
Vermutlich wird ihn jeder kennen – unseren Treptower Park. Doch wahrscheinlich wird kaum einer wissen, was für ein riesengroßes Spektakel dort im 19. Jahrhundert stattfand.
Die Rede ist von der Berliner Gewerbeausstellung 1896. Teilweise wird sie auch als „verhinderte Weltausstellung“ bezeichnet.
Ein Überbleibsel aus dieser Zeit ist die Archenhold-Sternwarte mit dem längsten beweglichen Fernrohr der Welt.
Hier brauchst du nicht weitersuchen.
Nach den erfolgreichen Weltausstellungen in London und Paris (wo übrigens der Eiffelturm 1889 errichtet wurde) wollte man alles bisher Dagewesene übertreffen. Berlin sollte seine eigene Weltausstellung bekommen. Insbesondere für die Gewerbeausstellung wurde 1879 der „Verein Berliner Kaufleute und Industrieller“ (VBKI) gegründet. Der Vorsitzende Max Ludwig Goldberger machte es sich zur Aufgabe dieses Ziel zu erreichen. Trotz seiner Bemühungen wurde sein Vorhaben dann letztendlich durch den Kaiser und den Reichskanzler gestoppt.
N 52° 29.116 E 013° 27.915
Der VBKI gab sich damit nicht zufrieden und übernahm dann mit einer eigens gegründeten Interessensgemeinschaft das Zepter. Im Frühjahr 1894 begannen die Bauarbeiten. Die Ausstellung sollte jetzt nicht mehr Weltausstellung, sondern „Berliner Gewerbeausstellung“ heißen.
Vom 01. Mai – 15. Oktober 1896 fand die Gewerbeausstellung auf einem Areal von 900.000 m² im Treptower Park statt. Die etwa sieben Millionen Besucher bekamen einiges zu sehen. Neben zahlreichen technischen Neuerungen gab es mehrere Cafés, Restaurants und Brauereien. In der 1. Deutschen Kolonialausstellung wurden Dörfer aus Ostafrika, Togo, Kamerun und Neu-Guinea nachgebaut. Es wurden sogar über 100 Eingeborene eingeflogen, um das Leben in den Ländern zu demonstrieren.
In dem damaligen Kairo-Viertel wurden neben Wohn- und Geschäftshäusern auch Basare, Cafés und Pyramiden nachgebaut. Die größte Pyramide war der Nachbau der Cheops-Pyramide. Über einen Aufzug konnte man bis zur Spitze hinauffahren und hatte von dort aus einen schönen Aussichtspunkt. An der Stelle, wo sich damals das Kairo-Viertel befand, findet man heute fast nur noch Mehrfamilienhäuser.
Wer noch mehr erfahren möchte, kann hier gerne noch mehr lesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Gewerbeausstellung
Im Finalgebiet kann es teilweise sehr vermuggelt sein. Setzt also bitte eure Tarnkappen auf.
Viel Spaß beim Suchen.
