Bekannt ist Werder heute insbesondere als Stadt des Baumblütenfestes, das seit 1879 jährlich stattfindet. Bis zur politischen Teilung Deutschlands zogen die Festivitäten in der Stadt und besonders in den blühenden Obstplantagen große Mengen an Besuchern, nicht nur aus dem Umland, sondern auch aus Berlin an. Das ist inzwischen wieder so. Aber auch zu anderen Zeiten als während des Baumblütenfests war Werder ein beliebter Ausflugsort. Seit den Gründerjahren zogen Scharen von begeisterten Berlinern und Brandenburger dorthin. Daher entstanden im Laufe der Jahre mehrere große Höhengaststätten, wo fröhlich getrunken und gegessen werden konnte. Gleichzeitig boten die auf der Höhe gelegenen Gaststätten einen schönen Blick auf das Umland mit den Havelseen. Wie beliebt die Höhengaststätten waren, kann man daran erkennen, dass mehrere eigene Dampferanlegestätten hatten, von denen Wege und Freitreppen bis empor zu den Gaststätten führten.
Die Pracht schwand spätestens nach der Deutschen Teilung dahin. Da der Westen Berlins von Besuchen weitgehend abgeschnitten war, gaben diese Gaststätten im Lauf der Zeit alle auf. Heute ist nur eine davon noch gelegentlich als Veranstaltungsort in Betrieb, andere stehen leer und verfallen, sind verschwunden oder werden anderweitig genutzt.
Im folgenden sollen die fünf bekanntesten Gaststätten in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt werden.
1. Bismarckhöhe
Die ersten Bauten der Bismarckhöhe entstanden nach 1893, weil diese nicht genehmigt waren, gab es erstmal Strafen. Dann aber wurde ordnungsgemäß weitergebaut, um 1896 befanden sich auf dem Galgenberg bereits zwei Aussichtstürme, wobei einer mehrere Hotelzimmer hatte. Kegelbahnen, Ställe folgten, und ab 1905 wurde der große und prächtige Tanzsaal erbaut. Es folgten eine Glasveranda sowie große Terrassen auf drei Ebenen. Bis in die 30-er-Jahre erstreckten sich die Bautätigkeiten - dabei galt der hier ausgeschenkte Obstwein als berüchtigt.
Mit dem zweiten Weltkrieg dann die Zäsur: Die Bismarckhöhe wird Reservelazarett der Wehrmacht, und nach dem Krieg nutzte die sowjetische Armee die Gebäude als Lager. 1965 gab diese die Bismarckhöhe an die Stadt Werder ab, die ehemaligen Besitzer konnten ihren Besitz aber nicht wieder übernehmen, da sie im Westen Deutschlands lebten. Jahrelang wurde die Höhengaststätte nun unterschiedlich genutzt, z. B. als Lehrlingswohnheim und als Berufsschule. Nach einigen Jahren des Leerstands nach der Wende kaufte die Stadt Werder 2002 das gesamte Ensemble. Zusammen mit einem engagierten Förderverein wurde die ehemalige Gaststätte wieder instandgesetzt. Allerdings ist die Restaurierung noch lange nicht abgeschlossen. Man kann aber den prächtigen Festsaal und die Aussicht vom Turm wieder genießen, es finden regelmäßig Veranstaltungen auf der Bismarckhöhe statt. Aktuell gibt es an vielen Wochenenden eine Biergarten.
Sehr empfehlenswert ist ein Blick in den Saal, wenn möglich, und der Aufstieg zum Turm. Hier erinnert eine kleine Ausstellung an die Geschichte der Höhengaststätte, und der Fernblick ist unvergleichlich.

Die "Bismarckhöhe, um 1925
2. Friedrichshöhe
Seit 1895 wird auf dem Kesselberg Obstwein ausgeschenkt. Zu dieser Zeit entsteht der erste Aussichtsturm. In den Jahren um 1911 und in den 1930-er-Jahren wird weiter rege gebaut, es entwickelt sich ein großer Gaststättenkomplex mit einem Saal, einer Gästehalle und Turm. Eine besondere Attraktion war ab 1927 für einige Jahre eine Rutsche, die 130 m bergab von der Friedrichshöhe bis zur "Mausediele" am Beginn des Weges nach oben führte. Unten angekommen wurden die Gäste auf Fuhrwerke verladen und zum Bahnhof gebracht, von wo aus sie die Heimreise nach Berlin antreten konnten. Bis zum Krieg war der Bereich zwischen Bahnhof und Friedrichshöhe einer der "Brennpunkte" des Baumblütenfestes.
Nach 1945 nutzte die sowjetische Armee die Gebäude, bald aber wurde der Restaurantbetrieb weitergeführt. Bis 1990 gab es hier ein reges Leben, galt die "Friedrichshöhe" doch als eine Art "Kreiskulturhaus" des damaligen Kreises Potsdam. Nach 1990 wurde die Höhengaststätte verkauft und von verschiedenen Pächtern bis 1998 weiter betrieben. Seither steht sie leer. Zwar wurden einige Nutzungskonzepte verfasst, umgesetzt aber ist nichts davon. So bleibt nur zu hoffen, dass das Ensemble, von dessen Terrasse man einen sehr schönen Blick hat und das dem Bahnhof am nächsten liegt, eines Tages aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden kann.

