Johannes Robert Becher
Johannes Robert Becher (* 22. Mai 1891 in München; † 11. Oktober 1958 in Ost-Berlin) war ein deutscher expressionistischer Dichter und Politiker, Minister für Kultur sowie erster Präsident des Kulturbundes der DDR. Bekannt ist er auch als Verfasser des Textes der Nationalhymne der DDR.
Bronze „Johannes R. Becher“ von
Fritz Cremer im Bürgerpark Berlin-Pankow (Ausschnitt)
Am 22. Mai 1891 wurde Hans Robert Becher als Sohn von Heinrich Becher, Jurist am Oberlandesgericht München, und dessen Ehefrau Johanna, geborene Bürck, in München geboren. Seinen Vater Heinrich Becher beschrieb er politisch als „Ungefähr stimmungsmäßig deutschnational, sonst betont unpolitisch“[1], dennoch galt im Hause Becher Loyalität zum Monarchen und nationale Begeisterung als oberste Pflicht. Als größter Feind galten dabei Sozialisten und Sozialdemokraten. Fleiß und Pflichterfüllung waren die Lebensphilosophie des Vaters, der Teil des „protestantisch-bürokratisch-preußisch-militärischen Establishments“[2] ist.
Die Erziehung des oftmals jähzornigen Vaters war streng, Hans dem permanenten Leistungsdruck kaum gewachsen.[3] Zuflucht fand er bei seiner Großmutter, die in ihm wohl auch die Leidenschaft für Literatur und Dichtung weckte. Wegen der anhaltend schlechten Leistungen in der Schule wählte der Vater für Hans die Offizierslaufbahn, was dem sportbegeisterten Sohn zunächst gefiel. Mehr und mehr kam allerdings der Wunsch auf, Dichter zu werden, viele heftige Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn waren programmiert.
In jugendlicher Verzweiflung kam es 1910, gemeinsam mit seiner um sieben Jahre älteren Jugendliebe Franziska Fuß,[4] zu einem Doppelselbstmordversuch. Dem Vorbild Heinrich von Kleist nacheifernd, schoss er mit einer Pistole zuerst auf Franziska und dann auf sich selbst, sie erlag ihren Verletzungen, Becher überlebte nach drei Monaten in Lebensgefahr. Er wurde nach Paragraph 51 des Strafgesetzbuches a. F. [5] für unzurechnungsfähig erklärt und nicht bestraft.
Quelle: https://de.wikipedia.org