Um die Braunkohlegruben entlang der Ville, an die Staatsbahnlinien in Horrem und Liblar und an dem Rheinhafen Wesseling anzuschließen, stellte das Stettiner Unternehmen Lenz & Co im Jahr 1894 einen Antrag zum Bau einer meterspurigen Schmalspurstrecke. Die Strecke sollte von Mödrath (mit Anschluss an die Bergheimer Kreisbahn) über Türnich-Kierdorf-Köttingen nach Liblar (mit Anschluss Staatsbahn und Euskirchener Kreisbahn) und weiter nach Brühl-Vochem (mit Anschluss an die Cöln-Bonner-Kreisbahnen mit der Strecke zum Rheinhafen) führen. Noch im gleichen Jahr wurde die Genehmigung gemäß dem Preußischen Kleinbahngesetz erteilt, wobei für die Staatsbahn ein Vorkaufsrecht für den 01.01.1913 eingeräumt wurde.
Die Mödrath-Liblar-Brühler Eisenbahn wurde in drei Abschnitten zwischen 1898 bis 1901 eröffnet und bereits 1904 wurde die Strecke durch Einbau einer dritten Schiene auch für Normalspurfahrzeuge befahrbar.
Von ihrem Vorkaufsrecht machte die Preußische Staatsbahn dann auch zum 01.01.1913 gebrauch, denn die Strecke war Teil der später unvollendeten Ruhr-Mosel-Entlastungslinie (Strategische Bahn). Die Strecke und der Bahnhof Mödrath wurden ausgebaut. Der Bahnhof an der Verzweigung der Strecken nach Benzelrath und Kerpen-Blatzheim-Oberbolheim erhielt dabei ein Bahnbetriebswerk.
1956 musste die Strecke an den Abbaurand des Tagebaus Frechen verlegt werden. Während der Ort Mödrath nach Kerpen umgesiedelt wurde, entstand der neue Bahnhof Mödrath an der Verzweigung der Strecke nach Kerpen-Blatzheim-Nörvenich. Die Strecke nach Benzelrath würde durch den Tagebau unterbrochen und stillgelegt. Somit hatte die Station im Personenverkehr nur noch die Funktion des Umsteigebahnhofs zwischen den beiden Strecken. Als dann 1961 die Strecke von Mödrath nach Liblar stillgelegt wurde, dürfte hier wohl kaum jemand den Zug verlassen haben.
Die verbleibende und zuletzt nur noch bis Kerpen bediente Strecke wurde 1972 im Personenverkehr und 1978 gesamt stillgelegt. Danach wurden die Gleise demontiert, doch bis Mödrath blieben die Gleise erhalten. Grund dafür dürfte der Gleisanschluss des Umspannwerkes gewesen sein. Bis in die 1980er Jahre wurden an der Ladestraße auch noch sporadisch Güterwagen, meist mit landwirtschaftlichen Güter (z.B. Kunstdünger) zugestellt. Die Verbreiterung der Autobahn 4 brachte dann das Ende des Reststückes, da keine neue Brücke mehr über die A4 errichtet wurde.
Es folgt nun eine Beschreibung des heutigen Zustands. Die in diesen Abschnitt beschriebenen Punkte müssen zum Finden des Caches nicht aufgesucht werden und sind nur informativ!
Heute ist noch erstaunlich viel vom ehemaligen Bahnhof erhalten. Man betritt das Gelände durch die Unterführung. In der Mitte der rechten Wand war die Treppe zum Mittelbahnsteig, die heute zugemauert ist (zwei senkrechte Fugen im Mauerwerk). Gleich hinter der Brücke die Treppe zum Außenbahnsteig. Geht man hinauf kann man oben noch die Bahnsteige erkennen. Folgt man hingegen der Betonstraße erkennt das geschulte Auge an der Stelle, wo die Straße das Schienenniveau erreicht, Reste einer Schranke. Dies dürfte die Zufahrt für Gepäckkarren zum Mittelbahnsteig gewesen sein. Ganz am Ende der Betonstraße war die Ladestraße (noch gut zu erkennen) und nach links das Anschlussgleis zum Umspannwerk. Außerdem sollen noch die Trümmer des Wasserturms erkennbar sein. Leider konnte ich die Stelle noch nicht ausfindig machen.
Ein paar Bilder von damals findet ihr
hier.
Und nun zum Cache:
Vorsicht!
Zum Bergen der Dose braucht Ihr nicht von der Straße abzuweichen. Der Cache kann vom Weg aus geangelt werden.
Wer das Gelände etwas erkunden möchte (für den Punkt in der Statistik natürlich nicht notwendig), sollte bedenken das es sich um einen Lost-Place handelt. Hier gibt es offene Schächte, lose Bauteile, Stolperfallen, Dornen usw.!
Beim Bergen der Dose ist Vorsicht geboten.
HIER SOLL NICHT GEKLETTERT WERDEN! Das Objekt an dem der Cache befestigt ist, ist schon recht baufällig und deshalb solltet ihr den Cache nur "angeln". Dabei sollte allerdings keiner direkt unter der Dose stehen, damit niemand von ihr verletzt wird falls sie abstürzen sollte. Bitte achtet aber darauf, dass sie nicht zu Boden fällt, da sonst die Bastelarbeit zerstört wird. Das Zurücklegen erfordert etwas Geschicklichkeit was mit D3 belohnt wird.
Alles was ihr macht, macht ihr auf eigene Verantwortung und erst recht wenn ihr trotz dieser Anweisung klettert. Wenn ihr nicht das richtige Tool dabei habt, lasst es lieber, denn es ist schließlich nur ein Punkt in der Statistik.
Viel Spaß beim Erkunden des Lost-Places wünscht:
Team
Prinzenrolle4
Danke an SafeTheCache für die Hilfe beim Erstellen des Listings und plazieren der Dose.