Skip to content

"Gesteine" des Anthropozäns EarthCache

Hidden : 9/8/2017
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


Anthropozäne Mineralien im Steinbruch Todenmann

Vorab:
Es gibt hier keine Infotafeln. Alle zur Beantwortung erforderlichen Antworten findet ihr im Listing bzw. direkt vor Ort.

Der Begriff Anthropozän (altgriechisch: „Das menschlich [gemachte] Neue“ – altgriechisch ἄνθρωπος, ánthropos, „Mensch“ und καινός, „neu“) ist ein Vorschlag zur Benennung einer neuen geochronologischen irdischen Epoche: Sie soll den Zeitabschnitt umfassen, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist.
Auf dem 35. Internationalen Geologischen Kongress in Kapstadt sprach sich 2016 die Arbeitsgruppe zum Anthropozän dafür aus, einen „Golden Spike“ (engl., dt. sinngemäß Goldener Punkt) zu suchen und festzulegen, eine charakteristische Veränderung in den Sedimenten an einem bestimmten Ort („Typlokalität“):
Er wird in der Mitte des 20. Jahrhunderts vermutet, dem Zeitpunkt, seit dem der Einfluss der Menschen auf die Erde exponentiell wächst und sehr langlebige Spuren hinterlässt: oberirdische Atombombentests, „Große Beschleunigung“, Bevölkerungswachstum, „Explosion“ des Einsatzes von Erdöl und Kohle, Entwicklung der Erosionsraten, Kunstdüngereinsatz in der Landwirtschaft; Flugasche, Aluminium- und Beton- sowie viele Plastikpartikel in den Sedimenten; globaler Transport von Tier- und Pflanzenarten in bis dato nicht gekanntem Umfang.
Auch menschengeschaffene Minerale gehören dazu, zum Beispiel Schlacken.


Schlacke - ein Begriff mit vielfältiger Bedeutung.
 
Im Zusammenhang mit Vulkanen werden unter Schlacken erkaltete Lavafetzen verstanden.
Doch Schlacke kann auch unter dem Zutun des Menschen entstehen; dann handelt es sich um ein Restprodukt der Metallverarbeitung.


Im Steinbruch Todenmann sind Schlacken mittlerweile so gut „integriert“, daß so mancher Wanderer sich über die komischen Steine wundert, die er hier findet…

Definition von Schlacke

Schlacken (englisch: slag) sind Nebenprodukte, die bei der Verarbeitung und Gewinnung von Metallen aus verschiedenen erzhaltigen Gesteinen und Mineralien hervorgehen.

Der aus der Metallurgie abgeleitete Name Schlacke entstand im Zusammenhang mit der Bildung von Schlacke. Schlacke ist der taube Teil, d.h. „wertlose“, weil nahezu frei von wirtschaftlich bedeutendem Metall, der bei der Trennung von Metallen aus dem Gestein während des Schmelzprozesses entsteht, und vom metallhaltigen Teil „abgeschlacken“, also abgeschlagen werden muss.

Entstehung von Schlacke

Schlacke ist das Ergebnis, wenn aus erzhaltigen Gesteinen Metall gewonnen wurde. 

Bei der Verhüttung von Erzen werden Gesteine, die zum Beispiel Eisen, Kupfer, Aluminium oder Mangan aufweisen, in Hochöfen bei Temperaturen von bis zu 1.800 °C zusammen mit kalkhaltigen Gesteinen wie Dolomit und Kalkstein erhitzt und geschmolzen, um das Metall vom Gestein zu lösen. 

Die Unterschiede in der Dichte sind es letztendlich, die zu einer Abtrennung der schwereren metallischen Komponenten und der leichteren Schlacken in der Schmelze führen. 

Die Schlacke wird im Zuge der Aufbereitung später – und in noch flüssiger Form – in sogenannten Beeten deckenartig aufgefangen. 

Hier kühlt die heiße, flüssige Schlacke ab.


Verwendung und Nutzung von Schlacke


Aufgrund der Tatsache, dass Schlacke ein robustes Material ist, ist das das Schmelzprodukt von vielerlei Verwendung.
So ist Schlacke beispielsweise im Straßenbau als langlebiger Pflasterstein von Bedeutung, oder wird als Hüttenstein beim Hausbau verwendet.
Dazu wird die flüssige Schlacke in entsprechende Formen gegossen und härtet dort aus.
Aber auch als Dämmmaterial hat sich Schlacke in Form von Hüttenwolle – vergleichbar mit faseriger Mineralwolle – etabliert, findet aber auch unter dem Namen Hüttensand als Bestandteil von Zementmischungen oder als Streusplitt Verwendung.


Eigenschaften von Schlacke

Charakteristisch für Schlacke ist die Beschaffenheit der Oberfläche. Entweder ist die Schlackenoberfläche porös wie Bimsstein oder Schlacken erscheinen als glasige Körper. 

Einige Schlacken sind aber auch matt wie im Fall von Bodeachaten. 

Bodeachate sind Kupferschlacken aus dem Harz, die vom Wasser des Flusses Bode abgeschmirgelt und poliert wurden.


