Liebe Besucherin, lieber Besucher!
Mal angenommen, du wärst im Jahr 1230 mit deinem Navi hier vorbeigekommen, dann hättest du miterlebt, wie die Stadt Oldendorf von den Schaumburger Grafen planmäßig gegründet und aufgebaut wurde. Vom Turm aus mussten Wächter tagsüber nach feindlichen Truppen Ausschau halten, die sich entlang dem Weserlauf Hameln nähern wollten. Nachts wurde kontrolliert, ob in einem der Häuser Feuer ausbrach.
Mal angenommen, die Koordinaten für diesen Ort hättest du erst 1552 im Internet gefunden, dann hättest du miterleben können, wie der Pastor Eberhard Poppelbaum von der Krückeberger Mutterkirche aus hierherkam und erstmals bei Taufen deutsche Lieder im Gottesdienst sang. Bis dahin war das streng verboten, weil einzig die lateinische Sprache als heilig galt. Nun aber sollten die Menschen in der eigenen Sprache verstehen, was gesungen wurde. Mit diesem Ereignis begann die Reformation in dieser Stadt und breitete sich 1559 unter Poppelbaums Mitwirkung über das Schaumburger Land aus.
Mal angenommen, dir wäre es tatsächlich gelungen, in der Zeit des 30- jährigen Krieges durch die Tore unserer Stadt hierher zu gelangen, dann hätte ein gewisser Cord Baxmann ganz oben auf dem Kirchturm gewohnt. Er hatte als Stadtmusiker den Job des Turmbläsers bekommen und musste bei Gefahr kräftig in sein Horn tröten. Nach seinem Tode wurde er mehrmals von Oldendorfer Bürgern lebendig gesehen und von ganz Mutigen erneut begraben oder verbrannt, so dass die Baxmannsage entstand.
Mal angenommen, du wärst im Jahr 1805 auf den Kirchplatz gekommen und hättest zufällig eine Schaufel dabei gehabt, dann hättest du helfen können, Unmengen von Sand ins Gotteshaus zu schaufeln. Damals hatten es die Oldendorfer wohl satt, bei Weserhochwasser nur mit Gummistiefeln die Kirche betreten zu können. Also wurde der Fußboden um Schlappe 60 Zentimeter angehoben - und schwupps blieb das Wasser artig vor der Tür.
Mal angenommen du hättest den Geocache im Jahr 1964 hier gesucht, dann wärst du gut beraten gewesen, deine Schaufel gleich wieder mitzubringen. Ungelogen: Der 150- Jahre- alte Sand wurde wieder raus geschaufelt, der Fußboden tiefer gelegt. Die Oldendorfer waren fest entschlossen, den ursprünglichen Zustand der Kirche wieder herzustellen.
Nervt dich diese dauernde Formulierung "mal angenommen"? Dann freu dich: Es hat damit ein Ende, denn du bist heute hier! Herzlichen Glückwunsch!
Aber mal angenommen, die Kirche wäre nicht abgeschlossen, dann könntest du sehen, wie eine Kirche aussieht, in der man neben historischen Elementen vor allen Dingen ein aktives Gemeindeleben erkennen kann. Einen Schwerpunkt bilden Kunstwerke, die Konfis mit der Hessisch Oldendorfer Künstlerin Britta Samsen-Huch in den letzten Jahren gemeinsam entwickelten. Das "Brot vom Himmel", das "Kirchen- Schiff", der "Brennende Dornbusch" sind zeitgemäße Kunstwerke mit biblisch-religösen Bezügen zur Gegenwart. Möglich ist die Gestaltung der St. Marienkirche durch viele engagierte Christen, die sich selbst dafür verantwortlich fühlen, dass hier Leben in die Bude kommt. Ungefähr ein Viertel der konfirmierten Jugendlichen arbeiten ehrenamtlich als "Teamer" und begleiten die Konfirmanden durch die Konfizeit. Außerdem haben die Teamer eigenständig die Initiative "Augen auf!" gegründet, die sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche mit vielen Aktionen und Projekten engagiert.
Die Kindergottesdienst-(KiGo)-Kinder bringen ebenso frischen Wind in dieses Haus wie die ca. 80 "erwachsenen" Ehrenamtlichen. Unsere älteste und größte Gemeindegruppe ist der Kirchenchor, der vor genau 125 Jahren gegründet wurde - "Happy Birthday!" - aber die meisten Mitglieder sind erst später dazugekommen.
Liebe/r Geocache - Sucher/-in, ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei deiner weiteren Reise. Bleib fröhlich und gesund! Gott segne dich auf deinem Weg und deiner Suche nach den Geheimnissen der Welt und des Lebens.
Wenn es euch gefallen hat, dann lasst dem Owner doch gerne ein blaues Schleifchen da
Dank an Pastor Michael Hensel.
P.S. von EL TORO!: wenn ihr schon mal hier seid, dann schaut doch auch gleich nach (Un)Bekanntes H.O.-St. Marien~Käfer von Kett@HO (GC7K5D6)
St. Marien Start: N 52°10.086 E009°14.913
St. Marien Finale: N 52°09. ABC, E 009°14. DEF
A= Gehe zum Haupttor am Turm (Westseite). Zähle die kleinen Sterne und teile sie durch die Anzahl der Türflügel (oder zähle die braunen Nieten an den Beschlägen/Türbändern und rechne wie zuvor)
B= Findet auf der Ostseite die Gruft des Amtmannes Cordemann und nehmt von der vorhandenen Jahreszahl einmal die Ziffer,
die doppelt vorhanden ist
C= Zählt die Anzahl der Beine der Figuren am Brunnen des Kirchplatzes
D= Wie viele glasbesetzte Fensternischen gibt es am Turm insgesamt (Hinweis Nord- und Süd-Seite)
E= Wie viele Steintafeln und Grufteingänge gibt es insgesamt an der Kirche?
F= Auf der Süd/Ostseite befindet sich an einem seitlichen Stützpfeiler, direkt an der Mauer der Kirche, eine Infotafel der St. Marienkirche.
Rechne alle vier Jahreszahlen zusammen und bilde die kleinste „iterierte“ (einstellige) Quersumme.
in english:
St. Marien Final: N 52°09.ABC, E 009°14.DEF
A = Go to the main gate on the tower (west side). Count the small an middle stars and divide them through the number of door leaves (or count the BROWN rivets at the door fittings an divide them like before)
B = Find the tomb of the townsman Cordemann on the east side and take from the year once that number, which is duplicated or exist twice
C = Count the number of legs of the figures at the well of the Churchplace
D = How many windows at the tower are filled with glasses (north- and south side)
E = How many stoneplates and tomb-entrances are there at the church?
F = At the southeast side, on a supporting pillar directly at the wall of the church is an plate of information about the St. Marien church.
Add all four year numbers and form the smallest "iterated" (one-digit) checksum.