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500 Millionen Jahre Erdgeschichte EarthCache

Hidden : 7/6/2017
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Bei Baden-Baden treten in einem westsüdwestlich bis ostnordöstlich gerichteten Streifen von etwa 2 km Breite und einer Länge von ungefähr 12 km Gesteine auf, welche als Teil einer von den Nordvogesen bis zum Fichtelgebirge reichenden Nahtstelle zwischen zwei ehemals kollidierenden Mikrokontinenten aufgefasst werden. Bei der Kollission wurden kleinere Erdplatten von dem Nordkontinent "Laurasia" und dem Südkontinent "Gondwana" regelrecht in die Zange genommen. Der vermutlich schon im Silur (vor 355 -290 Millionen Jahre) andauernde Vorgang bewirkte, dass die nördliche, dem Saxothurinigum zugehörende Platte unter das südliche Festland, als Moldanubische Zone oder kurz als Moldanubikum bezeichnet, geschoben wurde. Die heute bei Baden-Baden aufgeschlossenen ´´Gesteine sind Relikte des sich beim seinerzeitigen Zusammenstoß gebildeten "Akkretionskeils" und sie werden der nördlichen Saxothuringischen Zone zugeordnet. Neuere Forschungen gehen aber davon aus, dass es sich bei den beiden "Mikrokontinenten" nicht um selbständige Einheiten, sondern lediglich um unterschiedlich abgetragene Gebirgsstockwerke handelt, welche ca. 40 km gegeneinander verschoben sind.

Anstehend in dem als Zone von Baden-Baden bezeichneten Streifen finden sich Gesteine, wie Metabasite, Phyllite, Glimmerschiefer am Friesenberg-Osthang, am Pfarrhaus der katholischen Stiftskirche, im Bereich Balzenberg/Krippenhof, bei Ebersteinburg von den Haberäckern über den Breitarsch zur Schindelklamm und bei Gaggenau vom Schürkopf und Traischbachtal bis nach Sulzbach.

Die höchst verschiedenartige Gesteinsfolge besitzt eine Mächtigkeit von mindestens 850 Metern. Ausgangsmaterial waren Tonsteine, Sandsteine, Arkosen, Kalksteine, Mergel und basische Vulkanite, die als submarine Sedimente und submarine Laven im sogenannten Tornquist-Ozean während des Silurs abgelagert wurden. Später in der Devonzeit wurden diese Schichten dann aus dem Meer herausgehoben.

Schichtenlagerung
Schichtenlagerung


Vor allem die Schiefer galten lange Zeit als fossilleer und altersmäßig schwer einzuordnen. Erst Forschungen mit neueren Methoden haben den Nachweis auf Tentakuliten, Schnecken und Wühlspuren großer Trilobiten erbracht. Als Alter wird das späte Obersilur angegeben (vor ca. 400 Millionen Jahren). Diese Fossilien sind derzeit der älteste Nachweis fossilen Lebens in dieser Region.

In der nördlich von Ebersteinburg gelegenen Schindelklamm finden sich Gesteine der nach der Örtlichkeit benannten Schindelklammschiefer-Formation. Die Schiefer sind aus den Ablagerungen eines Schelfmeeres während des Kambriums zwischen 500 und 495 Millionen Jahren entstanden. In der Zeit vom Devon bis zum Karbon haben diese sich im Zuge der variszischen Gebirgsbildung durch Metamorphose unter dem Eindruck von Druck und Hitze in ihre heutige Struktur umgewandelt. Die grünlich-schwarzen Gesteine verdanken ihre Farbe eingelagerten Diabas-Tuffen (= Basischer Zug der Schindelklammserie).

WP1 führt uns hier zu einem stillgelegten Steinbruch mit "alten" metamorphen Schiefern. Es stehen Quarz-Biotit-Aktinolithschiefer, Tuffe und Siltsteine an. Die Schichtenlagerung wird in der obigen Abbildung wiedergegeben:

WP2 führt uns zu einem weiteren, stillgelegten Steinbruch mit anderen altpaläozoischen Schiefern. Hier wollen wir uns näher dem Thema "Fleckschiefer" annehmen, die hier vorzufinden sind.