Die Zusammensetzung von Schlacke

Die chemische Beschaffenheit von Schlacke variiert mit den Ausgangsgesteinen, mit denen als Zuschlagstoff das Metall extrahiert wird. 

Im Wesentlichen sind es Oxide von Calcium, Aluminium, Mangan, Eisen und Kupfer, die die chemischen Bausteine von Schlacken darstellen, und die Grundlage dafür schaffen, dass auf Schlacken Schlackenmineralien entstehen. 

Diese Sekundärmineralien bilden sich unter dem Einfluß atmosphärischer Gase und Flüssigkeiten im Zusammenspiel mit den Elementen, aus denen Schlacken aufgebaut sind. 

Sekundärmineralien bilden sich übrigens auch auf "ganz normalen" Gesteinen, ein schönes Beispiel findet ihr zum Beispiel ganz in der Nähe: GC74V72


Schlacke ist nicht gleich Schlacke:


Sie kann extrem hart sein oder „feuchtkörnig“.
Sie kann durchsichtig sein wie Glas oder die Form eines Schwamms aus Stein besitzen.

An den Listingkoordinaten und im näheren Umfeld, aber auch im angrenzenden Steinbruch, findet ihr bei genauerem Hinsehen eine Menge an hier abgelagerter Schlacke.

Und da wären wir auch schon bei den Fragen, die ihr beantworten sollt um diesen Ec loggen zu dürfen:

Frage 1
Schaut euch genau um. Inwieweit sind die Schlackeablagerungen hier vor Ort schon in der Natur "integriert" (liegt sie offen herum, ist sie mit Erdreich vermischt, vielleicht sogar schon vom Moosen und kleinen Pflanzen bewachsen?
Kann man auf den ersten Blick die Schlackenablagerungen erkennen oder muß man eher "zweimal" hinschauen ?

Frage 2
Sucht euch ein schönes Handstück (vielleicht für euren Garten) und einen Stein vom Eingangsbereich zum Steinbruch.
Vergleicht beide Fundstücke und beschreibt uns welche Gemeinsamkeiten die Schlacke durchaus auch als "Stein" durchgehen lassen.

Frage 3
Welches sind die größten Unterschiede zwischen euem Handstück Schlacke und eurem Handstück Stein ? (Gewicht, Oberfläche, Farbe, Größe der Poren,...)

Frage 4
Stellt euch mal vor, ihr wärt in ca. 5 Millionen Jahren als Geologen auf der Erde:
Ihr würdet diese Schlacke dem Zeitalter des 
Anthropozäns zuordnen.
Welche Beispiele fallen euch sonst noch ein für Dinge die ein Geologe der Zukunft diesem Zeitalter eindeutig zuordnen würde?
Bitte nennt wenigstens noch zwei weitere Beispiele die euch dazu einfallen.


Beantwortet die Fragen und sendet die Antworten über da MessageCenter oder direkt an teamchritho@go4more.de

Ihr dürft loggen sobald ihr die Antworten abgeschickt habt ohne auf eine Antwort zu warten. Wir melden uns aber auf jeden Fall bei euch, in der Regel innerhalb von maximal zwei Tagen (es sei denn wir sind auch mal ein paar Tage im Urlaub). Logs ohne Beantwortung der Fragen werden nach einer Erinnerung nach einer Kulanzzeit gelöscht.


Quellen:

Steine-und-Minerale.de
FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V. Duisburg
HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH
ArcelorMittal Ruhrort GmbH, Duisburg
ThyssenKrupp Steel AG, Duisburg
Wikipedia


Ein zweischneidiges Schwert...
Natursteine verwenden bedeutet: Diese müssen in der Natur abgebaut werden. Natursteine lassen sich durch Schlackeprodukte ersetzen – ein Beitrag für den Landschaftsschutz ?????
So sieht es jedenfalls die Stahlindustrie:
Schlacke – ein Beitrag für intakte Natur
Naturstein – das hört sich sehr natürlich an.
Aber der Einsatz von Natursteinen ist nicht automatisch auch Natur- oder Landschaftsschutz.
Natursteine müssen abgebaut werden. In Steinbrüchen.
Dort wird mit Dynamit gesprengt. Bagger, große Fahrzeuge und starke Bearbeitungsmaschinen sind beim Abbau von Natursteinen im Einsatz.

Soweit die Argumentation der Stahlindustrie …..
Bei diversen Besuchen von Steinbrüchen haben wir schon oft gedacht:
„Was hier an Material abgetragen wird – und wo das alles bleibt…
Zum Teil auch Fossilien die hier vernichtet werden…

Alles was die Erde aufgebaut hat bringt der Mensch durcheinander und verteilt es überall…
Da hat die Alternative mit der Schlacke schon was….
Aber andererseits: Zur Erzeugung von Stahl wird auch Naturstein abgebaut….
Und wer garantiert für die Ungiftigkeit der Schlacken ?
Habt ihr eine Meinung zu dem Thema ?
Dann dürft ihr das gerne in eurem Log kundtun !

Additional Hints (No hints available.)