdienste genutzt. Während der Reichspogromnacht 1938 blieb die Synagoge unversehrt und diente daher die nächsten Jahre als Gemeindezentrum der Juden in Augsburg ( Die Synagoge in Augsburg wurde stark beschädigt ). 1955 kam das Gebäude in den Besitz der Stadt Augsburg und wurde Jahre lang als Lagerhalle zweckentfremdet. Nach einer mehrjährigen Planungsphase began 2011 die Sanierung des Gebäudes und das Jüdische Kulturmuseums Augsburg Schwaben konnte 18. Mai 2014 offiziell eröffnet werden.
Flak-Kaserne
Die Wehrmacht begann 1936 mit dem Bau der Flak Kaserne, die wurde bis zum Ende des zweiten Weltkriegs nicht mehr fertig gestellt. Das US amerikanische Militär übernahm die Kaserne und Teile der 5th Infantry Division wurde dort untergebracht. In folgenden Jahren ersetzten andere Verbände diese Division. Im Jahr 1994 gaben die US-Streitkräfte die Kaserne auf und seitdem wird das Areal in ein Gewerbe und Wohngebiet umgewandelt. In einer ehemaligen Panzerhalle ist heute die freiwillige Feuerwehr Kriegshaber untergebracht und die Kapelle wird von der orthodoxen Gemeinde Augsburg genutzt.
Zollhaus
Das ehemalige Markgröflich-Burgauische Zollamtsgebäude in Kriegshaber gehört zu den beachtenswertesten Bauten, die von der Markgrafschaft Burgau noch erhalten sind. Nach dem das alte Zollhaus eingestürzt war wurde 1778 das Gebäude erbaut. Bereits 30 Jahre später fiel mit dem Sieg Napoleons die Markgrafschaft Burgau und somit der Grenzort Kriegshaber an das Königreich Bayern. Das Zollamt wurde in eine Schule umgewandelt.
Reese-Kaserne
Um den großen Exerzierplatz in Kriegshaber entstand in den 1930er-Jahre die Arras-, Panzerabwehr- und Somme-Kaserne. Die Anlagen wurden durch ein gemeinsam genutztes Offizierskasino erweitert. Im Jahr 1953 legte die US-amerikanische Armee die drei eigenständig genutzten Kasernen zu den Reese Barracks zusammen. Benannt war die Kaserne nach James W. Reese, einem Träger der Medal of Honor. Nach dem Abzug des amerikanischen Militärs wurden einige Gebäude verpachtet. Das Kulturhaus Abraxas zog in das alte Offizierskasino ein und in unmittelbarer Nähe bezogen Künstler den sogenannten Kulturpark West. Gleichzeitig entwickelte die Stadt neue Konzepte für die einzelnen Areale. Die Reese Kaserne wird in eine großflächige Parkanlage umgeben von Wohn- und Gewerbegebiete umgewandelt. Die meisten Gebäude sind mittlerweile abgerissen und die ersten Bauabschnitte bebaut.
Final:
N 48°22.C+I-D*A*10-4
E 010°51.2*H*F*G+13*B+E+G+5