Maulbeerbäume Traditional Cache
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Difficulty:
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Terrain:
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Size:
 (small)
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Das Versteck befindet sich in der Nähe eines jetzt umzäunten Areals, in dem noch ein paar Exemplare des weißen Maubeerbaumes zu sehen sind. Maulbeerbäume sind heute in unseren Breiten sehr selten anzutreffen.
Maulbeerbäume
Den Namen "Maulbeerbaum" haben viele schon einmal gehört, auch daß ein Zusammenhang mit Seidenraupen besteht, ist vielen bekannt - aber gesehen haben einen Maulbeerbaum die Allerwenigsten. Und in der Tat, Maulbeerbäume stehen nicht an jeder Straßenecke, obwohl sie mit zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit zählen. Es waren die alten Chinesen, die zu Zeiten, als unsere Vorfahren in Europa als Steinzeitmenschen in Höhlen hausten, bereits vier Tausend vor Christus mit der Kultur der Maulbeerbäume begannen. "Schuld" hieran trägt ein Nachtschmetterling, oder genauer dessen Raupen, die sich auf das Blattwerk des weißen Maulbeerbaumes spezialisiert haben. Zur Verpuppung spinnt sich das Insekt einen Kokon, der aus einem einzigen über 1500m langen Seidenfaden besteht - Ausgangspunkt für die Produktion kostbarer Naturseiden. Bereits im sechsten Jahrhundert vor Christi tauchten erste schwarze Maulbeerbäume in Griechenland auf. Sie wurden ihrer Früchte wegen kultiviert. Im 6. Jahrhundert nach Christi dann sind Nachweise weißer Maulbeer-Kulturen in Europa bekannt. Mönche, so die Vermutung, schmuggelten in Bambusstäben versteckte Seidenraupeneier nach Europa, war es doch jedem Chinesen bei Androhung der Todesstrafe verboten, über die Seidenraupenzucht auch nur zu reden. Insbesondere in den wärmeren Ländern Europas wie Italien, Südfrankreich, Griechenland und der Türkei breiteten sich daraufhin der Anbau von Maulbeerkulturen und die Seidenraupenzucht aus. Friedrich der Große ließ im 18. Jahrhundert verstärkt Maulbeerbäume in Deutschland anbauen, Schul- und Kirchhöfe sowie Straßenränder wurden bevorzugt bepflanzt. Selbstversorgung in Sachen Seidenproduktion schwebte dem Kaiser vor. Doch diese Initiativen erwiesen sich zumindest für die Produktion von Naturseide als Flop. Hoher Arbeitsaufwand, Unwissenheit über die Seidenraupenzucht, Klima und Krankheiten ließen das mit zwei Millionen Talern geförderte königliche Selbstversorgerideal scheitern. Während des Dritten Reiches kam es zu einer weiteren Blütezeit der Seidenproduktion. Diese war allerdings auf Grund der politischen Isolation und der damit verbundenen Wirtschaftsblockade von außen aufgezwungen. Das Deutsche Reich brauchte in der nationalsozialistischen Phase der Vorkriegs- und Kriegszeit große Mengen Seide für die Fallschirmproduktion. Bereits kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, arbeitete man ab 1935 strategisch darauf hin, die Seidenproduktion anzukurbeln. Die für das Projekt zuständige „Reichsfachgruppe Seidenbauer" koordinierte die Weiterleitung an große regionale Spinnereien, die Seide produzierten. Zusätzlich intensiviert wurde die Seidenproduktion schließlich 1939 durch den Beschluss des Reichsministers für Wirtschaft, Erziehung und Volksbildung, nachdem „jede Schule verpflichtet wurde, 500 - 1000 zweijährige Maulbeerbäume im Jahr 1940 anzupflanzen". Nachdrücklich unterstützt wurde dieser Beschluss 1939 durch Rundschreiben der „Reichsfachgruppe Seidenbauer" an alle Oberbürgermeister Deutschlands. Dem Schreiben beigefügt war eine Broschüre „Warum Maulbeeren pflanzen?", welche ein Merkblatt „Bauanleitung für Einrichtungsgegenstände des Seidenbaues" und ein Bestellformular einschließlich Preisliste für Pflanzmaterial enthielt. Es sollten beispielsweise innerstädtische Siedlungen, deren Träger die Stadtverwaltungen waren, ebenso wie Kleingartenanlagen, mit einreihigen oder doppelreihigen Maulbeerhecken umgeben werden. Diese Phase der Seidenzucht ging aber bereits in den beiden letzten Kriegsjahren zu Ende. Nach Ende des Krieges wurden die umfangreichen Maulbeerplantagen und Hecken schnell gerodet, da in den Hungerjahren der Nachkriegszeit diese Flächen dringend für die Nahrungsmittelproduktion benötigt wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg war das Thema Seidenzucht in der Bundesrepublik Deutschland endgültig ad acta gelegt worden. Nicht jedoch in der Deutschen Demokratischen Republik, wo es „in den 50er Jahren nochmals zu einem kurzen, aber sehr intensiven Aufblühen der Seidenraupenzucht" kam. Wiederum „von oben" erfolgten 1951 und 1953 „Verordnungen zur Förderung des Seidenbaues". Staatlich und zentral gelenkt waren die Brutgewinnung und deren Versand durch die Seidenbau- Nachzuchtstation Jena. Ebenso zentral wurden die erzeugten Seidenkokons in der damals modernsten Naturseidenspinnerei in Plauen verarbeitet. Geblieben sind in der heute vereinigten Bundesrepublik Deutschland Kulturrelikte aus dieser letzten und aus den früheren Phasen des Seidenbaues. Diese umfassen sowohl Einzelbäume, als auch Reste ehemaliger Heckenpflanzungen. Maulbeerbäume werden heute kaum noch gepflanzt. Ein Grund, den erhalten gebliebenen Exemplaren aus unserer Vergangenheit unter kulturhistorischen Gesichtspunkten mehr Augenmerk zu widmen. Dieser Cache führt Euch in unmittelbare Nähe einer fast vergessenen Maulbeerbaumgruppe. Ihr müßt nicht klettern oder Zäune überwinden...
Additional Hints
(Decrypt)
aurmsaüs abi ergvrjm
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