Die "Friedrichshöhe, 1923
3. Gerlachshöhe
Seit 1889 wurde diese Gaststätte "auf dem Kesselberg" betrieben. Gerühmt wurde der großartige Rundumblick. Aber schon 1913 gab es dort keinen Gastbetrieb mehr. Auch das Haus mit dem Aussichtsturm besteht nicht mehr.
Schaut man heute von der Straße aus zum ehemaligen Standort, sieht man am Ende eines langen, schmalen Grundstücks ein modernes Wohnhaus, das wegen der hohen Bäume keinen Fernblick mehr bietet. Man kann nur versuchen sich vorstellen, wie es hier ehemals ausgesehen haben könnte.

Die "Gerlachshöhe", um 1905
4. Rauenstein
Zwischen Havel und Galgenberg und damit nicht weit entfernt von der Bismarckhöhe entstand ab 1896 die Ausflugsgaststätte "Rauenstein". Einige Vereine wählten das Restaurant zum Stammlokal. 1936 wurde die überdachte Veranda mit Havelblick durch eine große Terrasse ergänzt.
Auch hier bildete die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg eine Zäsur. Der bisherige Besitzer übergab das Restaurant 1954 der "HO" der DDR. In folgenden Jahren bestand die Gaststätte weiter, jedoch mussten im Lauf der Zeiten immer wieder baufällige Teile abgerissen werden. 1990 fand im "Rauenstein" der letzte Blütenball statt, ein Jahr war er dann noch Restaurant, dann ein Weilchen Videothek. Ein Privatmann aus Köln kaufte das Ensemble 2004, seither verfällt das Gebäude, das Gelände ist abgesperrt. Die Zukunft des ehemaligen "Rauensteins" ist völlig offen, der derzeitige Anblick eher traurig.

Der "Rauenstein", um 1910
5. Wachtelburg
Die südlichste der Höhengaststätten befindet sich auf dem Werderaner Wachtelberg, auf dem sein einiger Zeit wieder Wein angebaut wird. Sie ist die älteste der hier vorzustellenden Höhengaststätten. Der Gastwirt des Schützenhauses in Werder zog 1889 in die Wachtelburg, die in den Jahren zuvor entstanden war. In den Jahren bis 1914 wurde fleißig gebaut, es entstanden u. a. ein Festsaal, ein Turm und die Treppenanlage hinunter zur Havel. Eine wechselhafte Geschichte führte bis 1941 zu teilweiser Nutzung als Privathaus und als Höhengaststätte.
1946 waren die Gebäude marode und wurden von der Gemeinschaft der "Siebententags-Adventisten", einer evangelischen Freikirche, gekauft. Diese machten die Wachtelburg zu einem christlichen Jugendzentrum und erhielten die historischen Gebäude, die dennoch einen hohen Sanierungsbedarf haben. Restaurantbetrieb findet also schon lange nicht mehr statt, auch ist das Gelände in der Regel nicht öffentlich zugänglich. Einen schönen Rundumblick bietet aber der Weinberg neben der Wachtelburg.

Die "Wachtelburg", 1914
Und nun zum Cache!
Besuche die fünf Höhengaststätten, die jeweiligen Zugänge sind als Wegpunkte hinterlegt. Empfohlen ist es, die Wegpunkte in numerischer Reihenfolge zu abzugehen. Bei jedem der historischen Orte gibt es drei einfache Aufgaben:
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Identifiziere die korrekte Höhengaststätte.
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Ordne eines der Fotos, die jeweils einen Ausschnitt aus dem Tor oder dem Zaun in der Nähe des Wegpunkts zeigen, der zugehörigen Höhengaststätte zu.
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Beantworte eine den jeweiligen Standort betreffende Frage - alle Fragen sind vom Zugang oder von frei zugänglichem Gelände aus zu beantworten.
Bitte beachte: Das Gelände der ehemaligen "Gerlachshöhe", des "Rauenstein" und der "Wachtelburg" ist privat und darf (und muss) nicht betreten werden. Das Gelände der "Friedrichshöhe" ist frei zugänglich. Das Gelände der "Bismarckhöhe" ist zumindest an den Wochenenden und bei Veranstaltungen frei zugänglich; ein Turmaufstieg ist während der Öffnungszeiten möglich (und empfohlen), weiterhin kann der Saal zu manchen Zeiten besichtigt werden.

Bismarckhöhe:
Friedrichshöhe:
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Zugehöriges Foto mit Tor- oder Zaunausschnittt: C=___
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Frage: Ein Vorbau auf der Terrassenseite, direkt vor dem Turm, zeigt zwei Wappen und ein großes Relief. Wieviele Flaschen sind auf dem Relief abgebildet? D=___
Gerlachshöhe:
Rauenstein:
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Zugehöriges Foto mit Tor- oder Zaunausschnittt: G=___
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Frage: Auf der Front des Gebäudes ist ein verblasstes, ovales Werbebild zu sehen. Im oberen Bereich steht quer vor einem roten Kreis das Wort "Musikladen". Wieviele Buchstaben hat es? H=___
Wachtelburg:
Zuletzt - das Final:
Mit den Variablen A bis K kannst Du die Lage des Finals wie folgt errechnen:
Das Final ist seit 20.6.2019 nur noch ein Petling und befindet sich an anderer Stelle als die vorige Dose. Dennoch sollte der Ort zum Thema passen. Bitte beim Suchen und Loggen unbedingt auf überraschend auftauchende Muggels achten und den Petling wieder sorgfältig verstecken - danke.
Viel Erfolg!
Die historischen Postkarten sind dem Buch von Ingeborg Lauwaßer, "Werders Höhengaststätten", Werder (Havel) 2013 entnommen.