In diesem Steinbruch der ebenfalls altpaläozoischen Schiefer sind ganz andere Schiefergesteine wie in der Schindelklamm (WP1) aufgeschlossen. Insbesondere an der rechten Bruchseite steht mit Fleckschiefer eine Varietät von Schiefer an.

Beispiel eines Fleckschiefers
Beispiel eines Fleckschiefers

Fleckschiefer weisen in einer scheinbar gleichartigen Grundmasse Flecken und Knoten in verschiedenen Formen auf. Je nach Form dieser Ausbildung hat man Fleckschiefer auch als Garben-, Knoten- oder Fruchtschiefer bezeichnet.

Die Flecken sind nicht auf Verwitterungsvorgänge, Moose oder Flechten zurückzuführen, sondern bestehen im Fall von Fleckschiefer aus Mineralien wie Cordierit, Hornblende, Biotit, Chlorit, Eisenerz. Diese Mineralbildungen wurden im Zuge der Metamorphose der Ausgangsgesteine vom Schiefer nicht komplett erfasst.

Fruchtschiefer ist ein Schiefer, bei dem im Gefüge deutlich samenfruchtgroße Mineralausbildungen zu erkennen sind. Die Größe der prägnanten Minerale gleicht etwa der von Reis- oder Getreidekörnern. Ein weiterer Unterschied sind die Temperaturen, unter denen Frucht- und Knotenschiefer gebildet werden.
Während Knotenschiefer im Zuge der Metamorphose des Ausgangsmaterials von Schiefer bei ca. 400 Grad Celsius entsteht, vollzieht sich die Bildung von Fruchtschiefer im Bereich von etwa 100 Grad Celsius und mehr. Fruchtschiefer sind an der kornartigen (meist ovalen) Ausbildung der schwarzen Fecken zu erkennen.

Garbenartige Mineralausprägungen zeigt die Varietät Garbenschiefer. Meist handelt es sich um Amphibole, die als deutliches Merkmal des Garbenschiefers zu erkennen sind. Der Begriff Garbe stammt aus der Landwirtschaft und bezeichnet zusammengebündelte Getreidehalme, die zum Boden breiter werden. Er zeigt damit (und dies ist für die Frage 2 von Bedeutung) weder eine knoten- noch eine kornartige Ausblidung.

Im Knotenschiefer sind leicht erhabene Knoten verschiedener Minerale erkennbar, beispielsweise Glimmer wie Biotit, aber auch Cordierit und Andalusit. Es sind die Knoten wesentlich größer als die "Körner" von Fruchtschiefer. Ein weiterer Unterschied sind die Temperaturen, unter denen Frucht- und Knotenschiefer gebildet werden. Zu erkennen ist der Knotenschiefer an bis zentimetergroßen, dunklen bis schwarzen Knoten und Knöllchen.

Um diesen Earthcache zu loggen beantworte bitte die nachfolgenden Fragen:

1. WP1: Sich mit den einzelnen aufgeschlossenen Schichten gemäß Listing auseinanderzusetzen, würde im Rahmen dieses Earthcaches zu weit führen. Stattdessen befassen wir uns mit der Struktur der Ablagerungen. Zum einen liegen eher blockartige zum anderen fein geschichtete, schiefertypische Ablagerungen vor. In welche Himmelsrichtungen streichen diese beiden Ablagerungen ? Welche Stärke in Zentimetern erreichen die blockartigen Schichten ?

2. WP2: Sieh dich hier um. Welche Varietät(en)des Fleckschiefers sind hier auszumachen ?

Quellen:

Kohler Wolfgang: Geologische Wanderung durch das Fichtental bei Kuppenheim, Exkursionsführer vom 8. April 2017

Sittig E.: Der geologische Bau des variszischen Sockels nordöstlich von Baden-Baden (Nordschwarzwald) - Oberrhein. geol. Abh., 14, 167 - 207, Karlsruhe 1965

Wikipedia

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